LICHTSPIELE
> FILME FILTERN
> Die Outsider – Rebellen ohne Grund USA / FRANKREICH · 1983 · 115 MIN. REGIE: FRANCIS FORD COPPOLA
- ORIGINALTITEL
- The Outsiders
- GENRE
- Jugenddrama
- NACH DEM ROMAN
- S. E. Hinton
- MIT
- C. Thomas Howell · Matt Dillon · Ralph Macchio · Patrick Swayze · Rob Lowe · Emilio Estevez · Tom Cruise · Diane Lane
- FASSUNG
- The Complete Novel
Tulsa, Oklahoma, in den 1960er-Jahren. Ponyboy gehört zu den Greasers, Jugendlichen aus der ärmeren Seite der Stadt. Auf der anderen stehen die wohlhabenden Socs. Beide Gruppen haben Frisuren, Freunde und ziemlich genaue Vorstellungen davon, wen sie zu hassen haben. Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung wird aus dem ritualisierten Kampf zwischen Jugendlichen plötzlich etwas sehr Reales.
Francis Ford Coppola erzählt das mit erstaunlich viel Zärtlichkeit. Die Outsider handelt von Klasse und Gewalt, vor allem aber von jungen Männern, die verzweifelt versuchen, füreinander Familie zu sein. Dass hier beinahe nebenbei Matt Dillon, Patrick Swayze, Ralph Macchio, Rob Lowe, Emilio Estevez und ein sehr junger Tom Cruise herumlaufen, wirkt rückblickend wie ein Fehler in der Besetzungsdatenbank. Unter all den späteren Stars bleibt jedoch die einfache Erkenntnis des Films bestehen: Auf welcher Straßenseite man geboren wird, entscheidet über erstaunlich viel – darüber, wer man wird, noch lange nicht.
> Million Dollar Baby USA · 2004 · 128 MIN. REGIE: CLINT EASTWOOD
- GENRE
- Drama
- DREHBUCH
- Paul Haggis
- MIT
- Hilary Swank · Clint Eastwood · Morgan Freeman
- AUSZEICHNUNGEN
- 4 Oscars: Bester Film, Regie, Hauptdarstellerin, Nebendarsteller
- FSK
- 12
Maggie Fitzgerald hat wenig Geld, wenig Talentförderung und ein Alter, in dem vernünftige Menschen offenbar damit beginnen sollen, ihre Träume gegen realistischere Beschäftigungen einzutauschen. Sie möchte Profiboxerin werden. Der alte Trainer Frankie Dunn möchte sie zunächst vor allem nicht trainieren. Damit sind die Ausgangsbedingungen geklärt.
Million Dollar Baby sieht eine Weile aus wie ein klassischer amerikanischer Sportfilm über Disziplin, Niederlagen und Aufstieg. Clint Eastwood interessiert sich jedoch für etwas anderes: für zwei einsame Menschen, die einander brauchen, ohne das besonders gut sagen zu können. Ein stiller, hervorragend gespielter Film über Würde, Verantwortung und die merkwürdige menschliche Angewohnheit, manchmal erst sehr spät herauszufinden, wer zur eigenen Familie gehört.
> Der einzige Zeuge USA · 1985 · 112 MIN. REGIE: PETER WEIR
- ORIGINALTITEL
- Witness
- GENRE
- Thriller · Drama
- DREHBUCH
- Earl W. Wallace · William Kelley
- MIT
- Harrison Ford · Kelly McGillis · Lukas Haas · Josef Sommer · Alexander Godunov
- AUSZEICHNUNGEN
- 2 Oscars: Bestes Originaldrehbuch und Bester Schnitt
Ein kleiner Amish-Junge beobachtet auf einem Bahnhof einen Mord. Polizist John Book soll ihn schützen und entdeckt dabei, dass die Gefahr aus den eigenen Reihen kommt. Verwundet flieht er mit dem Jungen und dessen Mutter in ihre abgeschiedene Gemeinschaft. Dort sind Schusswaffen, Großstadtpolizisten und Harrison Fords übliche Methoden zur Problemlösung nur bedingt vorgesehen.
Peter Weir macht aus dieser Ausgangslage etwas viel Interessanteres als einen gewöhnlichen Polizeithriller. Zwei Welten treffen aufeinander: Gewalt und Pazifismus, Großstadt und Landwirtschaft, individuelle Leidenschaft und Gemeinschaft. Dazwischen entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die gerade deshalb berührt, weil der Film weiß, dass nicht jede Begegnung zweier Menschen zwangsläufig in ein gemeinsames Leben münden muss. Spannend, ruhig und wunderschön fotografiert – und ein gutes Beispiel dafür, dass großes Hollywoodkino einmal gleichzeitig Thriller, Liebesfilm und Beobachtung einer fremden Lebensweise sein durfte.
> Match Point GROßBRITANNIEN / LUXEMBURG / USA · 2005 · CA. 124 MIN. REGIE: WOODY ALLEN
- GENRE
- Drama · Thriller
- DREHBUCH
- Woody Allen
- MIT
- Jonathan Rhys Meyers · Scarlett Johansson · Emily Mortimer · Matthew Goode · Brian Cox · Penelope Wilton
- AUSZEICHNUNGEN
- Oscar-Nominierung: Bestes Originaldrehbuch
Chris Wilton hat seine Karriere als Tennisprofi beendet und entdeckt in London eine wesentlich angenehmere Möglichkeit des gesellschaftlichen Aufstiegs: die Bekanntschaft mit einer sehr wohlhabenden Familie. Bald besitzt er eine gute Stellung, eine passende Frau und Zugang zu einer Welt, deren Türen für andere Menschen gewöhnlich geschlossen bleiben. Dann begegnet er Nola. Sie passt leider nicht in den Plan.
Match Point beginnt wie ein elegantes Gesellschafts- und Beziehungsdrama und zieht die Schrauben anschließend langsam an. Woody Allen interessiert sich dabei weniger für Moral als für eine beunruhigendere Frage: Wie viel unseres Lebens hängt tatsächlich davon ab, was wir verdienen – und wie viel schlicht davon, wo der Ball nach Berührung der Netzkante landet? Scarlett Johansson und Jonathan Rhys Meyers spielen zwei Menschen, deren Begehren zunehmend gefährlicher wird. Ein kalter, präziser Film über Klasse, Schuld und Glück. Für Menschen, die gern daran glauben, das Universum verfüge über einen eingebauten Gerechtigkeitsmechanismus, liegen leider keine guten Nachrichten vor.
> Die Firma USA · 1993 · 154 MIN. REGIE: SYDNEY POLLACK
- ORIGINALTITEL
- The Firm
- GENRE
- Thriller
- NACH DEM ROMAN
- John Grisham
- MIT
- Tom Cruise · Gene Hackman · Jeanne Tripplehorn · Ed Harris · Holly Hunter · David Strathairn
- MUSIK
- Dave Grusin
Mitch McDeere hat gerade sein Jurastudium abgeschlossen und bekommt ein Angebot, das vernünftige Menschen nur schwer ablehnen können: hervorragendes Gehalt, Haus, Auto und eine Stelle in einer angesehenen Kanzlei. Leider gehört zu den weniger offensiv beworbenen Zusatzleistungen, dass ehemalige Mitarbeiter eine auffällig geringe Lebenserwartung besitzen.
Die Firma stammt aus einer Zeit, in der ein großer Hollywood-Thriller noch zweieinhalb Stunden dauern, erwachsene Menschen bei der Arbeit zeigen und darauf vertrauen durfte, dass Verträge, Akten und Gespräche ausreichend Spannung erzeugen. Tom Cruise rennt trotzdem gelegentlich. Sydney Pollack baut aus John Grishams Geschichte einen ausgesprochen eleganten Film über Erfolg, Loyalität und die unangenehme Erkenntnis, dass ein perfektes System möglicherweise deshalb so perfekt funktioniert, weil niemand es verlassen darf. Ein hervorragender Vertreter des großen amerikanischen 90er-Jahre-Thrillers.
> Sturm über Washington USA · 1962 · 139 MIN. REGIE: OTTO PREMINGER
- ORIGINALTITEL
- Advise & Consent
- GENRE
- Politdrama
- NACH DEM ROMAN
- Allen Drury
- MIT
- Henry Fonda · Charles Laughton · Don Murray · Walter Pidgeon · Gene Tierney · Franchot Tone
Der amerikanische Präsident möchte Robert Leffingwell zum Außenminister machen. Dafür benötigt er die Zustimmung des Senats. Was nach einem überschaubaren Verwaltungsvorgang klingt, setzt eine Maschine aus Anhörungen, politischen Bündnissen, persönlichen Feindschaften, Erpressung und alten Geheimnissen in Bewegung. Menschen besitzen schließlich Vergangenheit. Politiker bedauerlicherweise ebenfalls.
Otto Preminger macht aus parlamentarischen Verfahren einen Thriller, ohne dafür das Parlament verlassen zu müssen. Sturm über Washington ist über sechzig Jahre alt und beobachtet trotzdem erstaunlich vertraute Mechanismen: Wie viel persönliche Moral verträgt politische Macht? Wann wird aus Kompromiss Korruption? Und was geschieht, wenn nicht mehr die Sache angegriffen wird, sondern der Mensch dahinter? Ein ungewöhnlich intelligenter politischer Film, der darauf vertraut, dass Erwachsene beim Reden spannend sein können. Ein inzwischen beinahe exotisches Konzept.
> Banditen! USA · 2001 · CA. 123 MIN. REGIE: BARRY LEVINSON
- ORIGINALTITEL
- Bandits
- GENRE
- Krimikomödie
- DREHBUCH
- Harley Peyton
- MIT
- Bruce Willis · Billy Bob Thornton · Cate Blanchett · Troy Garity
Joe und Terry brechen aus dem Gefängnis aus und entwickeln anschließend eine bemerkenswert höfliche Form des Bankraubs. Statt mit gezogener Waffe in Filialen zu stürmen, besuchen sie die Bankdirektoren bereits am Vorabend zu Hause, verbringen die Nacht bei deren Familien und gehen am nächsten Morgen gemeinsam zur Arbeit. Das Geschäftsmodell funktioniert ausgezeichnet, bis Kate auftaucht und sich in das ohnehin nicht vollkommen stabile Verhältnis der beiden Männer einmischt.
Barry Levinson macht daraus eine entspannte Mischung aus Gangsterfilm, Roadmovie und Dreiecksgeschichte. Bruce Willis darf charmant sein, Billy Bob Thornton verwandelt Hypochondrie in eine Lebensform und Cate Blanchett bringt in die sorgfältig organisierte Kriminalität genau jene Variable ein, mit der menschliche Systeme traditionell Schwierigkeiten haben: einen weiteren Menschen. Kein Film über die großen Fragen der Existenz. Dafür ein ausgesprochen angenehmer über Freundschaft, Liebe und die überraschende Komplexität eines eigentlich gut geplanten Banküberfalls.
> Rosemaries Baby USA · 1968 · 135 MIN. REGIE: ROMAN POLANSKI
- ORIGINALTITEL
- Rosemary’s Baby
- GENRE
- Psychologischer Horror
- DREHBUCH
- Roman Polanski
- NACH DEM ROMAN
- Ira Levin
- MIT
- Mia Farrow · John Cassavetes · Ruth Gordon · Sidney Blackmer · Maurice Evans
- FSK
- 16
Rosemarie und ihr Mann Guy ziehen in eine prächtige New Yorker Wohnung. Die Nachbarn sind freundlich. Sehr freundlich. Guy findet beruflich plötzlich sein Glück, Rosemarie wird schwanger und nach und nach entsteht der ungute Verdacht, dass die Menschen um sie herum erheblich besser über ihre Schwangerschaft informiert sind als sie selbst.
Rosemaries Baby braucht kaum Blut, Monster oder Schockeffekte. Das Grauen entsteht daraus, dass einer Frau systematisch erklärt wird, ihre Wahrnehmung sei falsch und alle anderen wüssten besser, was gut für sie ist. Mia Farrow macht diese zunehmende Isolation beinahe körperlich spürbar. Mehr als ein halbes Jahrhundert später ist das noch immer außerordentlich unangenehm anzusehen. Vermutlich ein Qualitätsmerkmal.
> The Card Counter USA / GROßBRITANNIEN / CHINA · 2021 · 108 MIN. REGIE: PAUL SCHRADER
- GENRE
- Thriller · Drama
- DREHBUCH
- Paul Schrader
- MIT
- Oscar Isaac · Tiffany Haddish · Tye Sheridan · Willem Dafoe
- FSK
- 16
William Tell zählt Karten. Er spielt kleine Casinos, gewinnt gerade genug und zieht weiter. Ein überschaubares Leben mit überschaubarem Risiko. Das ist Absicht. Denn bevor Tell professioneller Glücksspieler wurde, war er Soldat in Abu Ghraib und anschließend zehn Jahre im Gefängnis. Als er einem jungen Mann begegnet, der sich an einem ehemaligen Militärausbilder rächen will, beginnt die sorgfältig eingerichtete Ordnung zu zerfallen.
Paul Schrader interessiert sich erwartungsgemäß weniger für Poker als für Schuld. Oscar Isaac spielt einen Mann, der jede Karte am Tisch berechnen kann, aber keine Formel dafür findet, was ein Mensch mit seiner Vergangenheit anfangen soll. The Card Counter ist entsprechend kein lässiger Casinofilm, sondern ein stiller, zunehmend dunkler Film über Verantwortung, Strafe und die schwierige Frage, ob ein Mensch seine Schuld jemals vollständig absitzen kann. Wer hauptsächlich wissen möchte, wann man beim Blackjack verdoppeln sollte, erhält nur begrenzte Unterstützung.
> Papillon USA · 1973 · 143 MIN. REGIE: FRANKLIN J. SCHAFFNER
- GENRE
- Gefängnisdrama · Abenteuer
- NACH DEM BUCH
- Henri Charrière
- MIT
- Steve McQueen · Dustin Hoffman · Victor Jory · Don Gordon · Anthony Zerbe
- MUSIK
- Jerry Goldsmith
Henri Charrière, genannt Papillon, wird wegen eines Mordes, den er bestreitet, in die französische Strafkolonie von Guyana deportiert. Dort soll nicht nur seine Freiheit verschwinden, sondern möglichst auch die Vorstellung, jemals wieder eine zu besitzen. Papillon hält beides für einen Irrtum. Gemeinsam mit dem Fälscher Louis Dega beginnt ein jahrelanger Kampf gegen Gefängnisse, Einzelhaft, Krankheit und die recht überzeugenden Argumente des Atlantischen Ozeans.
Papillon ist groß, langsam und körperlich. Steve McQueen und Dustin Hoffman spielen zwei sehr unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Was bleibt von einem Menschen, wenn ein System ihm Stück für Stück alles nimmt? Der eine hält sich an der Freiheit fest, der andere am Überleben. Ein Film aus einer Zeit, in der Hollywood für ein Abenteuer noch zweieinhalb Stunden, zwei große Schauspieler und eine beträchtliche Menge menschlichen Elends zur Verfügung stellte. Die Freiheit sieht danach jedenfalls weniger selbstverständlich aus.
> Der talentierte Mr. Ripley USA · 1999 · 133 MIN. REGIE: ANTHONY MINGHELLA
- ORIGINALTITEL
- The Talented Mr. Ripley
- GENRE
- Psychothriller · Drama
- DREHBUCH
- Anthony Minghella
- NACH DEM ROMAN
- Patricia Highsmith
- MIT
- Matt Damon · Jude Law · Gwyneth Paltrow · Cate Blanchett · Philip Seymour Hoffman
- AUSZEICHNUNGEN
- 5 Oscar-Nominierungen, darunter für Drehbuch und Jude Law als Nebendarsteller
Tom Ripley besitzt wenig Geld, aber ein bemerkenswertes Talent dafür, jemand anderes zu sein. Als er nach Italien geschickt wird, um den reichen Dickie Greenleaf zur Heimkehr zu bewegen, entdeckt er dort ein Leben voller Sonne, Jazz, Geld und selbstverständlicher Zugehörigkeit. Tom möchte bald nicht mehr nur daran teilhaben. Er möchte hinein.
Anthony Minghella macht daraus keinen gewöhnlichen Hochglanzthriller, sondern einen Film über Sehnsucht, soziale Herkunft und Identität. Matt Damon spielt Ripley so, dass man ihm unangenehm lange näher bleibt, als einem lieb sein kann: einsam, verletzlich, berechnend und zunehmend gefährlich. Dazu ein Italien, das so schön aussieht, dass man beinahe versteht, weshalb jemand dafür seine Identität verlieren könnte. Ein eleganter und beunruhigender Film über einen Menschen, der unbedingt jemand sein möchte – nur nicht er selbst.
> Melancholia DÄNEMARK / SCHWEDEN / FRANKREICH / DEUTSCHLAND · 2011 · 128 MIN. REGIE: LARS VON TRIER
- GENRE
- Drama · Science-Fiction
- DREHBUCH
- Lars von Trier
- MIT
- Kirsten Dunst · Charlotte Gainsbourg · Kiefer Sutherland · Alexander Skarsgård · Stellan Skarsgård · Charlotte Rampling · John Hurt
- AUSZEICHNUNGEN
- Kirsten Dunst erhielt in Cannes 2011 den Preis als beste Darstellerin.
Justine heiratet. Eigentlich ein Anlass zur Freude, doch während um sie herum alles für einen perfekten Abend arrangiert wurde, versinkt sie immer tiefer in einer Depression. Gleichzeitig nähert sich ein fremder Planet namens Melancholia der Erde. Angeblich wird er vorbeifliegen. Angeblich.
Lars von Trier verbindet das Ende der Welt mit einer sehr viel alltäglicheren Katastrophe: dem Verlust der Fähigkeit, an dieser Welt teilzunehmen. Das Ergebnis ist wunderschön, verstörend und von einer bemerkenswerten Ruhe. Während die psychisch Gesunden angesichts der wirklichen Apokalypse zunehmend den Halt verlieren, verändert sich Justine auf eigentümliche Weise. Ein Film über Depression, Angst und die Frage, was vom Menschen übrig bleibt, wenn es tatsächlich nichts mehr zu hoffen gibt. Kein besonders aufmunternder Filmabend. Aber möglicherweise einer, den man lange nicht vergisst.
> Volver – Zurückkehren SPANIEN · 2006 · CA. 121 MIN. REGIE: PEDRO ALMODÓVAR
- ORIGINALTITEL
- Volver
- GENRE
- Drama · Tragikomödie
- DREHBUCH
- Pedro Almodóvar
- MIT
- Penélope Cruz · Carmen Maura · Lola Dueñas · Blanca Portillo · Yohana Cobo
Raimunda lebt mit ihrer Tochter und ihrem ziemlich nutzlosen Ehemann in Madrid. Ihre Schwester Sole führt einen Friseursalon, die alte Tante lebt allein im Heimatdorf, und die verstorbene Mutter der beiden Schwestern scheint beschlossen zu haben, dass der eigene Tod kein hinreichender Grund ist, sich aus Familienangelegenheiten herauszuhalten. Während sich ein Problem nach dem anderen stapelt, erledigen die Frauen, was erledigt werden muss.
Pedro Almodóvar macht daraus gleichzeitig Familiendrama, Komödie, Geistergeschichte und Liebeserklärung an Frauen, die gelernt haben, auch mit den absurderen Zumutungen des Lebens fertigzuwerden. Penélope Cruz steht im Zentrum eines Films über Mütter, Töchter, Schuld, Geheimnisse und die bemerkenswerte Hartnäckigkeit der Vergangenheit. Dabei ist Volver farbenprächtig, warm und sehr lebendig – obwohl auffällig viele Tote darin vorkommen.
> Dick und Doof in der Fremdenlegion USA · 1939 · 66 MIN. REGIE: A. EDWARD SUTHERLAND
- ALTERNATIVTITEL
- Laurel & Hardy – Fliegende Teufelsbrüder
- ORIGINALTITEL
- The Flying Deuces
- GENRE
- Komödie
- DREHBUCH
- Ralph Spence · Harry Langdon · Charles Rogers · Alfred Schiller
- MIT
- Stan Laurel · Oliver Hardy · Jean Parker · Reginald Gardiner · James Finlayson
- BILD
- Schwarzweiß
Ollie verliebt sich während eines Parisurlaubs unglücklich, Stan steht ihm wie üblich bei, und über einige bemerkenswerte gedankliche Umwege landen beide in der Fremdenlegion. Dort trifft militärischer Drill auf zwei Menschen, die bereits mit dem geordneten Ablauf eines gewöhnlichen Tages nicht immer vollständig kompatibel sind.
1939 gedreht, funktioniert das erstaunlich gut: Laurel und Hardy zerlegen Autorität, Disziplin und männlichen Ernst nicht durch große Reden, sondern hauptsächlich dadurch, dass sie ihnen ausgesetzt werden. Hinter dem Slapstick liegt dabei eine eigentümliche Melancholie. Ein sehr alter Film über zwei hoffnungslos unzeitgemäße Männer – der möglicherweise gerade deshalb kaum gealtert ist.
KEINE FILME ENTSPRECHEN DER AKTUELLEN AUSWAHL.