Der Mensch atmet. Meistens sogar ohne Anleitung.
Das ist zweckmäßig, denn andernfalls wäre die Lebenserwartung der Spezies vermutlich deutlich kürzer. Die Atmung gehört zu jenen Vorgängen, die der Körper selbst erledigt und die sich trotzdem für eine Weile bewusst beeinflussen lassen.
Das ist interessant, weil Atmung und Nervensystem miteinander verbunden sind. Unter Stress wird der Atem häufig schneller und flacher. Wird er dagegen langsam und kontrolliert, verändert sich auch die Aktivität des autonomen Nervensystems. Studien finden unter anderem Veränderungen der Herzratenvariabilität und Hinweise auf stärkere parasympathische Aktivität. Vereinfacht gesagt: Der Körper bekommt die Nachricht, dass er möglicherweise gerade nicht vor einem Säbelzahntiger fliehen muss.
Das kann vor dem Einschlafen nützlich sein, nach einem anstrengenden Gespräch, zwischen zwei Aufgaben oder immer dann, wenn der Kopf längst verstanden hat, dass keine Gefahr besteht, der Rest des Organismus diese Information aber noch nicht erhalten hat.
Man muss dabei nichts erzwingen. Langsamer ist nicht automatisch besser. Wenn Schwindel, Luftnot oder Unwohlsein auftreten, bitte wieder normal atmen. Dieses Instrument ist eine Übung zur Regulation, keine medizinische Behandlung.