
MIND FIST · PERSONENAKTE
Sokrates
CA. 470/469–399 V. CHR. · ATHEN
Sokrates schrieb keine Bücher. Er führte Gespräche, stellte beharrlich Fragen und hinterließ genügend Unruhe, damit andere über ihn schreiben mussten. Was wir von ihm wissen, stammt vor allem von Platon und Xenophon – und beide hatten ihre eigene Sicht auf den Mann.
WICHTIGE STATIONEN
- Lebte und wirkte in Athen; im Peloponnesischen Krieg leistete er mehrfach Militärdienst als Hoplit.
- Prüfte auf öffentlichen Plätzen Begriffe wie Gerechtigkeit, Tugend und Wissen, meist indem er die Gewissheiten seiner Gesprächspartner zerlegte.
- Wurde 399 v. Chr. wegen Gottlosigkeit und der Verführung der Jugend angeklagt, zum Tod verurteilt und trank den Schierlingsbecher.
WERKE
- KEINE EIGENEN SCHRIFTEN
- Sokrates hinterließ selbst keinen Text. Seine Stimme erreicht uns durch andere Autoren und bleibt deshalb immer auch eine Rekonstruktion.
- PLATONS FRÜHE DIALOGE
- Apologie, Kriton und Euthyphron zeigen unterschiedliche Seiten des sokratischen Fragens.
- XENOPHONS ERINNERUNGEN
- Eine zweite wichtige, deutlich anders gefärbte Darstellung des Sokrates.
WO BEGINNEN?
Wenn Sie anfangen möchten: Beginnen Sie mit einer kurzen Verteidigungsrede und einem Gespräch, das keine bequeme Antwort liefert.
- Platons Apologie des Sokrates – zugänglich, dramatisch und ein guter erster Kontakt.
- Platons Kriton – eine knappe Prüfung von Recht, Pflicht und Flucht.
- Xenophons Erinnerungen an Sokrates – als Gegenblick auf die platonische Figur.
WARUM HEUTE?
Sokrates ist nützlich, wenn Meinungen schneller auftreten als Gründe. Er erinnert daran, dass eine gute Frage keine Verzögerung des Denkens ist, sondern oft dessen Anfang.
ZUFALLSWEISHEIT
WEISHEIT WIRD ERMITTELT.