Vorwort
Der Mensch ist ein bemerkenswertes Wesen. Er hat gelernt, Ozeane zu überqueren, Berge zu versetzen und Maschinen zu bauen, die innerhalb einer Sekunde mehr Berechnungen durchführen, als seine Vorfahren in einem ganzen Leben hätten bewältigen können. Nur mit dem eigenen Kopf hat er gelegentlich Schwierigkeiten. Dabei verbringt er dort einen beträchtlichen Teil seiner Existenz.
James Allen beschäftigte sich mit diesem eigentümlichen Umstand. Im Jahr 1903 veröffentlichte er ein kleines Buch über die Macht der Gedanken. Es sollte keine umfassende Abhandlung werden. Allen wollte keine endgültigen Antworten liefern, sondern seine Leser zu einer Entdeckung anregen: dass sie selbst an der Gestaltung ihres Charakters und ihrer Lebensumstände beteiligt sind. Dazu verwendete er das Bild eines Webers.
Der menschliche Geist arbeitet unablässig an zwei Gewändern: dem inneren Gewand des Charakters und dem äußeren Gewand der Lebensumstände. Die meisten Menschen dürften überrascht sein, wenn sie erfahren, dass sie ihre Lebensumstände zumindest teilweise selbst gewebt haben. Besonders dann, wenn das Ergebnis kratzt. Doch Allen geht es nicht um Schuldzuweisungen. Er möchte zeigen, dass der Mensch lernen kann, seine Gedanken bewusster zu gestalten.
Was bisher unwissend und unter Schmerzen entstand, könnte künftig mit Verständnis und Freude entstehen. Vorausgesetzt, der Mensch beginnt, sich für die Vorgänge in seinem eigenen Kopf zu interessieren. Eine Aufgabe, die angesichts der dort herrschenden Betriebsamkeit durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte.
