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HARD ’N’ HEAVY

WAS IST HARD ’N’ HEAVY?

HARD ’N’ HEAVY ist keine musikwissenschaftliche Kategorie.

Das ist vermutlich auch besser so.

In diesem Archiv bezeichnet der Begriff ein Regal. Darin stehen Bands, die irgendwann beschlossen haben, dass Gitarren einen gewissen Anteil am Gesamtgeräusch übernehmen sollten.

Das führt zu einer bemerkenswert unübersichtlichen Nachbarschaft: Hard Rock steht neben Heavy Metal, Thrash neben Death Metal, Alternative Metal neben Industrial Metal. Gelegentlich taucht etwas auf, das sich einer vernünftigen Zuordnung vollständig widersetzt.

Der Bordcomputer hat versucht, klare Grenzen zu ziehen.

Die Bands waren nicht kooperativ.

Deshalb gilt hier eine einfachere Regel:

HARD ’N’ HEAVY ist das Regal, in dem diese Tonträger stehen.

ALBEN FILTERN

ALBEN

ABBATHOUTSTRIDER2019
JAHR
2019
LAND
Norwegen
GENRE
Black Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Season of Mist
TITELANZAHL
8
GESAMTLAUFZEIT
35:11
PRODUZENT
Abbath; Ole André Farstad; Endre Kirkesola
AUFNAHMEORT
Dub Studio, Kristiansand; Bass im Genxia Studio, Chieti

BESETZUNG

  • Abbath -- Gesang, Gitarre
  • Ole André Farstad -- Gitarren, Zither
  • Mia Wallace -- Bass
  • Ukri Suvilehto -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nach seinem Ausstieg bei Immortal hatte Abbath zunächst eine Band gegründet, die schlicht seinen eigenen Namen trug. Für das zweite Album war damit zumindest die Frage nach dem Bandnamen bereits erledigt.

Outstrider besitzt vieles, was Abbaths Musik seit Jahrzehnten kennzeichnet: frostige Gitarren, rasende Passagen, eine deutlich hörbare Rock-’n’-Roll-Ader und jene Stimme, die klingt, als hätte jemand Kies in einem norwegischen Winter gelagert.

Interessanter sind die Stellen, an denen die Musik Luft bekommt. Ole André Farstad bringt akustische Gitarren und sogar eine Zither ins Instrumentarium, während Stücke wie Harvest Pyre zeigen, wie eng Black Metal und klassischer Heavy Metal bei Abbath inzwischen nebeneinanderliegen können.

Norwegen blieb kalt. Abbath hatte offenbar keinen Anlass gesehen, die Heizung einzuschalten.

TRACKLIST

  1. Calm in Ire (of Hurricane)
  2. Bridge of Spasms
  3. The Artifex
  4. Harvest Pyre
  5. Land of Khem
  6. Outstrider
  7. Scythewinder
  8. Hecate

IN MEINEM ARCHIV

AC/DCPOWERAGE1978
JAHR
1978
LAND
Australien
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Atlantic
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
39:44
PRODUZENT
Harry Vanda; George Young
AUFNAHMEORT
Albert Studios, Sydney, Australien

BESETZUNG

  • Bon Scott – Gesang
  • Angus Young – Leadgitarre
  • Malcolm Young – Rhythmusgitarre
  • Cliff Williams – Bass
  • Phil Rudd – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Ein Jahr vor Highway to Hell waren AC/DC bereits fast vollständig dort angekommen, wo sie hinwollten.

Cliff Williams übernimmt erstmals den Bass, Phil Rudd sitzt am Schlagzeug, Malcolm Young baut die rhythmische Grundlage und Angus Young erledigt darüber die üblichen elektrischen Arbeiten. Bon Scott erzählt währenddessen von Schulden, Sünde, Schießereien und anderen Umständen, die einer geregelten Lebensführung eher abträglich sind.

Bemerkenswert ist, wie wenig Powerage nach Übergang klingt. Riff Raff und Sin City besitzen bereits die Präzision der kommenden Jahre, wirken aber noch rauer und weniger auf maximale Wirkung zugeschnitten.

Ein Jahr später würde ein neuer Produzent die Band für die großen Arenen vorbereiten.

1978 stand AC/DC noch vor der Tür. Das Gebäude vibrierte bereits.

TRACKLIST

  1. Rock ’n’ Roll Damnation
  2. Down Payment Blues
  3. Gimme a Bullet
  4. Riff Raff
  5. Sin City
  6. What’s Next to the Moon
  7. Gone Shootin’
  8. Up to My Neck in You
  9. Kicked in the Teeth

IN MEINEM ARCHIV

AC/DCHIGHWAY TO HELL1979
JAHR
1979
LAND
Australien
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Atlantic
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
41:26
PRODUZENT
Robert John „Mutt“ Lange
AUFNAHMEORT
u. a. Roundhouse Studios, London

BESETZUNG

  • Bon Scott – Leadgesang
  • Angus Young – Leadgitarre
  • Malcolm Young – Rhythmusgitarre, Backing Vocals
  • Cliff Williams – Bass, Backing Vocals
  • Phil Rudd – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

AC/DC änderten 1979 ihren Stil nicht.

Sie machten ihn nur so präzise, dass plötzlich die ganze Welt verstand, was gemeint war.

Produzent Mutt Lange räumt die Arrangements auf, arbeitet an den Chören und lässt die Gitarren groß klingen, ohne ihnen ihre Trockenheit zu nehmen. Der Titelsong benötigt anschließend nur wenige Sekunden, um seinen Zweck zu erklären.

Girls Got Rhythm, Touch Too Much und If You Want Blood zeigen dasselbe Prinzip: möglichst wenig Bauteile, möglichst sinnvoll angeordnet.

Es wurde das letzte AC/DC-Album mit Bon Scott. Er starb im Februar 1980. Dadurch besitzt Highway to Hell rückblickend eine Schwere, die bei seiner Entstehung nicht vorgesehen war.

Die Straße führte nach oben. Niemand wusste, wie abrupt sie enden würde.

TRACKLIST

  1. Highway to Hell
  2. Girls Got Rhythm
  3. Walk All Over You
  4. Touch Too Much
  5. Beating Around the Bush
  6. Shot Down in Flames
  7. Get It Hot
  8. If You Want Blood (You’ve Got It)
  9. Love Hungry Man
  10. Night Prowler

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AC/DCBACK IN BLACK1980
JAHR
1980
LAND
Australien
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Albert / Atlantic
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
41:53
PRODUZENT
Robert John „Mutt" Lange
AUFNAHMEORT
Compass Point Studios, Nassau, Bahamas

BESETZUNG

  • Brian Johnson -- Gesang
  • Angus Young -- Leadgitarre
  • Malcolm Young -- Rhythmusgitarre
  • Cliff Williams -- Bass
  • Phil Rudd -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Bon Scott starb im Februar 1980. Für AC/DC hätte damit die Geschichte beendet sein können.

Fünf Monate später erschien Back in Black.

Brian Johnson versucht dabei nicht, Scott zu imitieren. Seine Stimme verändert die Band zwangsläufig, während Angus und Malcolm Young genau das Gegenteil tun: Sie reduzieren ihre Musik weiter auf Riff, Rhythmus und möglichst wenig unnötige Bewegung.

Hells Bells beginnt mit einer Glocke. Back in Black benötigt nur wenige Gitarrenakkorde, um erkannt zu werden. You Shook Me All Night Long zeigt, dass Einfachheit nicht dasselbe ist wie Ideenarmut.

Das schwarze Cover war als Zeichen der Trauer um Scott gedacht. Was darauf zu hören ist, klingt jedoch nicht wie eine Band, die langsam Abschied nimmt.

AC/DC verloren ihren Sänger. Das Riff überlebte.

TRACKLIST

  1. Hells Bells
  2. Shoot to Thrill
  3. What Do You Do for Money Honey
  4. Givin' the Dog a Bone
  5. Let Me Put My Love Into You
  6. Back in Black
  7. You Shook Me All Night Long
  8. Have a Drink on Me
  9. Shake a Leg
  10. Rock and Roll Ain't Noise Pollution

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AC/DCBLOW UP YOUR VIDEO1988
JAHR
1988
LAND
Australien
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Albert / Atlantic
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
42:59
PRODUZENT
Harry Vanda; George Young
AUFNAHMEORT
Miraval, Südfrankreich

BESETZUNG

  • Brian Johnson – Leadgesang
  • Angus Young – Leadgitarre
  • Malcolm Young – Rhythmusgitarre, Backing Vocals
  • Cliff Williams – Bass, Backing Vocals
  • Simon Wright – Schlagzeug, Percussion

BORDCOMPUTER

Ende der Achtziger war Hard Rock inzwischen groß, glänzend und häufig von einer beträchtlichen Menge Haarspray umgeben.

AC/DC reagierten darauf, indem sie Harry Vanda und George Young zurückholten – zwei Männer, die bereits ihre Platten in den Siebzigern produziert hatten.

Heatseeker und That’s the Way I Wanna Rock ’n’ Roll klingen entsprechend weniger nach Neuerfindung als nach einer Maschine, deren Konstrukteure noch einmal die Schrauben angezogen haben. Simon Wright spielt geradlinig, Malcolm Young hält das rhythmische Fundament fest und Angus Young erledigt weiterhin Dinge mit einer Gibson SG, für die andere Bands mehrere Gitarristen beschäftigten.

Das Video sollte explodieren. Der Rock ’n’ Roll durfte unverändert bleiben.

TRACKLIST

  1. Heatseeker
  2. That's the Way I Wanna Rock 'n' Roll
  3. Meanstreak
  4. Go Zone
  5. Kissin' Dynamite
  6. Nick of Time
  7. Some Sin for Nuthin'
  8. Ruff Stuff
  9. Two's Up
  10. This Means War

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AC/DCTHE RAZORS EDGE1990
JAHR
1990
LAND
Australien
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Atco
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
46:29
PRODUZENT
Bruce Fairbairn
AUFNAHMEORT
Little Mountain Sound Studios, Vancouver, British Columbia, Kanada

BESETZUNG

  • Brian Johnson – Leadgesang
  • Angus Young – Leadgitarre
  • Malcolm Young – Rhythmusgitarre, Backing Vocals
  • Cliff Williams – Bass, Backing Vocals
  • Chris Slade – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

1990 mussten AC/DC niemandem mehr erklären, wie AC/DC funktionieren.

Trotzdem beginnt The Razors Edge mit einer kleinen Demonstration.

Angus Young spielt eine einzelne Gitarrenfigur. Sie läuft weiter. Die Band kommt hinzu. Brian Johnson schreit „Thunder“. Wenig später existiert Thunderstruck.

Bruce Fairbairn produziert die Platte größer und räumlicher als einige ihrer Vorgänger, Chris Slade übernimmt das Schlagzeug, und Moneytalks zeigt, wie nahe AC/DC einem Popsong kommen können, ohne ernsthaft Gefahr zu laufen, einer zu werden.

Die Neunziger hatten begonnen.

AC/DC überprüften kurz die neue Dekade. Die vorhandenen Gitarren waren weiterhin kompatibel.

TRACKLIST

  1. Thunderstruck
  2. Fire Your Guns
  3. Moneytalks
  4. The Razors Edge
  5. Mistress for Christmas
  6. Rock Your Heart Out
  7. Are You Ready
  8. Got You by the Balls
  9. Shot of Love
  10. Let’s Make It
  11. Goodbye and Good Riddance to Bad Luck
  12. If You Dare

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AC/DCBALLBREAKER1995
JAHR
1995
LAND
Australien
GENRE
Hard Rock
TYP
Album
LABEL
EastWest / Atlantic
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
49:47
PRODUZENT
Rick Rubin
AUFNAHMEORTE
Ocean Way Recording, Los Angeles; Record Plant, Los Angeles

BESETZUNG

  • Brian Johnson – Gesang
  • Angus Young – Leadgitarre
  • Malcolm Young – Rhythmusgitarre
  • Cliff Williams – Bass
  • Phil Rudd – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

1995 hatte sich die Welt des Rock gründlich verändert. Grunge war gekommen, Alternative Rock beherrschte große Teile der Gegenwart und Metal hatte begonnen, sich in immer neue Unterarten aufzuspalten. AC/DC reagierten auf diese Entwicklungen mit bemerkenswerter Konsequenz.

Sie spielten AC/DC.

Ballbreaker war trotzdem keine gewöhnliche Fortsetzung. Phil Rudd saß erstmals seit Flick of the Switch wieder am Schlagzeug. Und mit Rick Rubin stand ein Produzent hinter dem Mischpult, der vor allem dafür sorgte, dass AC/DC möglichst nach AC/DC klangen.

Das Ergebnis besitzt Luft. Malcolm Youngs Rhythmusgitarre steht trocken und unbeirrbar im Raum, Phil Rudd spielt nur die Schläge, die tatsächlich benötigt werden, und Cliff Williams scheint weiterhin der Überzeugung zu sein, dass ein Bassist nicht für jede vorhandene Saite Kilometergeld beantragen muss.

AC/DC mussten 1995 niemandem mehr beweisen, dass sie sich weiterentwickeln konnten.

Die Welt hatte sich weitergedreht.

Malcolm Young hatte noch ein Riff.

TRACKLIST

  1. Hard as a Rock
  2. Cover You in Oil
  3. The Furor
  4. Boogie Man
  5. The Honey Roll
  6. Burnin’ Alive
  7. Hail Caesar
  8. Love Bomb
  9. Caught with Your Pants Down
  10. Whiskey on the Rocks
  11. Ballbreaker

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AC/DCPOWER UP2020
JAHR
2020
LAND
Australien
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
41:03
PRODUZENT
Brendan O'Brien
AUFNAHMEORT
The Warehouse, Vancouver

BESETZUNG

  • Brian Johnson – Leadgesang
  • Angus Young – Leadgitarre
  • Stevie Young – Rhythmusgitarre
  • Cliff Williams – Bass
  • Phil Rudd – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

2020 war Malcolm Young seit drei Jahren tot, Brian Johnson hatte zwischenzeitlich wegen schwerer Hörprobleme die Bühne verlassen, Phil Rudd war aus der Band verschwunden und Cliff Williams hatte seinen Rückzug erklärt.

AC/DC reagierten auf diese Ausgangslage auf vorhersehbare Weise.

Sie machten ein AC/DC-Album.

Brian Johnson, Rudd und Williams kehrten zurück, Stevie Young übernahm Malcolms Platz, und Angus Young griff für die Songs auch auf Material zurück, das er zuvor gemeinsam mit seinem Bruder geschrieben hatte. Malcolm erhielt deshalb bei allen zwölf Stücken einen Autorencredit.

Shot in the Dark hätte in verschiedenen Jahrzehnten dieser Band funktionieren können. Through the Mists of Time erlaubt sich etwas mehr Rückblick, ohne daraus eine Abschiedsveranstaltung zu machen.

Bei AC/DC ist Beständigkeit keine Abwesenheit von Entwicklung. Sie ist längst das eigentliche Konzept.

Die Welt hatte sich weitergedreht. Angus Young hatte noch ein Riff.

TRACKLIST

  1. Realize
  2. Rejection
  3. Shot in the Dark
  4. Through the Mists of Time
  5. Kick You When You're Down
  6. Witch's Spell
  7. Demon Fire
  8. Wild Reputation
  9. No Man's Land
  10. Systems Down
  11. Money Shot
  12. Code Red

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ACCEPTOBJECTION OVERRULED1993
JAHR
1993
LAND
Deutschland
GENRE
Heavy Metal
TYP
Album
LABEL
RCA
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
47:52
PRODUZENT
Accept
AUFNAHMEORT
Dierks Studios, Stommeln

BESETZUNG

  • Udo Dirkschneider – Gesang
  • Wolf Hoffmann – Gitarre
  • Peter Baltes – Bass
  • Stefan Kaufmann – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Accept hatten sich getrennt, Udo Dirkschneider war gegangen und Eat the Heat mit David Reece hatte die Band in eine andere Richtung geführt. 1993 war Udo wieder da.

Objection Overruled macht aus diesem Vorgang keine komplizierte Angelegenheit. Wolf Hoffmann beschrieb später selbst, dass Accept bewusst wieder das tun wollten, wofür Accept bekannt waren. Nach vier Jahren Pause musste offenbar zunächst überprüft werden, ob die Maschine noch ansprang.

Sie sprang an.

Der Titelsong, I Don’t Wanna Be Like You und Slaves to Metal liefern klassischen Accept-Metal: Hoffmanns scharf geschnittene Gitarren, Baltes und Kaufmann als schweres Fundament und darüber jene Stimme, bei der Udo Dirkschneider seit jeher klingt, als habe jemand einen sehr wütenden kleinen Mann in eine Kreissäge eingebaut.

Objection Overruled ist deshalb weniger Neuerfindung als Wiederinbetriebnahme.

Manchmal ist genau das der Plan.

TRACKLIST

  1. Objection Overruled
  2. I Don’t Wanna Be Like You
  3. Protectors of Terror
  4. Slaves to Metal
  5. All or Nothing
  6. Bulletproof
  7. Amamos la Vida
  8. Sick, Dirty and Mean
  9. Donation
  10. Just by My Own
  11. This One’s for You

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ACE FREHLEYFREHLEY’S COMET1987
JAHR
1987
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Heavy Metal
TYP
Studioalbum / Debüt
LABEL
Megaforce / Atlantic
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
41:32
PRODUZENT
Eddie Kramer; Ace Frehley
AUFNAHMEORTE
Right Track Recording, New York City; Sound Ideas Studios, New York City; Master Sound Studios, Astoria, New York; Bear Tracks, Suffern, New York

BESETZUNG

  • Ace Frehley – Gitarre, Gesang
  • Tod Howarth – Gitarre, Keyboards, Gesang
  • John Regan – Bass
  • Anton Fig – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Ace Frehley hatte KISS 1982 verlassen. Fünf Jahre später erschien mit Frehley’s Comet endlich das Album, das beantworten sollte, was der ehemalige Spaceman außerhalb dieses ziemlich großen Mutterschiffs eigentlich macht.

Die Antwort lautet erfreulicherweise: Gitarre spielen.

Rock Soldiers verarbeitet Frehleys schwere Autounfall- und Alkoholphase ungewöhnlich direkt, während Into the Night und Calling to You deutlich melodischer arbeiten. Tod Howarth übernimmt bei einigen Stücken den Leadgesang, und mit Anton Fig sitzt ein alter Bekannter aus Frehleys KISS-Soloalbum von 1978 am Schlagzeug.

Am Ende steht Fractured Too, die Fortsetzung des Instrumentals Fractured Mirror.

Der Spaceman hatte KISS verlassen. Der Weltraum blieb offenbar sein Zuständigkeitsbereich.

TRACKLIST

  1. Rock Soldiers
  2. Breakout
  3. Into the Night
  4. Something Moved
  5. We Got Your Rock
  6. Love Me Right
  7. Calling to You
  8. Dolls
  9. Stranger in a Strange Land
  10. Fractured Too

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ACE FREHLEYSPACEMAN2018
JAHR
2018
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Album
LABEL
eOne
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
37:07
PRODUZENT
Ace Frehley; Alex Salzman; Warren Huart bei „Quantum Flux“
AUFNAHMEORT
Ace in the Hole Studios, Westchester, New York

BESETZUNG

  • Ace Frehley – Gesang, Gitarren, Bass (Tracks 2, 4–5, 7–9)
  • Gene Simmons – Bass (Track 1)
  • Scot Coogan – Schlagzeug (Tracks 1, 3–4, 7), Backing Vocals (Tracks 3–4)
  • Alex Salzman – Bass (Tracks 3, 6), Backing Vocals (Tracks 2–4)
  • Rachael Gordon – Backing Vocals (Tracks 2–3)
  • Matt Starr – Schlagzeug (Tracks 2, 6, 9)
  • Ronnie Mancuso – Gitarre (Tracks 4, 7)
  • Anton Fig – Schlagzeug (Tracks 5, 8)
  • Warren Huart – Gitarre (Track 9)

BORDCOMPUTER

Vierzig Jahre nach seinem ersten KISS-Soloalbum veröffentlichte Ace Frehley ein Album namens Spaceman. Niemand konnte behaupten, die Markenführung sei unklar.

Frehley übernimmt nicht nur sämtliche Gitarren, sondern auch einen beträchtlichen Teil der Bassarbeit. Gene Simmons taucht bei Without You I’m Nothing am Bass auf und war sogar derjenige, der Frehley den Albumtitel vorschlug. Für einen Moment befinden sich damit wieder zwei Viertel der ursprünglichen KISS-Besatzung im selben Raum.

Musikalisch versucht Spaceman nicht, Ace Frehley neu zu erfinden. Die Gitarren knirschen, die Soli haben seinen sofort erkennbaren, leicht taumelnden Ton und mit Quantum Flux endet die Platte standesgemäß instrumental im Weltraum.

Frehley war inzwischen 67 Jahre alt.

Der Bordcomputer erkennt keinen Grund, deshalb die Umlaufbahn zu verlassen.

TRACKLIST

  1. Without You I’m Nothing
  2. Rockin’ with the Boys
  3. Your Wish Is My Command
  4. Bronx Boy
  5. Pursuit of Rock and Roll
  6. I Wanna Go Back
  7. Mission to Mars
  8. Off My Back
  9. Quantum Flux

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AEROSMITHGET A GRIP1993
JAHR
1993
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Album
LABEL
Geffen
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
1:02:06
PRODUZENT
Bruce Fairbairn
AUFNAHMEORTE
A&M Studios, Los Angeles; Little Mountain Sound, Vancouver

BESETZUNG

  • Steven Tyler – Leadgesang, Keyboards, Mandoline, Mundharmonika, Percussion
  • Joe Perry – Gitarre, Backing Vocals, Leadgesang (Walk on Down)
  • Brad Whitford – Gitarre
  • Tom Hamilton – Bass
  • Joey Kramer – Schlagzeug
  • Desmond Child – Keyboards (Crazy)
  • John Webster – Keyboards
  • Richard Supa – Keyboards (Amazing)
  • Don Henley – Backing Vocals (Amazing)
  • Lenny Kravitz – Backing Vocals (Line Up)
  • Paul Baron – Trompete
  • Tom Keenlyside – Saxophon
  • Bruce Fairbairn – Trompete
  • Ian Putz – Baritonsaxophon
  • Bob Rogers – Posaune
  • Liainaiala Tagaloa – Log Drums (Eat the Rich)
  • Mapuhi T. Tekurio – Log Drums (Eat the Rich)
  • Aladd Alationa Teofilo – Log Drums (Eat the Rich)
  • Melvin Liufau – Log Drums (Eat the Rich)
  • Wesey Mamea – Log Drums (Eat the Rich)
  • Sandy Kanaeholo – Log Drums (Eat the Rich)

BORDCOMPUTER

Aerosmith hatten in den siebziger Jahren bereits eine Karriere gehabt, sie beinahe zerstört und in den achtziger Jahren beschlossen, einfach noch eine anzufangen. Permanent Vacation und Pump hatten diese zweite Karriere längst etabliert. Get a Grip machte sie riesig.

Bruce Fairbairn produziert die Band groß, glänzend und ausgesprochen radiotauglich. Gleichzeitig stehen mit Eat the Rich und Fever genügend Gitarren herum, damit niemand versehentlich glaubt, Aerosmith seien zu einer Balladengruppe geworden.

Dann kommen Cryin’, Crazy und Amazing. Drei große Balladen, aufwendige Videos und Steven Tyler in maximaler Steven-Tyler-Ausführung. Mitte der Neunziger konnte man MTV zeitweise einschalten und musste lediglich warten, bis Aerosmith wieder erschienen.

Bemerkenswert ist, dass unter all dieser Hochglanzproduktion immer noch diese alte, etwas schmutzige Band zu hören ist.

Sie hatte inzwischen nur ein erheblich größeres Budget.

TRACKLIST

  1. Intro
  2. Eat the Rich
  3. Get a Grip
  4. Fever
  5. Livin’ on the Edge
  6. Flesh
  7. Walk on Down
  8. Shut Up and Dance
  9. Cryin’
  10. Gotta Love It
  11. Crazy
  12. Line Up
  13. Amazing
  14. Boogie Man

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AEROSMITHBIG ONES1994
JAHR
1994
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Compilation
LABEL
Geffen
TITELANZAHL
16
GESAMTLAUFZEIT
78:40
PRODUZENT
Bruce Fairbairn; Michael Beinhorn
AUFNAHMEORTE
Little Mountain Sound Studios, Vancouver, British Columbia, Kanada; A&M Studios, Los Angeles, Kalifornien, USA; Power Station, New York City, New York, USA; Capri Digital Studios, Capri, Italien; San Diego Sports Arena, San Diego, Kalifornien, USA

BESETZUNG

  • Steven Tyler – Leadgesang, Keyboards, Mandoline, Mundharmonika
  • Joe Perry – Gitarre, Dulcimer, Backing Vocals
  • Brad Whitford – Gitarre
  • Tom Hamilton – E-Bass
  • Joey Kramer – Schlagzeug, Percussion
  • Thom Gimbel – Saxophon, Keyboards, Backing Vocals (Liveaufnahme von „Dude (Looks Like a Lady)“)

BORDCOMPUTER

Big Ones ist kein gewöhnliches Aerosmith-Album. Es ist die Bilanz ihrer Geffen-Jahre bis 1994 – und damit die Dokumentation einer der bemerkenswertesten zweiten Karrieren des Rock.

Dude (Looks Like a Lady), Rag Doll und Angel treffen auf Janie’s Got a Gun, What It Takes, Cryin’, Crazy und Livin’ on the Edge. Dazwischen stehen mit Walk on Water und Blind Man zwei neue Stücke.

Das Interessante an dieser Zusammenstellung ist deshalb weniger, dass hier viele Hits versammelt sind. Man hört chronologisch verdichtet, wie aus einer wiederauferstandenen Siebzigerjahre-Band eine der größten Rockbands der MTV-Ära wurde.

Eine Greatest-Hits-Sammlung ist normalerweise der Ort, an dem Geschichte ordentlich ins Regal gestellt wird.

Bei Aerosmith war die Geschichte zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht fertig.

TRACKLIST

  1. Walk on Water
  2. Love in an Elevator
  3. Rag Doll
  4. What It Takes
  5. Dude (Looks Like a Lady)
  6. Janie’s Got a Gun
  7. Cryin’
  8. Amazing
  9. Blind Man
  10. Deuces Are Wild
  11. The Other Side
  12. Crazy
  13. Eat the Rich
  14. Angel
  15. Livin’ on the Edge
  16. Dude (Looks Like a Lady) – Live

IN MEINEM ARCHIV

AEROSMITHNINE LIVES1997
JAHR
1997
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Album
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
1:02:49
PRODUZENT
Kevin Shirley; Aerosmith
AUFNAHMEORT
Avatar Studios, New York City

BESETZUNG

  • Steven Tyler – Leadgesang, Keyboards, Klavier, Hackbrett, Percussion, Handorgel, Mundharmonika
  • Joe Perry – Gitarre, Hackbrett, Slide-Gitarre, Backing Vocals
  • Brad Whitford – Gitarre, Akustikgitarre
  • Tom Hamilton – Bass, Chapman Stick
  • Joey Kramer – Schlagzeug
  • Ramesh Mishra – Sarangi
  • John Webster – Keyboards, Backing Vocals
  • Suzie Katayama – Streichinstrumente

BORDCOMPUTER

Nach Get a Grip hätten Aerosmith bequem versuchen können, denselben gewaltigen Erfolg noch einmal herzustellen. Stattdessen wechselten sie zurück zu Columbia, ihrem alten Label, verloren während der Entstehung ihren zunächst vorgesehenen Produzenten Glen Ballard und nahmen große Teile der Platte mit Kevin Shirley neu auf.

Nine Lives klingt entsprechend etwas unruhiger als sein Vorgänger. Der Titelsong springt beinahe aus den Lautsprechern, Falling in Love (Is Hard on the Knees) stolpert mit Bläsern durch die Gegend, Taste of India entdeckt Sitar-Klänge und Pink beweist, dass Steven Tyler auch aus einer Farbe einen vollständigen Aerosmith-Song bauen kann.

Natürlich gibt es mit Hole in My Soul und Full Circle wieder große Balladen.

Aerosmith waren 1997 längst eine Institution.

Erfreulicherweise benahmen sie sich nicht besonders institutionell.

TRACKLIST

  1. Nine Lives
  2. Falling in Love (Is Hard on the Knees)
  3. Hole in My Soul
  4. Taste of India
  5. Full Circle
  6. Something’s Gotta Give
  7. Ain’t That a Bitch
  8. The Farm
  9. Crash
  10. Kiss Your Past Good-Bye
  11. Pink
  12. Attitude Adjustment
  13. Fallen Angels

IN MEINEM ARCHIV

ALICE COOPERTRASH1989
JAHR
1989
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Glam Metal
TYP
Album
LABEL
Epic
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
40:14
PRODUZENT
Desmond Child
AUFNAHMEORTE
Bearsville Studios, Bearsville, New York; Blue Jay Recording Studios, Carlisle, Massachusetts; Grog Kill Studio, Woodstock, New York; Mediasound Studios, New York City; Power Station Studios, New York City; Right Track Recording, New York City; Sigma Sound Studios, New York City; The Complex Studios, Los Angeles, Kalifornien; Record Plant, Los Angeles, Kalifornien; The Village Recorder, Los Angeles, Kalifornien; Sanctuary Sound Studio, Rumson, New Jersey

BESETZUNG

  • Alice Cooper – Leadgesang
  • John McCurry – Gitarre
  • Hugh McDonald – Bass, Backing Vocals
  • Bobby Chouinard – Schlagzeug
  • Alan St. John – Keyboards, Backing Vocals
  • Steven Tyler – Gesang (Track 5)
  • Jon Bon Jovi – Gesang (Track 8)
  • Kip Winger – Gesang (Track 10)
  • Joe Perry – Gitarre (Track 3)
  • Richie Sambora – Gitarre (Track 9)
  • Steve Lukather – Gitarre (Track 9)
  • Kane Roberts – Gitarre (Track 6)
  • Guy Mann-Dude – Gitarre (Tracks 2, 4, 7)
  • Tom Hamilton – Bass (Track 8)
  • Joey Kramer – Schlagzeug (Track 8)
  • Stiv Bators – Backing Vocals
  • Mark Frazier – Gitarre (Track 8)
  • Jack Johnson – Gitarre (Track 8)
  • Paul Chiten – Keyboards
  • Steve Deutsch – Synthesizer
  • Gregg Mangiafico – Keyboards, Effekte

BORDCOMPUTER

Alice Cooper war Ende der achtziger Jahre bereits seit zwei Jahrzehnten damit beschäftigt, Rockmusik mit Guillotinen, Schlangen und allerlei anderen Personalproblemen zu verbinden. Auf Trash kam ein weiteres gefährliches Gerät hinzu: Desmond Child.

Der Produzent und Songwriter hatte kurz zuvor Bon Jovi zu enormen Refrains verholfen. Auf Trash erhält Alice Cooper dieselbe Behandlung. Die Gitarren glänzen, die Refrains sind riesig und bei Poison treffen Coopers alte Theaterfigur und der Hair Metal der späten Achtziger so sauber aufeinander, dass niemand mehr feststellen kann, wer hier eigentlich wen benutzt.

Joe Perry, Steven Tyler, Jon Bon Jovi, Richie Sambora und weitere Gäste schauen vorbei. Es herrscht reger Betrieb.

Trash modernisierte Alice Cooper nicht, indem es seine Vergangenheit versteckte.

Es gab dem Monster Haarspray.

TRACKLIST

  1. Poison
  2. Spark in the Dark
  3. House of Fire
  4. Why Trust You
  5. Only My Heart Talkin’
  6. Bed of Nails
  7. This Maniac’s in Love with You
  8. Trash
  9. Hell Is Living Without You
  10. I’m Your Gun

IN MEINEM ARCHIV

ALICE COOPERHEY STOOPID1991
JAHR
1991
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Album
LABEL
Epic
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
56:11
PRODUZENT
Peter Collins
AUFNAHMEORT
Bearsville Studios, New York

BESETZUNG

  • Alice Cooper – Leadgesang, Mundharmonika
  • Stef Burns – Gitarren
  • Hugh McDonald – Bass
  • Lance Bulen – Backing Vocals
  • Mickey Curry – Schlagzeug, Percussion
  • Slash – Gitarre (Track 1)
  • Joe Satriani – Gitarren (Tracks 1, 4, 7, 9, 12), Backing Vocals (Track 1)
  • Steve Vai – Gitarre (Track 7)
  • Vinnie Moore – Gitarren (Tracks 8, 11)
  • Mick Mars – Gitarre (Track 10)
  • Nikki Sixx – Bass (Track 7)
  • John Webster – Keyboards, Hammond-Orgel
  • Robert Bailey – Keyboards
  • Jai Winding – Keyboards (Track 6)
  • Steve Croes – Synclavier (Tracks 1, 10)
  • Ozzy Osbourne – Backing Vocals (Track 1)
  • Zachary Nevel – Backing Vocals (Track 1)

BORDCOMPUTER

Nach dem Erfolg von Trash hätte Alice Cooper das Rezept einfach wiederholen können.

Im Wesentlichen tat er genau das. Er lud nur noch mehr Leute ein.

Slash, Joe Satriani, Steve Vai, Vinnie Moore, Mick Mars, Nikki Sixx und Ozzy Osbourne gehören zu den Gästen auf Hey Stoopid. Bei Feed My Frankenstein spielen Satriani und Vai Gitarre und Sixx Bass. Das ist weniger eine Studiobesetzung als eine Situation, für die andere Bands ein Festival organisieren müssten.

Peter Collins gibt dem Album erneut den großen Hard-Rock-Klang seiner Zeit, aber Cooper selbst bleibt das Zentrum. Love’s a Loaded Gun, Might as Well Be on Mars und der Titelsong verbinden Melodie, Drama und jene leicht groteske Theaterwelt, die er lange vor der Hair-Metal-Ära erfunden hatte.

Die Achtziger waren vorbei.

Alice Coopers Frisur hatte die Nachricht noch nicht erhalten.

TRACKLIST

  1. Hey Stoopid
  2. Love’s a Loaded Gun
  3. Snakebite
  4. Burning Our Bed
  5. Dangerous Tonight
  6. Might as Well Be on Mars
  7. Feed My Frankenstein
  8. Hurricane Years
  9. Little by Little
  10. Die for You
  11. Dirty Dreams
  12. Wind-Up Toy

IN MEINEM ARCHIV

ALICE IN CHAINSFACELIFT1990
JAHR
1990
LAND
USA
GENRE
Alternative Metal / Grunge
TYP
Album
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
54:48
PRODUZENT
Dave Jerden
AUFNAHMEORTE
London Bridge Studio, Seattle; Capitol Recording Studios, Hollywood

BESETZUNG

  • Layne Staley – Leadgesang
  • Jerry Cantrell – Gitarre, Backing Vocals, Talkbox bei „Man in the Box“
  • Mike Starr – Bass, Backing Vocals
  • Sean Kinney – Schlagzeug, Percussion, Backing Vocals, Piano bei „Sea of Sorrow“

BORDCOMPUTER

Als Facelift 1990 erschien, war „Seattle“ noch keine international vertriebene musikalische Produktbezeichnung. Alice in Chains klangen ohnehin anders als vieles, was später unter Grunge einsortiert wurde.

Jerry Cantrells Gitarren kommen aus Metal und Hard Rock, bewegen sich aber in merkwürdigen, dunklen Intervallen. Darüber steht Layne Staley mit einer Stimme, die schon hier gleichzeitig enorme Kraft und etwas eigentümlich Gequältes besitzt. Bei Man in the Box finden beide Elemente erstmals vollständig zusammen.

Noch ist die Band direkter als auf Dirt. We Die Young und It Ain’t Like That drücken nach vorne, während Love, Hate, Love bereits zeigt, wie weit Alice in Chains einen Song in die Dunkelheit ziehen konnten.

Das Album heißt Facelift.

Die Gesichter auf dem Cover hätten vermutlich Einwände gegen das Ergebnis.

TRACKLIST

  1. We Die Young
  2. Man in the Box
  3. Sea of Sorrow
  4. Bleed the Freak
  5. I Can’t Remember
  6. Love, Hate, Love
  7. It Ain’t Like That
  8. Sunshine
  9. Put You Down
  10. Confusion
  11. I Know Somethin (Bout You)
  12. Real Thing

IN MEINEM ARCHIV

ALICE IN CHAINSSAP1992
JAHR
1992
LAND
USA
GENRE
Acoustic Rock / Grunge
TYP
EP
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
5
GESAMTLAUFZEIT
20:52
PRODUZENT
Alice in Chains; Rick Parashar
AUFNAHMEORT
London Bridge Studio, Seattle

BESETZUNG

  • Layne Staley – Gesang
  • Jerry Cantrell – Gitarre, Gesang
  • Mike Starr – Bass
  • Sean Kinney – Schlagzeug, Percussion
  • Ann Wilson – Gastgesang bei „Brother“ und „Am I Inside“
  • Chris Cornell – Gastgesang bei „Right Turn“
  • Mark Arm – Gastgesang bei „Right Turn“

BORDCOMPUTER

Zwischen Facelift und Dirt veröffentlichten Alice in Chains vier ernst gemeinte akustische Stücke und anschließend Love Song, bei dem die Musiker Instrumente tauschten und beschlossen, dass zwanzig Minuten Schwermut vermutlich ausreichend seien.

Sap zeigte früh, dass die Band ihre Wirkung nicht aus verzerrten Gitarren beziehen musste. Brother und Got Me Wrong leben von Cantrells Melodien und den Stimmen, Am I Inside ist beinahe gespenstisch. Ann Wilson von Heart singt bei zwei Stücken mit; bei Right Turn erscheinen zusätzlich Chris Cornell und Mark Arm unter dem angemessen absurden Gemeinschaftsnamen „Alice Mudgarden“.

Was zunächst wie eine kleine Nebenveröffentlichung wirkt, öffnete eine Tür.

Alice in Chains würden später noch sehr oft hindurchgehen.

TRACKLIST

  1. Brother
  2. Got Me Wrong
  3. Right Turn
  4. Am I Inside
  5. Love Song

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ALICE IN CHAINSDIRT1992
JAHR
1992
LAND
USA
GENRE
Grunge / Alternative Metal
TYP
Album
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
57:30
PRODUZENT
Dave Jerden; Alice in Chains
AUFNAHMEORTE
Eldorado Recording Studios, Los Angeles; London Bridge Studio, Seattle; One on One Recording, Los Angeles

BESETZUNG

  • Layne Staley – Gesang, Gitarre
  • Jerry Cantrell – Gitarre, Gesang
  • Mike Starr – Bass
  • Sean Kinney – Schlagzeug
  • Tom Araya – Gastgesang bei „Iron Gland“

BORDCOMPUTER

Alice in Chains waren 1992 längst nicht mehr nur eine weitere laute Band aus Seattle. Facelift hatte ihnen zwei Jahre zuvor die Tür geöffnet, Man in the Box hatte sie hindurchgeschoben. Auf Dirt gingen sie hinunter in den Keller.

Die Gitarren von Jerry Cantrell sind schwer und eigentümlich schief. Sie drücken nicht einfach nach vorne, sondern ziehen die Stücke nach unten. Darüber singt Layne Staley mit einer Stimme, die gleichzeitig gewaltig und erstaunlich verletzlich klingt. Wenn Cantrell dazukommt, entstehen jene dunklen zweistimmigen Harmonien, an denen man Alice in Chains nach wenigen Sekunden erkennen kann.

Auch inhaltlich ist Dirt kein besonders gastfreundlicher Ort. Sucht, Selbsttäuschung, Schmerz und Tod ziehen sich durch große Teile des Albums.

Und trotzdem ist Dirt keine Stunde musikalischer Hoffnungslosigkeit. Dafür sind die Songs zu gut. Them Bones benötigt zweieinhalb Minuten, um einen kleinen Krater zu hinterlassen. Down in a Hole ist beinahe schön. Und am Ende wartet Would?, als hätte die Band beschlossen, den Hörer wenigstens mit einem der größten Bassläufe der neunziger Jahre wieder an die Oberfläche zu schicken.

Dirt handelt nicht nur von Dunkelheit. An manchen Stellen hört man, dass ein Teil davon längst zum wirklichen Leben der Beteiligten gehörte.

Das ist der unangenehme Unterschied.

TRACKLIST

  1. Them Bones
  2. Dam That River
  3. Rain When I Die
  4. Down in a Hole
  5. Sickman
  6. Rooster
  7. Junkhead
  8. Dirt
  9. God Smack
  10. Iron Gland
  11. Hate to Feel
  12. Angry Chair
  13. Would?

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ALICE IN CHAINSJAR OF FLIES1994
JAHR
1994
LAND
USA
GENRE
Acoustic Rock / Alternative Rock
TYP
EP
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
7
GESAMTLAUFZEIT
30:49
PRODUZENT
Alice in Chains
AUFNAHMEORT
London Bridge Studio, Seattle

BESETZUNG

  • Layne Staley – Gesang
  • Jerry Cantrell – Gitarre, Gesang
  • Mike Inez – Bass, Gitarre, Begleitgesang
  • Sean Kinney – Schlagzeug, Percussion
  • Rebecca Clemons-Smith – Violine
  • Matthew Weiss – Violine
  • April Acevez – Viola
  • Justine Foy – Violoncello

BORDCOMPUTER

Nach Dirt hätten Alice in Chains problemlos noch schwerer werden können. Stattdessen gingen sie ins London Bridge Studio, begannen ohne fertige Songs und nahmen innerhalb ungefähr einer Woche Jar of Flies auf.

Mike Inez war nun erstmals auf einer Veröffentlichung vollständig Teil der Band. Sein Bass eröffnet Rotten Apple, bevor Gitarren, Stimme und Atmosphäre langsam darum herumwachsen.

Nutshell benötigt fast nichts. No Excuses besitzt einen beinahe freundlichen Rhythmus, solange man nicht zu genau hinhört. Streicher erscheinen, eine Mundharmonika taucht auf, Whale & Wasp kommt ganz ohne Gesang aus.

Alice in Chains hatten ihre Verstärker nicht abgeschafft. Sie hatten lediglich entdeckt, dass Stille ebenfalls ziemlich schwer sein kann.

Sieben Stücke genügten.

TRACKLIST

  1. Rotten Apple
  2. Nutshell
  3. I Stay Away
  4. No Excuses
  5. Whale & Wasp
  6. Don’t Follow
  7. Swing on This

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ALICE IN CHAINSALICE IN CHAINS1995
JAHR
1995
LAND
USA
GENRE
Grunge / Alternative Metal
TYP
Album
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
1:04:48
PRODUZENT
Toby Wright; Alice in Chains
AUFNAHMEORT
Bad Animals Studio, Seattle

BESETZUNG

  • Layne Staley – Gesang
  • Jerry Cantrell – Gitarre, Gesang
  • Mike Inez – Bass
  • Sean Kinney – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

1995 waren Alice in Chains eine erfolgreiche Band, die kaum noch wie eine funktionierende Band existierte. Layne Staleys Suchtprobleme erschwerten Proben und Aufnahmen, Tourneen waren unsicher geworden. In dieser Situation entstand das namenlose dritte Album.

Es klingt entsprechend nicht nach Aufbruch.

Grind beginnt mit einer Gitarre, die eher kriecht als läuft. Sludge Factory, Head Creeps und Frogs ziehen die Musik in zähe, teilweise fast psychedelische Räume. Daneben stehen mit Heaven Beside You und Over Now zwei von Cantrell gesungene Stücke, die bereits ahnen lassen, wie wichtig seine Stimme künftig werden würde.

Das dreibeinige Tier auf dem Cover gab der Platte ihren inoffiziellen Namen: „Tripod“.

Alice in Chains hatten ein Album aufgenommen, das gleichzeitig schwer, müde und seltsam entrückt klingt.

Danach sollte es vierzehn Jahre lang kein neues Studioalbum mehr geben.

TRACKLIST

  1. Grind
  2. Brush Away
  3. Sludge Factory
  4. Heaven Beside You
  5. Head Creeps
  6. Again
  7. Shame in You
  8. God Am
  9. So Close
  10. Nothin’ Song
  11. Frogs
  12. Over Now

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ALICE IN CHAINSMTV UNPLUGGED1996
JAHR
1996
LAND
USA
GENRE
Acoustic Rock / Grunge
TYP
Livealbum
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
1:11:26
PRODUZENT
Alice in Chains; Toby Wright
AUFNAHMEORT
Majestic Theatre, Brooklyn Academy of Music, New York

BESETZUNG

  • Layne Staley – Gesang, Gitarre
  • Jerry Cantrell – akustische Gitarre, Gesang
  • Mike Inez – akustischer Bass, Gesang
  • Sean Kinney – Schlagzeug, Percussion
  • Scott Olson – akustische Gitarre

BORDCOMPUTER

Am 10. April 1996 standen Alice in Chains für MTV erstmals seit langer Zeit wieder gemeinsam auf einer Bühne. Keine Verstärkerwand, keine große Show. Teppiche, Kerzen, akustische Instrumente und vier Musiker, bei denen man wusste, dass nicht alles in Ordnung war.

Gerade deshalb funktioniert diese Aufnahme.

Nutshell eröffnet den Abend beinahe ohne Schutz. Stücke wie Down in a Hole, Rooster oder Would? verlieren durch die akustischen Arrangements nichts von ihrem Gewicht. Sludge Factory muss nach einem Fehler noch einmal begonnen werden. Die Szene bleibt auf der Veröffentlichung erhalten.

Das ist wichtig. Unplugged wirkt nicht wie ein sorgfältig konserviertes Denkmal, sondern wie ein Abend, der tatsächlich stattgefunden hat.

Am Ende steht mit Killer Is Me sogar ein neues Stück.

Eine Band, die kaum noch gemeinsam auftrat, spielte eines ihrer intimsten Konzerte.

TRACKLIST

  1. Nutshell
  2. Brother
  3. No Excuses
  4. Sludge Factory
  5. Down in a Hole
  6. Angry Chair
  7. Rooster
  8. Got Me Wrong
  9. Heaven Beside You
  10. Would?
  11. Frogs
  12. Over Now
  13. Killer Is Me

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ALICE IN CHAINSBLACK GIVES WAY TO BLUE2009
JAHR
2009
LAND
USA
GENRE
Alternative Metal / Hard Rock
TYP
Album
LABEL
Virgin / EMI
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
54:13
PRODUZENT
Nick Raskulinecz; Alice in Chains
AUFNAHMEORTE
Studio 606, Northridge; Henson Recording Studios, Hollywood

BESETZUNG

  • Jerry Cantrell – Gitarre, Gesang
  • William DuVall – Gitarre, Gesang
  • Mike Inez – Bass
  • Sean Kinney – Schlagzeug, Percussion
  • Elton John – Piano bei „Black Gives Way to Blue“

BORDCOMPUTER

Vierzehn Jahre nach dem letzten Studioalbum und sieben Jahre nach Layne Staleys Tod erschien tatsächlich ein neues Alice-in-Chains-Album.

Das hätte sehr leicht falschgehen können.

William DuVall versucht klugerweise nicht, Staley nachzubauen. Stattdessen teilt er sich die Stimmen mit Jerry Cantrell, und genau dort entsteht wieder etwas Vertrautes: diese dunklen Harmonien, die sofort nach Alice in Chains klingen, obwohl eine der beiden Stimmen neu ist.

All Secrets Known eröffnet beinahe programmatisch. Check My Brain besitzt eines jener schiefen Cantrell-Riffs, die eigentlich falsch klingen müssten und deshalb vollkommen richtig sind. Am Ende steht der Titelsong, Cantrells Abschied von Staley, begleitet von Elton John am Klavier.

Black Gives Way to Blue versucht nicht, 1995 fortzusetzen.

Es beantwortet eine schwierigere Frage:

Wie bleibt man dieselbe Band, wenn jemand fehlt, der nicht ersetzt werden kann?

TRACKLIST

  1. All Secrets Known
  2. Check My Brain
  3. Last of My Kind
  4. Your Decision
  5. A Looking in View
  6. When the Sun Rose Again
  7. Acid Bubble
  8. Lesson Learned
  9. Take Her Out
  10. Private Hell
  11. Black Gives Way to Blue

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ALICE IN CHAINSTHE DEVIL PUT DINOSAURS HERE2013
JAHR
2013
LAND
USA
GENRE
Alternative Metal
TYP
Album
LABEL
Capitol
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
1:07:18
PRODUZENT
Nick Raskulinecz; Alice in Chains
AUFNAHMEORT
Henson Recording Studios, Los Angeles

BESETZUNG

  • Jerry Cantrell – Gitarre, Gesang
  • William DuVall – Gitarre, Gesang
  • Mike Inez – Bass
  • Sean Kinney – Schlagzeug, Percussion

BORDCOMPUTER

Black Gives Way to Blue musste 2009 zunächst beweisen, dass Alice in Chains überhaupt weiterexistieren konnten. Vier Jahre später war diese Frage erledigt.

The Devil Put Dinosaurs Here kann sich deshalb wieder mit Musik beschäftigen.

Und die ist schwer. Hollow eröffnet mit einem Riff, das sich mit ungefähr derselben Geschwindigkeit bewegt wie tektonische Platten. Stone macht anschließend deutlich, dass Jerry Cantrell noch immer ungewöhnliche Dinge mit wenigen Gitarrentönen anstellen kann.

Gleichzeitig ist William DuVall inzwischen weniger „der neue Sänger“ als Teil einer Band, deren Gesang wieder aus dem Zusammenspiel zweier Stimmen entsteht.

Der Titelsong beschäftigt sich mit religiösem Fundamentalismus und der Vorstellung, Dinosaurierfossilien seien zur Prüfung des Glaubens platziert worden.

Der Bordcomputer besitzt umfangreiche Datenbanken zur Erdgeschichte.

Er empfiehlt dennoch, zunächst das Album zu hören.

TRACKLIST

  1. Hollow
  2. Pretty Done
  3. Stone
  4. Voices
  5. The Devil Put Dinosaurs Here
  6. Lab Monkey
  7. Low Ceiling
  8. Breath on a Window
  9. Scalpel
  10. Phantom Limb
  11. Hung on a Hook
  12. Choke

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ALICE IN CHAINSRAINIER FOG2018
JAHR
2018
LAND
USA
GENRE
Alternative Metal / Grunge / Alternative Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
BMG
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
53:55
PRODUZENT
Nick Raskulinecz; Alice in Chains
AUFNAHMEORTE
Studio X, Seattle; Henson Recording Studios, Los Angeles; Casa de Cantrell; Dark Horse Studios/Rock Falcon Studio, Franklin, Tennessee

BESETZUNG

  • Jerry Cantrell – Gitarre, Gesang
  • William DuVall – Gesang, Gitarre
  • Mike Inez – Bass
  • Sean Kinney – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nach Black Gives Way to Blue und The Devil Put Dinosaurs Here war längst geklärt, dass Alice in Chains auch ohne Layne Staley eine Zukunft besitzen. Auf Rainier Fog richtet die Band den Blick deshalb nicht mehr auf ihre eigene Wiederauferstehung, sondern zurück auf den Ort, an dem alles begonnen hatte.

Der Titel verweist auf den Mount Rainier und auf Seattle. Dort nahm die Band erstmals seit dem selbstbetitelten Album von 1995 wieder einen wesentlichen Teil einer Platte auf. Entsprechend hängt über Rainier Fog viel Vergangenheit, ohne dass Alice in Chains versuchen, 1992 noch einmal herzustellen.

Jerry Cantrell und William DuVall verschränken ihre Stimmen inzwischen so selbstverständlich, dass die alten Alice-in-Chains-Harmonien erhalten bleiben und trotzdem anders klingen. The One You Know arbeitet mit einem kantigen Cantrell-Riff, Drone lässt sich sechseinhalb Minuten Zeit, und All I Am beendet das Album erst nach mehr als sieben.

Selbst Chris DeGarmo von Soundgarden-Nachbarn Queensrÿche taucht mit einer akustischen Gitarre auf.

Der Nebel liegt also noch über Seattle.

Alice in Chains hatten nur gelernt, darin zu navigieren.

TRACKLIST

  1. The One You Know
  2. Rainier Fog
  3. Red Giant
  4. Fly
  5. Drone
  6. Deaf Ears Blind Eyes
  7. Maybe
  8. So Far Under
  9. Never Fade
  10. All I Am

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ALMANACTSAR2016
JAHR
2016
LAND
Deutschland
GENRE
Symphonic Metal / Progressive Metal
TYP
Album
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
52:17
PRODUZENT
Victor Smolski
AUFNAHMEORTE
mehrere Produktionsorte, darunter Greenman Studios, Heyday Studio, Audiofloor, Medusa Studios und Kovaliov Studio.

BESETZUNG

  • Victor Smolski – Gitarren
  • Jeannette Marchewka – Gesang
  • Andy B. Franck – Gesang
  • David Readman – Gesang
  • Armin Alic – Bass
  • Michael Kolar – Schlagzeug
  • Enric Garcia – Keyboards
  • Orquestra Barcelona Filharmonia – Orchester

BORDCOMPUTER

Nach seinem Ausstieg bei Rage hätte Victor Smolski eine neue Metalband gründen können.

Stattdessen gründete er Almanac und brachte vorsichtshalber mehrere Sänger, ein Orchester und einen klassischen Chor mit.

Tsar ist das Debüt dieser Konstruktion. Die Erfahrung aus Smolskis Arbeit mit dem Lingua Mortis Orchestra ist überall zu hören, aber die orchestralen Elemente sitzen nicht einfach dekorativ hinter einer Metalband. Sie gehören zu den Arrangements. Gitarren, Chor und Orchester arbeiten am selben Material.

Mit Andy B. Franck, David Readman und Jeannette Marchewka stehen zudem drei sehr unterschiedliche Stimmen zur Verfügung. Das Album kann dadurch zwischen Power Metal, progressiven Passagen und beinahe soundtrackartigen Momenten wechseln, ohne jedes Mal das Personal austauschen zu müssen.

Der Titel lautet Tsar.

Bescheidenheit war offenbar nicht Teil des Produktionskonzepts.

TRACKLIST

  1. Tsar
  2. Self-Blinded Eyes
  3. Darkness
  4. Hands Are Tied
  5. Children of the Future
  6. No More Shadows
  7. Nevermore
  8. Reign of Madness
  9. Flames of Fate

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ALTER BRIDGEBLACKBIRD2007
JAHR
2007
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Alternative Metal
TYP
Album
LABEL
Universal Republic
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
59:10
PRODUZENT
Michael „Elvis“ Baskette
AUFNAHMEORTE
Blackbird Studio, Nashville; Studio Barbarosa, Virginia

BESETZUNG

  • Myles Kennedy – Gesang, Gitarre
  • Mark Tremonti – Gitarre, Gesang
  • Brian Marshall – Bass
  • Scott Phillips – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Das erste Alter-Bridge-Album One Day Remains war noch stark von Mark Tremonti geprägt worden. Für Blackbird änderte sich das Kräfteverhältnis. Myles Kennedy spielte nun ebenfalls Gitarre und beteiligte sich wesentlich stärker am Songwriting.

Plötzlich war Alter Bridge nicht mehr bloß jene Band, die aus drei ehemaligen Creed-Musikern und einem anderen Sänger bestand.

Michael Baskette gibt den Gitarren erhebliches Gewicht, ohne die großen Melodien zu begraben. Ties That Bind und White Knuckles zeigen die härtere Seite, Watch Over You die ruhigere. Im Zentrum steht der fast achtminütige Titelsong mit seinem langen Gitarrensolo von Kennedy und Tremonti.

Zwei ausgezeichnete Gitarristen in derselben Band führen gelegentlich zu organisatorischen Schwierigkeiten.

Alter Bridge beschlossen offenbar, einfach beide spielen zu lassen.

Mit Blackbird fanden sie den Klang, auf dem ein großer Teil ihrer weiteren Geschichte aufbauen würde.

TRACKLIST

  1. Ties That Bind
  2. Come to Life
  3. Brand New Start
  4. Buried Alive
  5. Coming Home
  6. Before Tomorrow Comes
  7. Rise Today
  8. Blackbird
  9. One by One
  10. Watch Over You
  11. Break Me Down
  12. White Knuckles
  13. Wayward One

IN MEINEM ARCHIV

ALTER BRIDGEFORTRESS2013
JAHR
2013
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Alternative Metal / Progressive Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Roadrunner Records
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
62:52
PRODUZENT
Michael „Elvis“ Baskette
AUFNAHMEORT
Studio Barbarosa, Orlando, Florida

BESETZUNG

  • Myles Kennedy – Gesang, Gitarre
  • Mark Tremonti – Gitarre, Gesang
  • Brian Marshall – Bass
  • Scott Phillips – Schlagzeug.

BORDCOMPUTER

Alter Bridge waren auf Fortress längst keine Band mehr, die man sinnvoll über die früheren Arbeitgeber ihrer Mitglieder erklären musste. Das vierte Album klingt vielmehr nach vier Musikern, die herausgefunden hatten, wie weit sie ihr eigenes Modell belasten konnten, ohne dass es auseinanderfällt.

Mark Tremontis schwere Riffs stehen weiterhin im Maschinenraum. Darüber bekommt die Musik aber deutlich mehr Platz für lange Spannungsbögen, Taktwechsel und ausgedehnte Gitarrenarbeit. Myles Kennedy muss dabei gleichzeitig gegen eine ziemlich massive Wand ansingen und über ihr schweben. Er erledigt beides.

Schon Cry of Achilles beginnt nicht mit dem erwartbaren Hard-Rock-Handschlag, sondern mit akustischer Gitarre und nimmt sich anschließend sechseinhalb Minuten Zeit. Der Titelsong benötigt sogar mehr als sieben.

Fortress ist deshalb ein gutes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn eine erfolgreiche Rockband beschließt, ihre Songs nicht einfacher zu machen.

Die Festung wurde nicht höher gebaut. Der Grundriss wurde komplizierter.

TRACKLIST

  1. Cry of Achilles
  2. Addicted to Pain
  3. Bleed It Dry
  4. Lover
  5. The Uninvited
  6. Peace Is Broken
  7. Calm the Fire
  8. Waters Rising
  9. Farther Than the Sun
  10. Cry a River
  11. All Ends Well
  12. Fortress

IN MEINEM ARCHIV

ALTER BRIDGELIVE AT THE O2 ARENA + RARITIES2017
JAHR
2017
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Alternative Metal
TYP
Livealbum + Raritäten-Sammlung
LABEL
Napalm Records
TITELANZAHL
30
GESAMTLAUFZEIT
2:30:43
PRODUZENT
Brian Sperber (Live-CDs); Alter Bridge (Live-CDs); Ben Grosse (Rarities-CD); Michael „Elvis“ Baskette (Rarities-CD)
AUFNAHMEORT
O2 Arena, London, 24. November 2016

BESETZUNG

  • Myles Kennedy – Leadgesang, Gitarre; Akustikgitarre bei „Watch Over You“
  • Mark Tremonti – Gitarre, Gesang
  • Brian Marshall – Bass
  • Scott Phillips – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Alter Bridge hatten 2016 einen Punkt erreicht, an dem sich eine ziemlich einfache Frage stellte: Wie groß war diese Band inzwischen eigentlich geworden?

Die Antwort lautet: O2 Arena.

Das Londoner Konzert umfasst Material aus der gesamten bisherigen Karriere. Blackbird, Metalingus und Open Your Eyes stehen neben damals neuen Stücken aus The Last Hero. Mark Tremonti übernimmt bei Waters Rising den Gesang, Myles Kennedy spielt Watch Over You allein akustisch.

Interessanter für ein physisches Archiv ist allerdings die dritte CD. Dort liegen Songs, die jahrelang über Bonusfassungen und japanische Ausgaben verstreut waren, plötzlich gemeinsam in einer Schachtel.

Streaming hat für solche Dinge eine Suchfunktion.

Der Tonträger hat eine dritte CD.

TRACKLIST

  1. The Writing on the Wall
  2. Come to Life
  3. Addicted to Pain
  4. Ghost of Days Gone By
  5. Cry of Achilles
  6. The Other Side
  7. Farther Than the Sun
  8. Ties That Bind
  9. Waters Rising
  10. Crows on a Wire
  11. Watch Over You (Solo Acoustic)
  12. Isolation
  13. Blackbird
  14. Metalingus
  15. Open Your Eyes
  16. Show Me a Leader
  17. Rise Today
  18. Poison in Your Veins
  19. My Champion
  20. Breathe
  21. Cruel Sun
  22. Solace
  23. New Way to Live
  24. The Damage Done
  25. We Don't Care at All
  26. Zero
  27. Home
  28. Never Born to Follow
  29. Never Say Die (Outright)
  30. Symphony of Agony (The Last of Our Kind)

IN MEINEM ARCHIV

ALTER BRIDGEWALK THE SKY2019
JAHR
2019
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Alternative Metal / Progressive Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Napalm Records
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
1:00:18
PRODUZENT
Michael „Elvis“ Baskette
AUFNAHMEORT
Studio Barbarosa, Orlando, Florida, USA

BESETZUNG

  • Myles Kennedy – Gesang, Gitarre
  • Mark Tremonti – Gitarre, Gesang
  • Brian Marshall – Bass
  • Scott Phillips – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nach fünf Alben hätte Alter Bridge ihre Konstruktion problemlos weiterbetreiben können: Tremontis schwere Gitarren, Kennedys große Melodien und dazwischen genügend Raum für ausgedehnte Soli.

Auf Walk the Sky tauchen stattdessen Synthesizer auf.

Sie ersetzen die Gitarren nicht. Das wäre bei Mark Tremonti vermutlich ohnehin nur mit erheblichem administrativem Aufwand möglich. Stücke wie Pay No Mind und Godspeed benutzen elektronische Flächen vielmehr als zusätzliche Ebene unter einer weiterhin eindeutig erkennbaren Band.

Forever Falling lässt Tremonti wieder den Leadgesang übernehmen, während Dying Light das Album mit jener Mischung aus Schwere, Melodie und längeren Spannungsbögen beendet, die Alter Bridge inzwischen sehr selbstverständlich beherrschen.

Nach fünfzehn Jahren erweitert die Band damit ihren Wortschatz, ohne die Sprache zu wechseln.

Alter Bridge entdeckten Synthesizer. Die Gitarren wurden vorsorglich nicht informiert.

TRACKLIST

  1. One Life
  2. Wouldn’t You Rather
  3. In the Deep
  4. Godspeed
  5. Native Son
  6. Take the Crown
  7. Indoctrination
  8. The Bitter End
  9. Pay No Mind
  10. Forever Falling
  11. Clear Horizon
  12. Walking on the Sky
  13. Tear Us Apart
  14. Dying Light

IN MEINEM ARCHIV

AMON AMARTHBERSERKER2019
JAHR
2019
LAND
Schweden
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Metal Blade Records
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
56:57
PRODUZENT
Jay Ruston
AUFNAHMEORT
Sphere Studios, North Hollywood

BESETZUNG

  • Johan Hegg – Gesang
  • Olavi Mikkonen – Gitarre
  • Johan Söderberg – Gitarre
  • Ted Lundström – Bass
  • Jocke Wallgren – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Amon Amarth hatten 2019 bereits mehr als zwei Jahrzehnte damit verbracht, aus nordischer Mythologie und Geschichte melodischen Death Metal zu bauen. Der Materialvorrat war offenbar noch nicht erschöpft.

Berserker beginnt mit Fafnir, besucht Thor und seine beiden Wölfe und landet zwischendurch im Jahr 1066. The Berserker at Stamford Bridge erzählt von dem legendären norwegischen Krieger, der der Überlieferung nach eine englische Flussquerung beinahe allein verteidigte.

Musikalisch bleibt das Fundament vertraut: zweistimmige Gitarrenmelodien, große Riffs und Johan Heggs Stimme, die auch eine Einkaufsliste vermutlich wie eine Überlieferung aus der Wikingerzeit klingen ließe.

Dabei erlaubt sich das Album mehr Dynamik als der Bandname zunächst vermuten lässt. Into the Dark beendet die Platte ungewöhnlich persönlich und nachdenklich.

Zwölf Stücke später war Walhall noch immer nicht voll.

TRACKLIST

  1. Fafner’s Gold
  2. Crack the Sky
  3. Mjölnir, Hammer of Thor
  4. Shield Wall
  5. Valkyria
  6. Raven’s Flight
  7. Ironside
  8. The Berserker at Stamford Bridge
  9. When Once Again We Can Set Our Sails
  10. Skoll and Hati
  11. Wings of Eagles
  12. Into the Dark

IN MEINEM ARCHIV

AMORPHISTALES FROM THE THOUSAND LAKES1994
JAHR
1994
LAND
Finnland
GENRE
Melodic Death Metal / Death Doom
TYP
Studioalbum
LABEL
Relapse Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
39:53
PRODUZENT
Amorphis & Tomas Skogsberg; Executive Producer: Matthew F. Jacobson, William J. Yurkiewicz Jr.
AUFNAHMEORT
Sunlight Studio, Stockholm

BESETZUNG

  • Tomi Koivusaari – Gesang, Rhythmusgitarre
  • Esa Holopainen – Leadgitarre
  • Olli-Pekka Laine – Bass
  • Jan Rechberger – Schlagzeug
  • Kasper Mårtenson – Keyboards/Moog
  • Ville Tuomi – klarer Gastgesang. Aufgenommen und gemischt wurde im September 1993 im Sunlight Studio.

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Amorphis nahmen für ihr zweites Album Geschichten aus dem finnischen Kalevala und stellten sie ins Sunlight Studio, jenen Stockholmer Ort, an dem Anfang der Neunziger bereits eine beträchtliche Menge schwedischen Death Metals entstanden war.

Das Ergebnis klingt trotzdem kaum wie ein gewöhnliches Produkt dieser Umgebung.

Death-Metal-Gitarren treffen auf Keyboards, wiederkehrende Melodien und eine eigentümlich alte, beinahe feierliche Atmosphäre. Besonders Black Winter Day zeigt, wohin das führt: Der Song ist schwer und dunkel, besitzt aber eine Melodie, die sich verhält, als hätte sie dort schon einige Jahrhunderte gewartet.

Der klare Gastgesang von Ville Tuomi erweitert das Vokabular zusätzlich. Amorphis hatten damit bereits 1994 Elemente zusammengebracht, aus denen sich später ein beträchtlicher Teil des melodischen europäischen Metals bedienen sollte.

Finnische Nationaldichtung hatte nun elektrische Gitarren. Sie scheint den Eingriff überstanden zu haben.

TRACKLIST

  1. Thousand Lakes
  2. Into Hiding
  3. The Castaway
  4. First Doom
  5. Black Winter Day
  6. Drowned Maid
  7. In the Beginning
  8. Forgotten Sunrise
  9. To Fathers Cabin
  10. Magic and Mayhem

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AMORPHISTUONELA1999
JAHR
1999
LAND
Finnland
GENRE
Progressive Metal / Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Relapse Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
46:43
PRODUZENT
Simon Efemey
AUFNAHMEORT
Finnvox Studios, Helsinki

BESETZUNG

  • Pasi Koskinen – Gesang
  • Tomi Koivusaari – Rhythmusgitarre, Sitar
  • Esa Holopainen – Lead-/Akustikgitarre
  • Olli-Pekka Laine – Bass
  • Pekka Kasari – Schlagzeug/Percussion; Gäste: Santeri Kallio – Keyboards, Sakari Kukko – Saxophon/Flöte. Aufgenommen und gemischt Oktober/November 1998 bei Finnvox.

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Fünf Jahre nach Tales from the Thousand Lakes waren Amorphis an einem anderen Ort angekommen. Die finnische Mythologie war noch da. Die Band hatte nur aufgehört, sie ausschließlich mit Death Metal zu vertonen.

Auf Tuonela treten die Keyboards zurück, während psychedelischer Rock, Folk, akustische Gitarren und sogar Sitar, Saxophon und Flöte in die Musik gelangen. Pasi Koskinens klarer Gesang steht zunehmend im Zentrum; die alten Growls tauchen nur noch punktuell auf.

Das Bemerkenswerte daran ist, dass Amorphis trotz dieser Verschiebung nicht leichter zuzuordnen wurden. Sie tauschten eine eindeutige Schublade gegen mehrere halb geöffnete.

Der Titelsong wirkt entsprechend weniger wie Metal mit folkloristischer Dekoration als wie Musik, in der beide Seiten längst aufgehört haben, ihre Herkunftspapiere vorzuzeigen.

Amorphis verließen den Death Metal. Eine Wegbeschreibung hinterließen sie nicht.

TRACKLIST

  1. The Way
  2. Morning Star
  3. Nightfall
  4. Tuonela
  5. Greed
  6. Divinity
  7. Shining
  8. Withered
  9. Rusty Moon
  10. Summer’s End

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AMORPHISSILENT WATERS2007
JAHR
2007
LAND
Finnland
GENRE
Melodic Death Metal / Progressive Metal / Folk Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
46:54
PRODUZENT
Marco Hietala
AUFNAHMEORT
Sonic Pump Studios, Helsinki; weitere Aufnahmen u. a. Finnvox

BESETZUNG

  • Tomi Joutsen – Gesang
  • Esa Holopainen – Gitarre
  • Tomi Koivusaari – Gitarre
  • Santeri Kallio – Keyboards
  • Niclas Etelävuori – Bass
  • Jan Rechberger – Schlagzeug

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Mit Eclipse hatten Amorphis zwei Jahre zuvor Tomi Joutsen eingeführt und gleichzeitig verschiedene Phasen ihrer eigenen Geschichte wieder miteinander verbunden.

Silent Waters zeigt, dass das kein einmaliger Vorgang war.

Joutsen wechselt selbstverständlich zwischen klarem Gesang und Growls, während Esa Holopainen und Tomi Koivusaari jene melancholischen Gitarrenmelodien spielen, die inzwischen fast so eindeutig nach Amorphis klingen wie ein Bandlogo. Keyboards und Folk-Elemente geben den Stücken zusätzliche Farbe, ohne sie mit Dekoration zu überladen.

Die Texte greifen erneut auf finnische Überlieferung zurück, diesmal auf die Kullervo-Geschichte aus dem Kalevala. Damit kehrt auch inhaltlich etwas zurück, das schon Tales from the Thousand Lakes geprägt hatte.

Nur klingt die Band dreizehn Jahre später völlig anders.

Die tausend Seen waren noch da. Inzwischen war es etwas stiller geworden.

TRACKLIST

  1. Weaving the Incantation
  2. A Servant
  3. Silent Waters
  4. Towards and Against
  5. I of Crimson Blood
  6. Her Alone
  7. Enigma
  8. Shaman
  9. The White Swan
  10. Black River

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AMORPHISCIRCLE2013
JAHR
2013
LAND
Finnland
GENRE
Melodic Death Metal / Progressive Metal / Folk Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
46:23
PRODUZENT
Peter Tägtgren
AUFNAHMEORT
Petrax Studios und 5K Studios, Finnland; Mix in Tägtgrens Abyss Studio, Schweden

BESETZUNG

  • Tomi Joutsen – Gesang
  • Esa Holopainen – Gitarre
  • Tomi Koivusaari – Gitarre
  • Santeri Kallio – Keyboards
  • Niclas Etelävuori – Bass
  • Jan Rechberger – Schlagzeug

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Nach mehreren Alben mit derselben Besetzung änderten Amorphis diesmal eine andere Variable: Peter Tägtgren übernahm die Produktion.

Das Ergebnis klingt unmittelbarer und stellenweise härter. Shades of Gray setzt Tomi Joutsens Growls weit nach vorne, während Narrow Path mit Folk-Melodien und Flöten fast am anderen Ende des Amorphis-Spektrums steht. Dazwischen verbinden The Wanderer und Hopeless Days große klare Gesangslinien mit jener eigentümlich finnischen Melancholie, die diese Band inzwischen zuverlässig herstellen kann.

Die Texte bilden eine zusammenhängende Geschichte um einen Menschen, der durch eine Krise geführt wird und dabei Kraft und einen neuen Weg findet. Anders als bei früheren Alben stammt die Handlung nicht unmittelbar aus dem Kalevala, wurde aber erneut von Pekka Kainulainen geschrieben.

Der Kreis im Titel bezeichnet damit weniger eine Rückkehr zum Anfang als einen abgeschlossenen Weg.

Amorphis schlossen den Kreis. Erstaunlicherweise führte er trotzdem weiter.

TRACKLIST

  1. Shades of Gray
  2. Mission
  3. The Wanderer
  4. Narrow Path
  5. Hopeless Days
  6. Nightbird’s Song
  7. Into the Abyss
  8. Enchanted by the Moon
  9. A New Day

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AMORPHISQUEEN OF TIME2018
JAHR
2018
LAND
Finnland
GENRE
Progressive Metal / Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
57:29
PRODUZENT
Jens Bogren
AUFNAHMEORT
Fascination Street Studios, Örebro; zusätzliche Aufnahmen u. a. in Finnland und Israel

BESETZUNG

  • Tomi Joutsen -- Gesang
  • Esa Holopainen -- Leadgitarre
  • Tomi Koivusaari -- Rhythmusgitarre
  • Santeri Kallio -- Keyboards
  • Olli-Pekka Laine -- Bass
  • Jan Rechberger -- Schlagzeug

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Nach Silent Waters und Circle begegnen uns Amorphis im Archiv ein weiteres Mal. Auf Queen of Time ist inzwischen allerdings deutlich mehr Personal unterwegs.

Chöre, Orchester, Flöten, Saxophon und orientalische Instrumente erweitern die ohnehin schwer einzuordnende Mischung der Finnen. Produzent Jens Bogren hält das erstaunlich große Ensemble zusammen. Selbst wenn Daughter of Hate plötzlich ein Saxophon hereinlässt, bleibt die Platte unverkennbar Amorphis.

Mit Olli-Pekka Laine ist außerdem der ursprüngliche Bassist zurück. Und bei Amongst Stars taucht eine Stimme auf, die in unserem Tonarchiv bereits ein eigenes Fach besitzt: Anneke van Giersbergen.

Die frühen Amorphis erzählten von tausend Seen. Fast ein Vierteljahrhundert später benötigen sie zusätzlich ein Orchester.

Finnland war offenbar größer geworden.

TRACKLIST

  1. The Bee
  2. Message in the Amber
  3. Daughter of Hate
  4. The Golden Elk
  5. Wrong Direction
  6. Heart of the Giant
  7. We Accursed
  8. Grain of Sand
  9. Amongst Stars
  10. Pyres on the Coast

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AMPLIFIERTHE OCTOPUS2011
JAHR
2011
LAND
England
GENRE
Progressive Rock / Space Rock / Alternative Rock
TYP
Studioalbum / Doppelalbum
LABEL
Ampcorp
TITELANZAHL
16
GESAMTLAUFZEIT
2:00:33
PRODUZENT
Sel Balamir
AUFNAHMEORT
The Chapel, South Thoresby, England

BESETZUNG

  • Sel Balamir – Gitarre, Gesang
  • Neil Mahony – Bass
  • Matt Brobin – Schlagzeug
  • Charlie Barnes – Klavier
  • Mike Vennart – Backing Vocals
  • Claire Lemmon – Backing Vocals
  • Rose Kemp – Gesang (The Sick Rose, Golden Ratio)
  • Denise Johnson – Backing Vocals
  • Kemal L. Freaktide – Stimme
  • Tom Knott – Trompete

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Amplifier hatten für ihr drittes Album keinen besonderen Drang zur Kürze. The Octopus verteilt sich auf zwei CDs, sechzehn Stücke und ungefähr zwei Stunden Musik. Ein Song heißt Trading Dark Matter on the Stock Exchange. Er dauert elfeinhalb Minuten. Damit sind die Betriebsbedingungen hinreichend beschrieben.

Sel Balamir und seine Mitspieler bewegen sich zwischen schweren Gitarrenriffs, Space Rock, Progressive Rock und langen atmosphärischen Passagen. Wiederkehrende Motive halten das gewaltige Gebilde zusammen, während der namensgebende Oktopus weniger als Tier denn als Symbol eines verzweigten Systems funktioniert.

Bemerkenswert ist auch die Entstehung: Nach Problemen mit der bisherigen Plattenfirma brachte die Band das Album schließlich über das eigene Label Ampcorp heraus.

The Octopus ist entsprechend kein Album, das um Aufmerksamkeit bittet. Es setzt voraus, dass welche vorhanden ist.

Acht Arme. Zwei CDs. Der Bordcomputer erkennt ein konsequentes Verhältnis.

TRACKLIST

  1. The Runner
  2. Minion’s Song
  3. Interglacial Spell
  4. The Wave
  5. The Octopus
  6. Planet of Insects
  7. White Horses at Sea / Utopian Daydream
  8. Trading Dark Matter on the Stock Exchange
  9. The Sick Rose
  10. Interstellar
  11. The Emperor
  12. Golden Ratio
  13. Fall of the Empire
  14. Bloodtest
  15. Oscar Night / Embryo
  16. Forever and More

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ANATHEMATHE OPTIMIST2017
JAHR
2017
LAND
Großbritannien
GENRE
Atmospheric Rock / Progressive Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Kscope
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
58:16
PRODUZENT
Tony Doogan
AUFNAHMEORTE
Attica Audio, County Donegal; Castle of Doom, Glasgow

BESETZUNG

  • Daniel Cardoso – Schlagzeug
  • Daniel Cavanagh – Gesang, Gitarren, Bass, Keyboards, Klavier
  • John Douglas – Schlagzeug, Percussion, Keyboards
  • Vincent Cavanagh – Gesang, Gitarren, Bass, Keyboards, Programmierung
  • Jamie Cavanagh – Bass
  • Lee Douglas – Gesang
  • Liza Webb – Violine
  • Emily Ward – Violine
  • Tom Dunn – Viola
  • Robert Anderson – Cello
  • Paul Medd – Violine
  • Greg Lawson – Violine
  • Sophie Rathbone – Viola
  • Duncan Lyall – Kontrabass
  • Kobus Frick – Violine
  • Alistair Savage – Violine
  • Michael Owers – Posaune

BORDCOMPUTER

Der erste Titel sieht aus wie eine Fehlermeldung des Navigationssystems: 32.63N 117.14W.

Es sind Koordinaten.

Sie führen zu jenem kalifornischen Küstenabschnitt, der bereits auf dem Cover von Anathemas A Fine Day to Exit aus dem Jahr 2001 zu sehen war. The Optimist nimmt die dort angedeutete Geschichte wieder auf und schickt ihre namenlose Figur weiter.

Musikalisch sind Anathema inzwischen sehr weit von ihren Doom-Metal-Anfängen entfernt. Elektronik, Klavier, Streicher und große atmosphärische Flächen stehen neben Rockinstrumentierung; Vincent Cavanagh und Lee Douglas teilen sich weite Teile des Gesangs. Die Platte funktioniert weniger als Sammlung einzelner Songs denn als Reise, die schließlich mit dem elfminütigen Back to the Start endet.

Der Titel lautet The Optimist.

Bei Anathema sollte man daraus noch keine voreiligen Schlüsse ziehen.

TRACKLIST

  1. 32.63N 117.14W
  2. Leaving It Behind
  3. Endless Ways
  4. The Optimist
  5. San Francisco
  6. Springfield
  7. Ghosts
  8. Can't Let Go
  9. Close Your Eyes
  10. Wildfires
  11. Back to the Start

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ANNEKE VAN GIERSBERGENEVERYTHING IS CHANGING2012
JAHR
2012
LAND
Niederlande
GENRE
Alternative Rock / Pop Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Agua Recordings
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
45:00
PRODUZENT
Daniel Cardoso
AUFNAHMEORTE
Anneke van Giersbergens Heimstudio, Niederlande; Ultrasound Studios, Braga, Portugal

BESETZUNG

  • Anneke van Giersbergen -- Gesang, Gitarren, Keyboards, Piano
  • Daniel Cardoso -- Gitarren, Bass, Piano, Gesang
  • Rob Snijders -- Schlagzeug; weitere Gastmusiker

BORDCOMPUTER

Als Anneke van Giersbergen 2007 The Gathering verließ, verschwand eine der markantesten Stimmen des europäischen Metal nicht etwa aus dem System. Sie begann nur, sich weniger um dessen Kategorien zu kümmern.

Everything Is Changing macht das bereits im Titel deutlich. Gitarren sind noch vorhanden, doch ebenso Piano, Elektronik und große Popmelodien. Feel Alive eröffnet beinahe demonstrativ hell; Circles und My Boy zeigen die ruhigere Seite der Platte.

Das verbindende Element ist weniger ein bestimmter Stil als van Giersbergens Stimme. Sie funktioniert mit verzerrten Gitarren ebenso wie mit einem Piano – eine Eigenschaft, die ihre späteren Ausflüge von Devin Townsend bis Amorphis erheblich erleichtert.

Everything is changing. Die Stimme offenbar nicht.

TRACKLIST

  1. Feel Alive
  2. You Want to Be Free
  3. Everything Is Changing
  4. Take Me Home
  5. I Wake Up
  6. Circles
  7. My Boy
  8. Stay
  9. Hope, Pray, Dance, Play
  10. Slow Me Down
  11. Too Late
  12. 1000 Miles Away from You

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ANNEKE VAN GIERSBERGENTHE DARKEST SKIES ARE THE BRIGHTEST2021
JAHR
2021
LAND
Niederlande
GENRE
Alternative Rock / Singer-Songwriter
TYP
Album
LABEL
Inside Out Music
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
41:46
PRODUZENT
Gijs Coolen
AUFNAHMEORT
Privates Recording-Setup nahe Eindhoven, Niederlande; weitere Aufnahmen mit Gijs Coolen; separate Streicheraufnahmen

BESETZUNG

  • Anneke van Giersbergen – Gesang, Percussion, Gitarren
  • Gijs Coolen – Gitarren, Bass, Percussion, Cello, Backing Vocals
  • Joanna Czaj – Violine
  • Ewelina Peeters – Violine
  • Paloma Ortas – Viola
  • Judith Groen – Cello
  • Marielle Woltring – Backing Vocals
  • Joost van Haaren – Bass
  • Coos Zwagerman – Trompete
  • Martijn Bosman – Schlagzeug
  • Nicky Hustinx – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Anneke van Giersbergen hatte für ihr nächstes Projekt ursprünglich andere Pläne. Nach VUUR sollte es weitergehen, lauter und größer.

Dann geriet ihr Privatleben in eine Krise. Sie zog sich zeitweise in ein kleines Haus nahe eines Waldes zurück und schrieb mit einer akustischen Gitarre neue Stücke.

Aus dem geplanten Metalalbum wurde The Darkest Skies Are the Brightest.

Die Musik lebt von akustischen Gitarren, Streichern, Percussion und vor allem von Van Giersbergens Stimme. Wer sie aus The Gathering oder VUUR kennt, wartet möglicherweise zunächst darauf, dass irgendwann eine schwere Gitarre durch die Tür kommt.

Sie kommt nicht.

Das Album benötigt sie auch nicht. Agape, Hurricane oder The End zeigen, dass Reduktion bei Van Giersbergen nicht bedeutet, dass weniger geschieht. Nur der Abstand zwischen den Dingen wird größer.

Manchmal verändert eine Krise den Plan.

Gelegentlich war der Plan das Entbehrliche.

TRACKLIST

  1. Agape
  2. Hurricane
  3. My Promise
  4. I Saw a Car
  5. The Soul Knows
  6. The End
  7. Keep It Simple
  8. Lo and Behold
  9. Losing You
  10. Survive
  11. Love You Like I Love You

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ANNIHILATORALICE IN HELL1989
JAHR
1989
LAND
Kanada
GENRE
Thrash Metal / Speed Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Roadrunner Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
37:46
PRODUZENT
Jeff Waters
AUFNAHMEORT
Live West Productions / Fiasco Bros. Studios, New Westminster, British Columbia

BESETZUNG

  • Randy Rampage – Gesang
  • Jeff Waters – Gitarre, Bass, Backing Vocals
  • Ray Hartmann – Schlagzeug. Obwohl das Booklet fünf Mitglieder aufführte, bestand die eigentliche Aufnahmebesetzung aus diesen drei Musikern.

BORDCOMPUTER

Annihilator beginnen ihr Debüt mit einer akustischen Miniatur namens Crystal Ann. Das ist höflich. Danach beginnt Alison Hell und die Höflichkeit wird eingestellt.

Jeff Waters schrieb das Material, produzierte das Album und spielte bei den Aufnahmen Gitarre und Bass. Entsprechend deutlich trägt Alice in Hell seine Handschrift: abrupte Tempowechsel, präzise Riffs, technische Gitarrenarbeit und Songs, die nur selten dort weiterlaufen, wo man sie eine Sekunde zuvor vermutet hätte.

Randy Rampages Stimme liefert dazu keine elegante Oberfläche. Sie klingt nervös, aggressiv und gelegentlich so, als habe jemand die Figur auf dem Cover tatsächlich ins Studio gelassen.

Dass Annihilator ihr Debüt technisch komplexer anlegten als viele Thrash-Alben dieser Zeit, macht es bis heute eigenständig. Geschwindigkeit ist hier nicht das eigentliche Kunststück.

Interessanter ist, wie oft die Maschine bei voller Fahrt die Richtung wechselt.

TRACKLIST

  1. Crystal Ann
  2. Alison Hell
  3. W.T.Y.D.
  4. Wicked Mystic
  5. Burns Like a Buzzsaw Blade
  6. Word Salad
  7. Schizos (Are Never Alone) Parts I & II
  8. Ligeia
  9. Human Insecticide

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ANNIHILATORSET THE WORLD ON FIRE1993
JAHR
1993
LAND
Kanada
GENRE
Heavy Metal / Speed Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Roadrunner / Epic
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
38:50
PRODUZENT
Jeff Waters
AUFNAHMEORT
Fiasco Brothers Recording, Creation Studios, Vancouver Studios

BESETZUNG

  • Aaron Randall – Leadgesang
  • Jeff Waters – Leadgitarre, Bass, Backing Vocals (Track 10)
  • Neil Goldberg – Rhythmusgitarre, Leadgitarre und Bass (Track 9)
  • Mike Mangini – Schlagzeug (Tracks 1–3, 6, 8–10)
  • Ray Hartmann – Schlagzeug (Tracks 4, 7)
  • Rick Fedyk – Schlagzeug (Track 5)
  • John Webster – Keyboards (Track 5)
  • Mark Lafrance – Backing Vocals (Track 5)
  • David Steele – Backing Vocals (Track 5)
  • Norm Gordon – Backing Vocals (Track 10)
  • The Annihilettes – Backing Vocals (Tracks 6, 10)

BORDCOMPUTER

Vier Jahre nach Alice in Hell ist Jeff Waters noch immer sofort zu erkennen. Annihilator klingen auf Set the World on Fire allerdings so, als hätten sie beschlossen, nicht in jedem Song sämtliche verfügbaren Thrash-Metal-Werkzeuge gleichzeitig zu benutzen.

Der Titelsong besitzt noch reichlich Geschwindigkeit und Präzision. Daneben stehen aber geradliniger Heavy Metal, Phoenix Rising als Ballade und mit Sounds Good to Me ein Stück, das beinahe demonstrativ melodisch auftritt.

1993 war das eine riskante Bewegung. Thrash Metal verlor kommerziell an Boden, Alternative Rock hatte die Landschaft verändert, und Annihilator öffneten ihre Musik ausgerechnet in diesem Moment erheblich.

Das Ergebnis ist weniger geschlossen als die ersten beiden Alben, zeigt dafür ziemlich deutlich, dass Jeff Waters nicht vorhatte, ein einmal erfolgreiches Rezept endlos zu reproduzieren.

Die Welt sollte in Brand gesetzt werden. Sicherheitshalber wurden auch einige Feuerzeuge mit Radioempfang verteilt.

TRACKLIST

  1. Set the World on Fire
  2. No Zone
  3. Bats in the Belfry
  4. Snake in the Grass
  5. Phoenix Rising
  6. Knight Jumps Queen
  7. Sounds Good to Me
  8. The Edge
  9. Don’t Bother Me
  10. Brain Dance

IN MEINEM ARCHIV

ANTHRAXAMONG THE LIVING1987
JAHR
1987
LAND
USA
GENRE
Thrash Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Island / Megaforce
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
50:21
PRODUZENT
Anthrax; Eddie Kramer
AUFNAHMEORT
Quadradial Studios, North Miami, Florida, USA

BESETZUNG

  • Joey Belladonna – Gesang
  • Scott Ian – Rhythmusgitarre
  • Dan Spitz – Leadgitarre
  • Frank Bello – Bass
  • Charlie Benante – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

1987 gehörten Anthrax endgültig zu den Bands, die dem amerikanischen Thrash Metal sein Gesicht gaben.

Allerdings ein etwas anderes Gesicht.

Während andere Bands bevorzugt Krieg, Tod und Weltuntergang untersuchten, schrieben Anthrax über Stephen King, Judge Dredd, soziale Konflikte und die ausgesprochen reale Erfahrung, in einem Moshpit festzustecken.

Die Musik ist entsprechend schnell und hart, besitzt aber jene Gang-Shouts und rhythmische Sprunghaftigkeit, die Anthrax sofort von ihren Kollegen unterscheidet. Caught in a Mosh, Indians und I Am the Law wurden dauerhaft Teil ihres Repertoires.

Thrash Metal konnte sehr ernst sein.

Anthrax hatten nichts dagegen. Sie hatten nur zusätzlich Comics gelesen.

TRACKLIST

  1. Among the Living
  2. Caught in a Mosh
  3. I Am the Law
  4. Efilnikufesin (N.F.L.)
  5. A Skeleton in the Closet
  6. Indians
  7. One World
  8. A.D.I. / Horror of It All
  9. Imitation of Life

IN MEINEM ARCHIV

ANTHRAXSTATE OF EUPHORIA1988
JAHR
1988
LAND
USA
GENRE
Thrash Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Megaforce / Island
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
52:47
PRODUZENT
Anthrax & Mark Dodson; Alex Perialas als Associate Producer
AUFNAHMEORT
Quadradial Studios, Miami; Mix in den Electric Lady Studios, New York

BESETZUNG

  • Joey Belladonna – Gesang
  • Dan Spitz – Leadgitarre
  • Scott Ian – Rhythmusgitarre
  • Frank Bello – Bass
  • Charlie Benante – Schlagzeug; Carol Freedman – Cello.

BORDCOMPUTER

State of Euphoria hatte ein undankbares Problem: Es erschien nach Among the Living.

Anthrax waren 1988 auf ihrem kommerziellen Vormarsch, spielten weiterhin schnellen, rhythmisch eigenwilligen Thrash und besaßen mit Joey Belladonna einen Sänger, der über diesem Getriebe Melodien platzieren konnte, statt lediglich dagegen anzubrüllen.

Be All, End All eröffnet mit Cello, bevor die Band einfällt. Antisocial, ursprünglich von der französischen Band Trust, wird so selbstverständlich zu Anthrax-Material, dass die Coverversion später zu einem ihrer bekanntesten Stücke gehörte. Dazwischen finden sich die typischen abrupten Rhythmuswechsel, Gang-Shouts und jene eigentümliche Mischung aus Ernst und Comic-Heft-Energie, die bei Anthrax nie weit auseinanderlag.

Das Album besitzt vielleicht nicht die historische Sonderstellung seines Vorgängers. Es zeigt aber eine Band mitten in einer Phase, in der ihr eigener Stil längst unverwechselbar geworden war.

Euphorie ist möglicherweise übertrieben. Erhöhte Betriebstemperatur lässt sich jedoch bestätigen.

TRACKLIST

  1. Be All, End All
  2. Out of Sight, Out of Mind
  3. Make Me Laugh
  4. Antisocial
  5. Who Cares Wins
  6. Now It's Dark
  7. Schism
  8. Misery Loves Company
  9. 13
  10. Finale

IN MEINEM ARCHIV

ANTHRAXPERSISTENCE OF TIME1990
JAHR
1990
LAND
USA
GENRE
Thrash Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Island / Megaforce
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
58:40
PRODUZENT
Anthrax; Mark Dodson
AUFNAHMEORTE
A&M Studios, Hollywood, Kalifornien, USA; Conway Studios, Hollywood, Kalifornien, USA; Soundtrack Studios, New York City, New York, USA

BESETZUNG

  • Joey Belladonna – Leadgesang
  • Dan Spitz – Leadgitarre, Backing Vocals; zusätzlich Rhythmusgitarre bei „Got the Time“
  • Scott Ian – Rhythmusgitarre, Backing Vocals; zusätzlich Leadgitarre bei „Intro to Reality“ (Intro-Harmonie) und „Got the Time“
  • Frank Bello – Bass, Backing Vocals
  • Charlie Benante – Schlagzeug; zusätzlich Leadgitarre bei „Intro to Reality“ (Intro-Harmonie)

BORDCOMPUTER

Drei Jahre nach Among the Living klingt Anthrax merklich weniger nach einer Band, die gerade einen Comic aus dem Rucksack gezogen hat.

Persistence of Time ist dunkler, schwerer und thematisch ernster. Zeit, Hass, gesellschaftliche Spannungen und die unangenehmen Seiten menschlicher Gruppenbildung bestimmen große Teile der Platte. Selbst die Produktion wirkt trockener und bedrohlicher.

Ganz verschwunden ist die eigentümliche Anthrax-DNA allerdings nicht. Mitten darin steht Joe Jacksons Got the Time, erheblich beschleunigt und so selbstverständlich integriert, dass man vergessen könnte, dass das Stück ursprünglich kein Thrash Metal war.

Der Albumtitel beschäftigt sich mit der Beharrlichkeit der Zeit.

Charlie Benante versuchte offenbar, schneller zu sein.

TRACKLIST

  1. Time
  2. Blood
  3. Keep It in the Family
  4. In My World
  5. Gridlock
  6. Intro to Reality
  7. Belly of the Beast
  8. Got the Time
  9. H8 Red
  10. One Man Stands
  11. Discharge

IN MEINEM ARCHIV

ANTHRAXATTACK OF THE KILLER B'S1991
JAHR
1991
LAND
USA
GENRE
Thrash Metal / Rap Metal
TYP
Compilation / B-Seiten und Raritäten
LABEL
Megaforce / Island
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
44:24
PRODUZENT
Anthrax, Mark Dodson, Charlie Benante
AUFNAHMEORTE
Electric Lady Studios, New York City; A&M Studios, Hollywood; Conway Studios, Hollywood; National Exhibition Centre, Birmingham (Liveaufnahme; Manor Mobile)

BESETZUNG

  • Joey Belladonna – Leadgesang, Backing Vocals
  • Dan Spitz – Leadgitarre, Backing Vocals
  • Scott Ian – Rhythmusgitarre, Backing Vocals, Gesang (Bring the Noise, Protest and Survive, Startin' Up a Posse, I'm the Man '91)
  • Frank Bello – Bass, Backing Vocals
  • Charlie Benante – Schlagzeug, Gesang (I'm the Man '91), Samples, Schlagzeugprogrammierung, zwölfsaitige Akustikgitarre (N.F.B.)
  • Chuck D – Gesang (Bring the Noise)
  • Flavor Flav – Backing Vocals (Bring the Noise)
  • Mark Dodson – Backing Vocals (Startin' Up a Posse)
  • Eddie Trunk – Backing Vocals (Parasite)

BORDCOMPUTER

Andere Bands sammeln ihre übrig gebliebenen B-Seiten irgendwann diskret ein. Anthrax nannten ihre Sammlung Attack of the Killer B’s und stellten sich mit Baseballschlägern aufs Cover.

Das passt.

Hier stehen S.O.D.-Stücke neben Discharge, Kiss und einer Surf-Instrumentalnummer. I’m the Man bekommt eine neue Fassung. Bring the Noise mit Public Enemy verbindet Metal und Hip-Hop nicht als theoretisches Experiment, sondern als drei Minuten Musik, die offenbar keine Genehmigung der Genrebehörde eingeholt hatte.

Gerade deshalb erzählt diese vermeintliche Resteverwertung erstaunlich viel über Anthrax. Humor, Hardcore, Rap, Thrash, Coverversionen und völliger Unfug existieren nebeneinander, ohne dass die Band darin einen Widerspruch erkennt.

Und am Ende steht N.F.B. (Dallabnikufesin) – eine Powerballade über eine große Liebe mit einem bemerkenswert pragmatischen Ausgang.

Die B-Seite war bei Anthrax offenbar lediglich die Seite, auf der noch Platz war.

TRACKLIST

  1. Milk (Ode to Billy)
  2. Bring the Noise
  3. Keep It in the Family (Live)
  4. Startin' Up a Posse
  5. Protest and Survive
  6. Chromatic Death
  7. I'm the Man '91
  8. Parasite
  9. Pipeline
  10. Sects
  11. Belly of the Beast (Live)
  12. N.F.B. (Dallabnikufesin)

IN MEINEM ARCHIV

ANTHRAXSOUND OF WHITE NOISE1993
JAHR
1993
LAND
USA
GENRE
Heavy Metal / Alternative Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Elektra
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
56:56
PRODUZENT
Dave Jerden & Anthrax
AUFNAHMEORT
Henson, Cherokee und Eldorado, Hollywood

BESETZUNG

  • John Bush – Gesang
  • Scott Ian – Rhythmusgitarre
  • Dan Spitz – Leadgitarre
  • Frank Bello – Bass
  • Charlie Benante – Schlagzeug. Es war das erste Anthrax-Album mit John Bush und das letzte Studioalbum mit Dan Spitz.

BORDCOMPUTER

1993 wechselten Anthrax nicht einfach den Sänger. Mit John Bush veränderte sich die Statik der ganzen Band.

Seine Stimme sitzt tiefer und schwerer als Joey Belladonnas hoher, klarer Gesang. Gleichzeitig verschwinden viele der klassischen Thrash-Muster. Die Gitarren werden massiver, das Tempo häufiger gedrosselt, die Songs dunkler. Produzent Dave Jerden, der zuvor unter anderem mit Alice in Chains gearbeitet hatte, gibt dem Ganzen entsprechend viel Gewicht.

Only zeigt die neue Konstruktion besonders deutlich: ein einfacheres, gewaltiges Riff, viel Raum und Bushs Stimme im Mittelpunkt. Black Lodge geht noch weiter und entstand unter Beteiligung von Angelo Badalamenti, bekannt für seine Zusammenarbeit mit David Lynch.

Man kann Sound of White Noise deshalb kaum als bloße Fortsetzung der Belladonna-Alben hören. Der Bandname blieb derselbe. Das Koordinatensystem nicht.

Anthrax wechselten den Sänger. Offenbar wurde dabei versehentlich auch die Schwerkraft erhöht.

TRACKLIST

  1. Potter's Field
  2. Only
  3. Room for One More
  4. Packaged Rebellion
  5. Hy Pro Glo
  6. Invisible
  7. 1000 Points of Hate
  8. Black Lodge
  9. C11 H17 N2 O2 S Na
  10. Burst
  11. This Is Not an Exit

IN MEINEM ARCHIV

ANTHRAXLIVE: THE ISLAND YEARS1994
JAHR
1994
LAND
USA
GENRE
Thrash Metal
TYP
Livealbum
LABEL
Island / Megaforce
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
1:09:26
PRODUZENT
Steve Thompson & Michael Barbiero
AUFNAHMEORT
Irvine Meadows Amphitheatre, Kalifornien (19.10.1991) und Electric Lady Studios, New York (28.01.1992)

BESETZUNG

  • Joey Belladonna – Gesang
  • Dan Spitz – Leadgitarre
  • Scott Ian – Rhythmusgitarre
  • Frank Bello – Bass
  • Charlie Benante – Schlagzeug. Die Veröffentlichung wurde aus zwei verschiedenen Livequellen zusammengestellt und erschien erst nach Belladonnas Ausscheiden.

BORDCOMPUTER

Als Live: The Island Years 1994 erschien, existierte diese Version von Anthrax bereits nicht mehr. Joey Belladonna war gegangen, John Bush hatte Sound of White Noise eingesungen und die Band war bei Elektra.

Das Album blickt deshalb rückwärts. Sogar seine zwölf Stücke stammen nicht aus einem einzigen Konzert: Die ersten acht wurden 1991 in Kalifornien aufgenommen, die letzten vier Anfang 1992 in den Electric Lady Studios.

Gerade dadurch konserviert die Platte ziemlich unverstellt, wie die Belladonna-Besetzung kurz vor ihrem Ende funktionierte. Caught in a Mosh, Indians und Antisocial besitzen live den erwartbaren zusätzlichen Schub; bei Bring the Noise steht Public Enemy tatsächlich mit auf der Bühne.

Es ist weniger das sorgfältig komponierte Live-Dokument eines Abends als eine nachträglich zusammengesetzte Momentaufnahme.

Zwei Konzerte, eine Platte, eine Besetzung, die bei Veröffentlichung bereits Geschichte war. Archivierung kann gelegentlich sehr pünktlich zu spät kommen.

TRACKLIST

  1. Efilnikufesin (N.F.L.)
  2. A.I.R.
  3. Parasite
  4. Keep It in the Family
  5. Caught in a Mosh
  6. Indians
  7. Antisocial
  8. Bring the Noise
  9. I Am the Law
  10. Metal Thrashing Mad
  11. In My World
  12. Now It's Dark

IN MEINEM ARCHIV

ANTHRAXSTOMP 4421995
JAHR
1995
LAND
USA
GENRE
Groove Metal / Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Elektra
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
50:55
PRODUZENT
Anthrax & The Butcher Bros.
AUFNAHMEORT
Studio 4 Recording, Conshohocken, Pennsylvania

BESETZUNG

  • John Bush – Gesang
  • Scott Ian – Rhythmusgitarre
  • Frank Bello – Bass
  • Charlie Benante – Schlagzeug und Gitarren. Nach Dan Spitz' Ausscheiden gab es keinen festen Leadgitarristen; Soli und zusätzliche Gitarren kamen u. a. von Paul Crook, Dimebag Darrell und Mike Tempesta.

BORDCOMPUTER

Auf Sound of White Noise hatten Anthrax ihre neue Richtung gefunden. Zwei Jahre später entfernten sie noch ein weiteres Bauteil: einen festen Leadgitarristen.

Dan Spitz war nicht mehr dabei. Statt ihn unmittelbar zu ersetzen, verteilte die Band die Gitarrenarbeit. Charlie Benante spielt neben Schlagzeug auch Gitarre, Paul Crook übernimmt mehrere Soli, Dimebag Darrell taucht bei King Size und Riding Shotgun auf.

Die Musik wird dadurch nicht luftiger. Stomp 442 ist trocken, schwer und stark vom Groove geprägt. John Bush klingt inzwischen vollständig in der Band angekommen; mit dem Thrash der Achtziger verbindet dieses Album eher die rhythmische Angriffslust als dessen Geschwindigkeit.

Das macht Stomp 442 zu einem Dokument jener Mitte der Neunziger, in der viele ältere Metalbands herausfinden mussten, was von ihrer Identität übrig blieb, wenn sich das Umfeld vollständig verändert hatte.

Anthrax entschieden sich gegen Rückzug und gegen Nostalgie.

Sie stampften weiter. Der Albumtitel hatte die Bedienungsanleitung bereits mitgeliefert.

TRACKLIST

  1. Random Acts of Senseless Violence
  2. Fueled
  3. King Size
  4. Riding Shotgun
  5. Perpetual Motion
  6. In a Zone
  7. Nothing
  8. American Pompeii
  9. Drop the Ball
  10. Tester
  11. Bare

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ANTHRAXWE'VE COME FOR YOU ALL2003
JAHR
2003
LAND
USA
GENRE
Thrash Metal / Groove Metal / Alternative Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast / Sanctuary
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
50:02
PRODUZENT
Anthrax & Scrap 60
AUFNAHMEORT
BearTracks Recording Studio, Suffern, New York

BESETZUNG

  • John Bush – Leadgesang
  • Rob Caggiano – Leadgitarre, Backing Vocals
  • Scott Ian – Rhythmusgitarre, Backing Vocals
  • Frank Bello – Bass, Backing Vocals, Leadgesang bei „Crash“
  • Charlie Benante – Schlagzeug, zusätzliche Gitarren, Akustikgitarre
  • Dimebag Darrell – Gast-Leadgitarre bei „Strap It On“ und „Cadillac Rock Box“
  • Roger Daltrey – Gastgesang bei „Taking the Music Back“
  • Anthony Martini – Gastgesang bei „Refuse to Be Denied“

BORDCOMPUTER

Zwischen Stomp 442 und We’ve Come for You All lagen acht Jahre, ein weiteres Studioalbum, wechselnde Gitarristen und eine Metalwelt, die inzwischen wieder anders aussah.

Anthrax reagieren darauf nicht mit einer Rückkehr zum Thrash der Achtziger. Stattdessen führen sie die John-Bush-Version der Band zu einem erstaunlich geschlossenen Ergebnis. Die Riffs sind schwer, die Refrains groß, und Stücke wie What Doesn’t Die erinnern daran, dass Geschwindigkeit bei Anthrax nie vollständig aus dem Gebäude ausgezogen war.

Neu dabei ist Rob Caggiano. Außerdem schauen Dimebag Darrell und Roger Daltrey vorbei – eine Gästeliste, bei der selbst der Bordcomputer kurz die Genrezuordnung überprüft.

Vor allem aber klingt das Album wieder nach einer Band mit einem klaren Mittelpunkt. Nach mehreren Jahren stilistischer Verschiebungen greifen die verschiedenen Anthrax-Epochen ineinander, ohne dass daraus eine Nostalgieveranstaltung wird.

Sie waren für uns alle gekommen. Erfreulicherweise brachten sie Gitarren mit.

TRACKLIST

  1. Contact
  2. What Doesn't Die
  3. Superhero
  4. Refuse to Be Denied
  5. Safe Home
  6. Any Place But Here
  7. Nobody Knows Anything
  8. Strap It On
  9. Black Dahlia
  10. Cadillac Rock Box
  11. Taking the Music Back
  12. Crash
  13. Think About an End
  14. W.C.F.Y.A.

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ANTHRAXTHE GREATER OF TWO EVILS2004
JAHR
2004
LAND
USA
GENRE
Thrash Metal
TYP
Studioalbum / Neuaufnahmen
LABEL
Nuclear Blast / Sanctuary
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
73:18
PRODUZENT
Anthrax
AUFNAHMEORT
Avatar Studios, New York City

BESETZUNG

  • John Bush – Gesang
  • Scott Ian – Rhythmusgitarre, Gesang
  • Rob Caggiano – Leadgitarre
  • Frank Bello – Bass, Gesang
  • Charlie Benante – Schlagzeug. Die Auswahl der alten Stücke wurde zuvor durch eine Abstimmung auf der Anthrax-Website bestimmt und anschließend in zwei Tagen live im Studio neu eingespielt.

BORDCOMPUTER

2004 stellten Anthrax ihren eigenen Backkatalog zur Abstimmung. Die Fans wählten vierzehn Stücke aus den Jahren 1984 bis 1990, und die damalige Besetzung spielte sie noch einmal ein.

Das macht The Greater of Two Evils zu einem merkwürdigen Album. Es ist weder Best-of noch gewöhnliche Neuaufnahme. Vor allem hört man, was geschieht, wenn John Bush Material übernimmt, das ursprünglich für Neil Turbin und Joey Belladonna geschrieben wurde.

Bush versucht dabei vernünftigerweise nicht, Belladonna zu imitieren. Seine tiefere, rauere Stimme zieht Stücke wie Caught in a Mosh, Indians oder Among the Living in die Klangwelt der späteren Anthrax. Auch die Instrumente besitzen erheblich mehr Gewicht als auf den Originalaufnahmen.

Dadurch ersetzt das Album die alten Fassungen nicht. Es stellt ihnen eine zweite Version derselben Bandgeschichte gegenüber.

Anthrax covern Anthrax. Wenigstens waren die Rechte leicht zu klären.

TRACKLIST

  1. Deathrider
  2. Metal Thrashing Mad
  3. Caught in a Mosh
  4. A.I.R.
  5. Among the Living
  6. Keep It in the Family
  7. Indians
  8. Madhouse
  9. Panic
  10. I Am the Law
  11. Belly of the Beast
  12. N.F.L.
  13. Be All, End All
  14. Gung-Ho

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ANTHRAXWORSHIP MUSIC2011
JAHR
2011
LAND
USA
GENRE
Thrash Metal / Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Megaforce / Nuclear Blast
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
56:02
PRODUZENT
Anthrax & Rob Caggiano; zusätzliche Produktion und Mix: Jay Ruston
AUFNAHMEORTE
StudioChicago, Chicago, Illinois; Aufnahmestudios in New York City und Los Angeles, USA

BESETZUNG

  • Joey Belladonna -- Gesang
  • Scott Ian -- Rhythmusgitarre
  • Rob Caggiano -- Leadgitarre
  • Frank Bello -- Bass
  • Charlie Benante -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Acht Jahre waren seit dem letzten regulären Anthrax-Studioalbum vergangen. In dieser Zeit wechselten Sänger, frühere Sänger kehrten zurück, verschwanden wieder, und ein bereits weitgehend aufgenommenes Album wartete darauf, endlich einen endgültigen Zustand anzunehmen.

Am Ende stand wieder Joey Belladonna am Mikrofon.

Das Überraschende an Worship Music ist deshalb nicht, dass es nach klassischem Anthrax klingt. Sondern wie selbstverständlich die verschiedenen Lebensphasen der Band plötzlich zusammenpassen. Earth on Hell und Fight ‘Em ‘Til You Can’t liefern Thrash, The Devil You Know besitzt beinahe Hard-Rock-Groove, und In the End lässt sich sechs Minuten Zeit.

Letzteres ist Ronnie James Dio und Dimebag Darrell gewidmet. Judas Priest benötigt dagegen keine umfangreiche Untersuchung des Songtitels.

Nach mehreren Jahren Umbau erschien schließlich ein Album namens Worship Music.

Die Personalabteilung hatte ihre Arbeit beendet. Anthrax konnten wieder Lärm machen.

TRACKLIST

  1. Worship
  2. Earth on Hell
  3. The Devil You Know
  4. Fight 'Em 'Til You Can't
  5. I'm Alive
  6. Hymn 1
  7. In the End
  8. The Giant
  9. Hymn 2
  10. Judas Priest
  11. Crawl
  12. The Constant
  13. Revolution Screams

IN MEINEM ARCHIV

ANTHRAXFOR ALL KINGS2016
JAHR
2016
LAND
USA
GENRE
Thrash Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast / Megaforce
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
59:34
PRODUZENT
Jay Ruston mit Anthrax
AUFNAHMEORT
mehrere Studios in Kalifornien und New York, darunter Serenity West, Steakhouse und Downtown Music Studios

BESETZUNG

  • Joey Belladonna -- Gesang
  • Scott Ian -- Rhythmusgitarre
  • Jonathan Donais -- Leadgitarre
  • Frank Bello -- Bass
  • Charlie Benante -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Anthrax waren 2016 längst in einem Alter angekommen, in dem eine Thrash-Metal-Band theoretisch damit beginnen könnte, ihre eigene Vergangenheit zu verwalten.

Sie entschieden sich dagegen.

For All Kings ist das zweite Studioalbum nach Joey Belladonnas Rückkehr und das erste mit Jonathan Donais an der Leadgitarre. Stücke wie Evil Twin erinnern daran, dass Anthrax weiterhin sehr schnell werden können. Interessanter sind jedoch die Stellen, an denen sie es nicht müssen.

Blood Eagle Wings benötigt fast acht Minuten, Breathing Lightning setzt große Melodien neben Thrash-Riffs, und Charlie Benante spielt weiterhin Schlagzeug, als hätte ihm niemand das Konzept eines gemütlichen Spätwerks erklärt.

Nach mehr als dreißig Jahren Bandgeschichte lautet der Albumtitel For All Kings.

Die Pensionierung des Hofstaats wurde vertagt.

TRACKLIST

  1. Impaled
  2. You Gotta Believe
  3. Monster at the End
  4. For All Kings
  5. Breathing Lightning
  6. Breathing Out
  7. Suzerain
  8. Evil Twin
  9. Blood Eagle Wings
  10. Defend/Avenge
  11. All of Them Thieves
  12. This Battle Chose Us!
  13. Zero Tolerance

IN MEINEM ARCHIV

ARCH ENEMYANTHEMS OF REBELLION2003
JAHR
2003
LAND
Schweden
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Century Media
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
43:26
PRODUZENT
Andy Sneap
AUFNAHMEORT
Backstage Studios, Derbyshire, England

BESETZUNG

  • Angela Gossow – Gesang
  • Michael Amott – Gitarre
  • Christopher Amott – Gitarre, teilweise klarer Gesang
  • Sharlee D'Angelo – Bass
  • Daniel Erlandsson – Schlagzeug
  • Per Wiberg – Gast-Keyboards, Piano und Mellotron. Andy Sneap übernahm Produktion, Engineering, Mix und Mastering.

BORDCOMPUTER

Mit Wages of Sin hatte Angela Gossow bereits klargestellt, dass der Sängerwechsel bei Arch Enemy keine Übergangsphase war. Auf Anthems of Rebellion musste die neue Besetzung nichts mehr beweisen. Sie konnte anfangen, ihre eigene Form zu bauen.

Die Gitarren von Michael und Christopher Amott bleiben melodisch und sofort erkennbar, doch die Songs werden kompakter und die Refrains deutlicher. We Will Rise bringt dieses Prinzip beinahe programmatisch auf den Punkt: Melodic Death Metal, der nicht weniger aggressiv wird, nur weil inzwischen ziemlich genau bekannt ist, wo der Refrain wohnt.

Andy Sneaps Produktion verstärkt diese Präzision. Alles sitzt an seinem Platz, ohne die Gitarrenmelodien glattzubügeln.

Arch Enemy waren damit nicht mehr bloß eine extreme Metalband mit bemerkenswerten Melodien. Sie begannen, aus beidem große Songs zu konstruieren.

Die Rebellion hatte inzwischen Hymnen. Organisatorisch ist das meistens der nächste Schritt.

TRACKLIST

  1. Tear Down the Walls
  2. Silent Wars
  3. We Will Rise
  4. Dead Eyes See No Future
  5. Instinct
  6. Leader of the Rats
  7. Exist to Exit
  8. Marching on a Dead End Road
  9. Despicable Heroes
  10. End of the Line
  11. Dehumanization
  12. Anthem
  13. Saints and Sinners

IN MEINEM ARCHIV

ARCH ENEMYKHAOS LEGIONS2011
JAHR
2011
LAND
Schweden
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Century Media
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
54:43
PRODUZENT
Arch Enemy
AUFNAHMEORT
Sweet Spot Studio, Schweden

BESETZUNG

  • Angela Gossow – Gesang
  • Michael Amott – Gitarre
  • Christopher Amott – Gitarre
  • Sharlee D'Angelo – Bass
  • Daniel Erlandsson – Schlagzeug.

BORDCOMPUTER

Nach Rise of the Tyrant ließen Arch Enemy vier Jahre bis zum nächsten Studioalbum verstreichen. Für ihre Verhältnisse war das beinahe eine längere geologische Epoche.

Khaos Legions verändert die Grundkonstruktion trotzdem nicht radikal. Michael und Christopher Amott verzahnen aggressive Riffs mit zweistimmigen Gitarrenmelodien, Daniel Erlandsson hält das System auf hoher Drehzahl und Angela Gossow steht weiterhin vor der Maschine, als wäre dort ausdrücklich kein Sicherheitsabstand vorgesehen.

Interessanter ist, wie selbstverständlich Arch Enemy inzwischen mit ihrem eigenen Stil umgehen. Yesterday Is Dead and Gone oder No Gods, No Masters müssen Melodie und Härte nicht mehr miteinander versöhnen. Diese Diskussion war längst abgeschlossen.

Es wurde zugleich das letzte Studioalbum mit Gossow als Sängerin und mit Christopher Amott als regulärem Gitarristen. Damit endete rückblickend eine zentrale Phase der Band.

Das Chaos war inzwischen bemerkenswert gut organisiert.

TRACKLIST

  1. Khaos Overture
  2. Yesterday Is Dead and Gone
  3. Bloodstained Cross
  4. Under Black Flags We March
  5. No Gods, No Masters
  6. City of the Dead
  7. Through the Eyes of a Raven
  8. Cruelty Without Beauty
  9. We Are a Godless Entity
  10. Cult of Chaos
  11. Thorns in My Flesh
  12. Turn to Dust
  13. Vengeance Is Mine
  14. Secrets

IN MEINEM ARCHIV

ARCH ENEMYAS THE STAGES BURN!2017
JAHR
2017
LAND
Schweden
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Livealbum / Konzertfilm
LABEL
Century Media
TITELANZAHL
16
GESAMTLAUFZEIT
1:09:44
AUFNAHMEORT
Wacken Open Air 2016

BESETZUNG

  • Alissa White-Gluz -- Gesang
  • Michael Amott -- Gitarre
  • Jeff Loomis -- Gitarre
  • Sharlee D'Angelo -- Bass
  • Daniel Erlandsson -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Ein Livealbum kann dokumentieren, wie eine Band ihre Stücke auf einer Bühne spielt. As the Stages Burn! dokumentiert zusätzlich einen Umbau.

Alissa White-Gluz war inzwischen als Sängerin etabliert, und mit Jeff Loomis stand neben Michael Amott ein zweiter Gitarrist auf der Bühne, dessen technische Möglichkeiten eher selten Anlass zur Sorge geben. Arch Enemy beschlossen, diese Besetzung 2016 beim Wacken Open Air mit ihrer bis dahin aufwendigsten Bühnenproduktion festzuhalten. Michael Amott bezeichnete gerade diesen Zeitpunkt ausdrücklich als geeigneten Moment, die neue Phase der Band zu dokumentieren.

Die Setlist reicht entsprechend weit zurück: Bury Me an Angel fehlt zwar auf der eigentlichen Wacken-CD, aber Ravenous, Dead Eyes See No Future und We Will Rise stehen neben Material aus der White-Gluz-Ära wie War Eternal, Stolen Life und You Will Know My Name.

Der Titel verändert dabei den Namen eines eigenen Songs nur geringfügig: Aus As the Pages Burn werden Stages.

Die Seiten hatten bereits gebrannt. Jetzt waren offenbar die Bühnen dran.

TRACKLIST

  1. Khaos Overture
  2. Yesterday Is Dead and Gone
  3. War Eternal
  4. Ravenous
  5. Stolen Life
  6. My Apocalypse
  7. You Will Know My Name
  8. Bloodstained Cross
  9. Under Black Flags We March
  10. As the Pages Burn
  11. Dead Eyes See No Future
  12. Avalanche
  13. No Gods, No Masters
  14. We Will Rise
  15. Nemesis
  16. Fields of Desolation

IN MEINEM ARCHIV

ARCH ENEMYWILL TO POWER2017
JAHR
2017
LAND
Schweden
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Century Media
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
50:16
PRODUZENT
Michael Amott & Daniel Erlandsson
AUFNAHMEORTE
Studio Mega, Varberg, Schweden; Sweetspot Studio und Sweetspot Satellite, Raum Halmstad, Schweden; Riksmixningsverket, Stockholm, Schweden (Streicher)

BESETZUNG

  • Alissa White-Gluz – Gesang
  • Michael Amott – Lead- und Rhythmusgitarre
  • Jeff Loomis – Leadgitarre
  • Sharlee D’Angelo – Bass
  • Daniel Erlandsson – Schlagzeug, Keyboards, Programmierung
  • Jens Johansson – Gast-Keyboards
  • Christopher Amott – Gast-Keyboards und Cleangitarre bei „Reason to Believe“
  • Stockholm Session Strings – Streicher bei „A Fight I Must Win“

BORDCOMPUTER

Will to Power ist das zweite Album mit Alissa White-Gluz und das erste mit Jeff Loomis in der Besetzung. Wer angesichts des ehemaligen Nevermore-Gitarristen eine vollständige technische Machtübernahme erwartet hatte, unterschätzte allerdings Michael Amotts Vorstellungen von Eigentumsverhältnissen.

Arch Enemy bleiben Arch Enemy: große Gitarrenmelodien, präzise Rhythmusarbeit und White-Gluz’ extreme Stimme im Zentrum. Neu ist, dass die Band ihre Grenzen vorsichtig weiter öffnet. Reason to Believe lässt erstmals auf einem Arch-Enemy-Studioalbum ausführlicher klaren Gesang von White-Gluz zu.

Das ist keine Revolution. Gerade darin liegt der Punkt. Nach mehr als zwanzig Jahren verändert die Band einzelne Bauteile, ohne ihre Silhouette zu verlieren.

Jeff Loomis steht mit einer Gitarre daneben, die vermutlich mehr Töne kennt als manche vollständige Diskografie.

Arch Enemy benutzen davon nur die benötigten.

TRACKLIST

  1. Set Flame to the Night
  2. The Race
  3. Blood in the Water
  4. The World Is Yours
  5. The Eagle Flies Alone
  6. Reason to Believe
  7. Murder Scene
  8. First Day in Hell
  9. Saturnine
  10. Dreams of Retribution
  11. My Shadow and I
  12. A Fight I Must Win

IN MEINEM ARCHIV

ARMORED SAINTPUNCHING THE SKY2020
JAHR
2020
LAND
USA
GENRE
Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Metal Blade Records
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
53:29
PRODUZENT
Joey Vera
AUFNAHMEORTE
El Dorado Studios, Burbank, Kalifornien (Schlagzeug); Skullseven Studios, North Hollywood, Kalifornien (Gitarren); Joey Veras Studio, Kalifornien (Gesang, Bass und weitere Aufnahmen)

BESETZUNG

  • John Bush -- Gesang
  • Phil Sandoval -- Gitarre
  • Jeff Duncan -- Gitarre
  • Joey Vera -- Bass, Gesang
  • Gonzo Sandoval -- Schlagzeug/Percussion. Gastbeiträge umfassen unter anderem Dizzy Reed an Keyboards und Patrick D'Arcy an Uilleann Pipes. Gitarren wurden in den Skullseven Studios in North Hollywood aufgenommen, das Schlagzeug in den El Dorado Studios in Burbank

BORDCOMPUTER

Armored Saint gehörten schon in den Achtzigern zu jenen Metalbands, bei denen sich rückblickend die Frage stellt, warum eigentlich nicht wesentlich mehr Menschen ihren Namen kennen.

2020 schien die Band beschlossen zu haben, diese Frage nicht mehr zu bearbeiten.

John Bush singt weiterhin mit einer Stimme, die zwischen klassischem Heavy Metal und rauem Hard Rock liegt, während Joey Vera und die Sandoval-Brüder kaum Interesse daran zeigen, irgendeiner aktuellen Metalströmung hinterherzulaufen. End of the Attention Span beschäftigt sich ausgerechnet mit unserer zunehmend zerhackten Aufmerksamkeit und benötigt dafür mehr als fünf Minuten.

Am ungewöhnlichsten beginnt Standing on the Shoulders of Giants: Uilleann Pipes eröffnen ein Heavy-Metal-Album aus Los Angeles.

Nach fast vierzig Jahren Bandgeschichte klingt das nicht nach einem Versuch, jung zu wirken.

Armored Saint hatten offenbar beschlossen, stattdessen einfach nicht alt zu klingen.

TRACKLIST

  1. Standing on the Shoulders of Giants
  2. End of the Attention Span
  3. Bubble
  4. My Jurisdiction
  5. Do Wrong to None
  6. Lone Wolf
  7. Missile to Gun
  8. Fly in the Ointment
  9. Bark, No Bite
  10. Unfair
  11. Never You Fret

IN MEINEM ARCHIV

AT THE GATESSLAUGHTER OF THE SOUL1995
JAHR
1995
LAND
Schweden
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Earache Records
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
34:08
PRODUZENT
Fredrik Nordström
AUFNAHMEORT
Studio Fredman, Göteborg

BESETZUNG

  • Tomas Lindberg – Gesang
  • Anders Björler – Gitarre
  • Martin Larsson – Gitarre
  • Jonas Björler – Bass
  • Adrian Erlandsson – Schlagzeug.

BORDCOMPUTER

1995 nahmen At the Gates elf Stücke auf, von denen kaum eines vier Minuten benötigt. Das war keine Sparmaßnahme.

Auf Slaughter of the Soul wird der melodische Death Metal auf seine unmittelbarste Form verdichtet. Die Gitarren von Anders Björler und Martin Larsson liefern Melodien, die beinahe ebenso wichtig sind wie die Riffs; darunter treibt die Rhythmusgruppe die Stücke mit einer Präzision voran, die wenig Raum für Dekoration lässt. Tomas Lindberg klingt derweil, als müsse eine dringende Angelegenheit innerhalb der nächsten drei Minuten geklärt werden.

Blinded by Fear, der Titelsong und Cold zeigen das Prinzip fast ohne Umwege. Melodie macht die Musik nicht weicher. Sie macht den Angriff lediglich leichter erinnerbar.

Kurz nach dem Album lösten sich At the Gates auf. Was zunächst wie ein Endpunkt aussah, wurde in den folgenden Jahren zu einer der einflussreichsten Blaupausen des modernen melodischen Metals.

Manchmal braucht eine Band für ein Vermächtnis keine lange Karriere. Drei Minuten pro Stück können genügen.

TRACKLIST

  1. Blinded by Fear
  2. Slaughter of the Soul
  3. Cold
  4. Under a Serpent Sun
  5. Into the Dead Sky
  6. Suicide Nation
  7. World of Lies
  8. Unto Others
  9. Nausea
  10. Need
  11. The Flames of the End

IN MEINEM ARCHIV

AT THE GATESAT WAR WITH REALITY2014
JAHR
2014
LAND
Schweden
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Century Media
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
44:17
PRODUZENT
At the Gates & Fredrik Nordström
AUFNAHMEORT
Studio Fredman, Göteborg

BESETZUNG

  • Tomas Lindberg -- Gesang
  • Anders Björler -- Gitarre
  • Martin Larsson -- Gitarre
  • Jonas Björler -- Bass
  • Adrian Erlandsson -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

1995 veröffentlichten At the Gates Slaughter of the Soul. Danach löste sich die Band auf.

Neunzehn Jahre später erschien ein neues Studioalbum.

Das hätte leicht zu einer historischen Nachstellung werden können. Stattdessen klingt At War with Reality eindeutig nach derselben Band, ohne so zu tun, als wären seit 1995 keine Jahre vergangen. Die Gitarren von Anders Björler und Martin Larsson wechseln zwischen den vertrauten schneidenden Melodien und ruhigeren, beinahe unheimlichen Passagen; Tomas Lindberg klingt weiterhin, als müsse eine sehr dringende Angelegenheit geklärt werden.

Textlich orientiert sich das Album am magischen Realismus lateinamerikanischer Literatur und beschäftigt sich mit der Grenze zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung. Das erklärt Titel wie The Circular Ruins und The Book of Sand – beide verweisen auf Jorge Luis Borges.

Neunzehn Jahre zwischen zwei Studioalben sind eine ungewöhnlich lange Pause.

At the Gates kamen zurück. Die Tore waren offenbar nie abgeschlossen.

TRACKLIST

  1. El Altar del Dios Desconocido
  2. Death and the Labyrinth
  3. At War with Reality
  4. The Circular Ruins
  5. Heroes and Tombs
  6. The Conspiracy of the Blind
  7. Order from Chaos
  8. The Book of Sand (The Abomination)
  9. The Head of the Hydra
  10. City of Mirrors
  11. Eater of Gods
  12. Upon Pillars of Dust
  13. The Night Eternal

IN MEINEM ARCHIV

ATLANTEAN KODEXTHE COURSE OF EMPIRE2019
JAHR
2019
LAND
Deutschland
GENRE
Epic Heavy Metal / Doom Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Ván Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
1:00:39
PRODUZENT
Atlantean Kodex
AUFNAHMEORTE
Boar Cult Studios, Sulzbach-Rosenberg, Deutschland; Haus Heidi Studios, Neuöd, Deutschland

BESETZUNG

  • Markus Becker – Gesang
  • Manuel Trummer – Gitarre
  • Michael Koch – Gitarre
  • Florian Kreuzer – Bass
  • Mario Weiß – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Atlantean Kodex stammen aus der Oberpfalz. Ihre Musik klingt allerdings, als wäre die Oberpfalz erheblich größer und mindestens dreitausend Jahre älter als bislang angenommen.

The Course of Empire verbindet klassischen Heavy Metal und Doom mit monumentalen Melodien, langen Spannungsbögen und einer historischen Bilderwelt, die von Mesopotamien über Byzanz bis zum europäischen Abendland reicht. Mehrere Stücke bewegen sich um die Neun-Minuten-Marke. Eile gehört erkennbar nicht zum Konzept.

Dabei geht es weniger um eine zusammenhängende historische Erzählung als um Aufstieg, kulturelles Gedächtnis, Verlust und den Zerfall von Zivilisationen. Selbst der Titel verweist auf Thomas Coles Gemäldezyklus The Course of Empire, der eine Zivilisation von ihrer Entstehung bis zu ihrer Zerstörung verfolgt.

Das Album endet schließlich mit Die Welt von Gestern.

Andere Metalbands bauen Songs. Atlantean Kodex bauen Zivilisationen und warten anschließend, bis sie untergehen.

TRACKLIST

  1. The Alpha and the Occident (Rising from Atlantean Tombs)
  2. People of the Moon (Dawn of Creation)
  3. Lion of Chaldea (The Heroes’ Journey)
  4. Chariots (Descending from Zagros)
  5. The Innermost Light (Sensus Fidei)
  6. A Secret Byzantium (Numbered as Sand and the Stars)
  7. He Who Walks Behind the Years (Place of Sounding Drums)
  8. Spell of the Western Sea (Among Wolves and Thieves)
  9. The Course of Empire (All Thrones in Earth and Heaven)
  10. Die Welt von Gestern (Abendland)

IN MEINEM ARCHIV

AUDIOSLAVEAUDIOSLAVE2002
JAHR
2002
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Alternative Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Epic / Interscope
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
65:26
PRODUZENT
Rick Rubin
AUFNAHMEORT
Cello Studios, Los Angeles

BESETZUNG

  • Chris Cornell – Gesang
  • Tom Morello – Gitarre
  • Tim Commerford – Bass
  • Brad Wilk – Schlagzeug.

BORDCOMPUTER

Audioslave entstanden aus einer Gleichung, die auf dem Papier fast verdächtig einfach aussieht: die drei Instrumentalisten von Rage Against the Machine plus Chris Cornell von Soundgarden.

Das Debüt funktioniert aber gerade deshalb, weil niemand versucht, daraus eine mathematische Summe der beiden alten Bands zu machen. Tom Morello klingt weiterhin unverkennbar nach Tom Morello, Tim Commerford und Brad Wilk bauen darunter ihre massive Rhythmusmaschine – und Cornell setzt eine Stimme darauf, die aus einem schweren Riff plötzlich einen großen Rocksong machen kann.

Cochise demonstriert die rohe Variante. Like a Stone braucht wesentlich weniger Kraft und wurde gerade dadurch zum bekanntesten Stück des Albums. I Am the Highway zeigt schließlich, dass diese Band auch dann funktioniert, wenn Morellos Gitarre nicht gerade versucht, ihre eigene Bauart zu widerlegen.

Audioslave klangen vom ersten Album an erstaunlich wenig wie ein Nebenprojekt.

Vier Musiker hatten ihre Bands verloren. Die Verstärker offenbar nicht.

TRACKLIST

  1. Cochise
  2. Show Me How to Live
  3. Like a Stone
  4. Set It Off
  5. Shadow on the Sun
  6. I Am the Highway
  7. Exploder
  8. Hypnotize
  9. Bring Em Back Alive
  10. Light My Way
  11. Getaway Car
  12. The Last Remaining Light
  13. Gasoline
  14. What You Are

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AUDIOSLAVEOUT OF EXILE2005
JAHR
2005
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Alternative Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Epic / Interscope
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
53:38
PRODUZENT
Rick Rubin
AUFNAHMEORT
Cello Studios / Akademie Mathematique of Philosophical Sound Research, Los Angeles

BESETZUNG

  • Chris Cornell – Gesang
  • Tom Morello – Gitarre
  • Tim Commerford – Bass
  • Brad Wilk – Schlagzeug.

BORDCOMPUTER

Beim ersten Audioslave-Album war die Herkunft seiner Mitglieder noch unüberhörbar. Drei Jahre später klingt Out of Exile stärker nach einer Band, die inzwischen ihre eigene gemeinsame Vergangenheit besitzt.

Tom Morello verwendet seine Gitarre weiterhin gelegentlich wie ein elektronisches Gerät, dessen Bedienungsanleitung verloren gegangen ist. Doch die Songs lassen mehr Raum. Be Yourself ist beinahe demonstrativ schlicht, Doesn’t Remind Me verbindet ein entspanntes Grundmotiv mit einem Refrain, der plötzlich erheblich größer wird.

Auch Chris Cornell klingt weniger so, als müsse er gegen Rage Against the Machine ansingen. Stimme und Rhythmusgruppe greifen selbstverständlicher ineinander.

Das Entscheidende am zweiten Album ist deshalb weniger eine musikalische Neuerfindung als das Verschwinden der Nahtstellen.

Aus einer Supergroup war eine Band geworden. Das ist nicht immer derselbe Vorgang.

TRACKLIST

  1. Your Time Has Come
  2. Out of Exile
  3. Be Yourself
  4. Doesn't Remind Me
  5. Drown Me Slowly
  6. Heaven's Dead
  7. The Worm
  8. Man or Animal
  9. Yesterday to Tomorrow
  10. Dandelion
  11. #1 Zero
  12. The Curse

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AUDIOSLAVEREVELATIONS2006
JAHR
2006
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Alternative Rock / Funk Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Epic / Interscope
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
48:28
PRODUZENT
Brendan O'Brien
AUFNAHMEORT
Henson Recording Studios, Hollywood

BESETZUNG

  • Chris Cornell – Gesang
  • Tom Morello – Gitarre
  • Tim Commerford – Bass
  • Brad Wilk – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Auf ihrem dritten Album wechseln Audioslave den Produzenten. Brendan O’Brien rückt die Band näher zusammen und bringt etwas deutlicher hervor, was bei dieser Rhythmusgruppe ohnehin nie weit entfernt war: Funk.

Original Fire und der Titelsong federn mehr, als sie stampfen. Tim Commerfords Bass bekommt Platz, Brad Wilks Schlagzeug sitzt tief im Groove, und Tom Morello findet weiterhin Geräusche, die andere Gitarristen vermutlich zunächst dem technischen Kundendienst melden würden.

Chris Cornell bleibt darüber der klassische Rocksänger dieses ausgesprochen unklassischen Fundaments.

Rückblickend bekam der Titel eine unbeabsichtigte zusätzliche Bedeutung. Wenige Monate nach Veröffentlichung verließ Cornell die Band; Revelations blieb Audioslaves letztes Studioalbum.

Drei Alben in vier Jahren. Dann war die Übertragung beendet.

TRACKLIST

  1. Revelations
  2. One and the Same
  3. Sound of a Gun
  4. Until We Fall
  5. Original Fire
  6. Broken City
  7. Somedays
  8. Shape of Things to Come
  9. Jewel of the Summertime
  10. Wide Awake
  11. Nothing Left to Say but Goodbye
  12. Moth

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AURIAURI2018
JAHR
2018
LAND
Finnland / England
GENRE
Progressive Folk / Folk Rock / Ambient
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
55:32
AUFNAHMEORTE
Bei Tuomas Holopainen, Finnland; England (Troy Donockleys Aufnahmen)

BESETZUNG

  • Johanna Kurkela – Gesang, Viola
  • Tuomas Holopainen – Keyboards, Piano
  • Troy Donockley – Uilleann Pipes, Akustikgitarren, Bouzouki, Bodhrán, Aerophone und weitere Instrumente.

BORDCOMPUTER

Auri entstand aus der Zusammenarbeit von Johanna Kurkela, Tuomas Holopainen und Troy Donockley. Zwei der drei waren bereits bei Nightwish beschäftigt, doch wer deshalb ein Nebenprojekt mit etwas weniger Strom erwartet, befindet sich schnell im falschen Wald.

Das Debüt bewegt sich zwischen Folk, Filmmusik, Progressive Rock und beinahe schwerelosen Klangflächen. Kurkelas Stimme steht im Zentrum; um sie herum erscheinen Klavier, akustische Saiteninstrumente, Flöten und Uilleann Pipes. Metal spielt dabei praktisch keine Rolle.

Das Album funktioniert eher wie eine zusammenhängende Fantasiewelt als eine Sammlung auf Wirkung gebauter Einzelsongs. Selbst Titel wie Underthing Solstice und Them Thar Chanterelles klingen, als müsse ihre Bedeutung nicht zwingend außerhalb dieser Welt geklärt werden.

Nightwish-Mitglieder gründeten eine Band ohne Metal. Die Instrumente wurden darüber offenbar rechtzeitig informiert.

TRACKLIST

  1. The Space Between
  2. I Hope Your World Is Kind
  3. Skeleton Tree
  4. Desert Flower
  5. Night 13
  6. See
  7. The Name of the Wind
  8. Aphrodite Rising
  9. Savant
  10. Underthing Solstice
  11. Them Thar Chanterelles

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AVATARIUMTHE GIRL WITH THE RAVEN MASK2015
JAHR
2015
LAND
Schweden
GENRE
Doom Metal / Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
8
GESAMTLAUFZEIT
46:47
PRODUZENT
Marcus Jidell
AUFNAHMEORTE
Ghost Ward Studio, Gröndal, Schweden; DeepWell, Stockholm, Schweden

BESETZUNG

  • Jennie-Ann Smith – Gesang
  • Marcus Jidell – Gitarre
  • Leif Edling – Bass
  • Carl Westholm – Keyboards
  • Lars Sköld – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Avatarium begannen als Projekt des Candlemass-Bassisten Leif Edling. Schon beim zweiten Album wird allerdings deutlich, dass daraus eine eigene Band geworden ist.

Doom Metal bleibt das Fundament, aber darauf stehen inzwischen deutlich mehr Dinge. Marcus Jidells Gitarre bewegt sich zwischen schweren Riffs und psychedelischem Hard Rock, Keyboards öffnen Räume in Richtung Siebzigerjahre, und Jennie-Ann Smith singt weder wie eine typische Metal-Sängerin noch versucht sie, eine zu werden.

The January Sea und Pearls and Coffins lassen sich dafür jeweils mehr als sieben Minuten Zeit. Der Titelsong erledigt dieselbe Aufgabe wesentlich kompakter und zeigt ziemlich genau, worin die Besonderheit dieser Band liegt: Dunkelheit muss nicht zwangsläufig grau sein.

Auf dem Cover wartet das Mädchen mit der Rabenmaske.

Der Doom Metal hatte plötzlich Farben entdeckt. Er wirkte darüber selbst etwas beunruhigt.

TRACKLIST

  1. Girl with the Raven Mask
  2. The January Sea
  3. Pearls and Coffins
  4. Hypnotized
  5. Ghostlight
  6. Run Killer Run
  7. Iron Mule
  8. The Master Thief

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AVATARIUMHURRICANES AND HALOS2017
JAHR
2017
LAND
Schweden
GENRE
Doom Metal / Psychedelic Rock / Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
8
GESAMTLAUFZEIT
44:47
PRODUZENT
Marcus Jidell
AUFNAHMEORT
Ghost Ward Studios, Stockholm, Schweden

BESETZUNG

  • Jennie-Ann Smith – Gesang
  • Marcus Jidell – Gitarre
  • Leif Edling – Bass
  • Carl Westholm – Keyboards
  • Lars Sköld – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Zwei Jahre später entfernen sich Avatarium noch weiter von einer einfachen Doom-Metal-Schublade.

Into the Fire / Into the Storm beginnt mit einem Riff, das problemlos aus einem wesentlich älteren Jahrzehnt stammen könnte. Hammond-Orgeln, akustische Passagen und psychedelische Gitarren treten neben die weiterhin vorhandene Schwere. In Medusa Child benötigt die Band neun Minuten, um all das unterzubringen.

Jennie-Ann Smith steht inzwischen endgültig im Zentrum dieser Musik. Ihre Stimme kann leise und beinahe zerbrechlich beginnen und wenige Augenblicke später über einem massiven Gitarrenriff stehen, ohne dagegen ankämpfen zu müssen.

Der Albumtitel verbindet Wirbelstürme mit Heiligenscheinen.

Avatarium hatten offenbar beschlossen, dass zwischen Himmel und Hölle unnötig viel freier Platz liegt.

TRACKLIST

  1. Into the Fire / Into the Storm
  2. The Starless Sleep
  3. Road to Jerusalem
  4. Medusa Child
  5. The Sky at the Bottom of the Sea
  6. When Breath Turns to Air
  7. A Kiss (From the End of the World)
  8. Hurricanes and Halos

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AVATARIUMTHE FIRE I LONG FOR2019
JAHR
2019
LAND
Schweden
GENRE
Doom Metal / Hard Rock / Progressive Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
44:16
PRODUZENT
Marcus Jidell
AUFNAHMEORT
Studio DeepWell, Stockholm, Schweden

BESETZUNG

  • Jennie-Ann Smith – Gesang
  • Marcus Jidell – Gitarre
  • Mats Rydström – Bass
  • Rickard Nilsson – Keyboards
  • Andreas Habo Johansson – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Beim dritten Avatarium-Album unseres Archivs ist aus Leif Edlings Projekt endgültig eine Band mit eigener Sprache geworden.

Der Doom Metal ist noch vorhanden, aber er muss sich den Raum inzwischen mit Blues, Psychedelic Rock, Progressive Rock und erstaunlich eingängigen Melodien teilen. Rubicon rollt beinahe lässig vorwärts, Porcelain Skull bringt die Schwere zurück, während Lay Me Down kaum noch Metal benötigt, um in dieselbe Welt zu gehören.

Das Entscheidende bleibt die Kombination aus Marcus Jidells Gitarren und Jennie-Ann Smiths Stimme. Sie erlaubt Avatarium, zwischen beinahe intimen Passagen und schweren Riffs zu wechseln, ohne dass daraus zwei verschiedene Bands werden.

Leif Edling hatte das Raumschiff inzwischen weitgehend verlassen. Es flog trotzdem weiter.

Das Feuer brannte noch. Offenbar war es nicht an den Gründer gebunden.

TRACKLIST

  1. Voices
  2. Rubicon
  3. Lay Me Down
  4. Porcelain Skull
  5. Shake That Demon
  6. Great Beyond
  7. The Fire I Long For
  8. Epitaph of Heroes
  9. Stars They Move

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AVENGED SEVENFOLDBLACK REIGN2018
JAHR
2018
LAND
USA
GENRE
Heavy Metal
TYP
EP
LABEL
Warner Bros. Records
TITELANZAHL
4
GESAMTLAUFZEIT
21:14
PRODUZENT
Mike Elizondo; Avenged Sevenfold; Joe Barresi
AUFNAHMEORT
Verschiedene Aufnahmeorte (2011–2018); Mad Hatter: Los Angeles, Kalifornien

BESETZUNG

  • M. Shadows – Gesang
  • Synyster Gates – Leadgitarre, Backgroundgesang
  • Zacky Vengeance – Rhythmusgitarre, Backgroundgesang
  • Johnny Christ – Bass, Backgroundgesang
  • Arin Ilejay – Schlagzeug auf Carry On und Not Ready to Die
  • Brooks Wackerman – Schlagzeug auf Mad Hatter und Jade Helm

BORDCOMPUTER

Black Reign ist weniger ein gewöhnliches Mini-Album als eine kleine Außenstelle von Avenged Sevenfold im Universum von Call of Duty. Die vier Stücke entstanden zwischen 2011 und 2018 für verschiedene Teile der Black Ops-Reihe und wurden erst später unter einem gemeinsamen Titel versammelt.

Entsprechend hört man keine einzelne Studiositzung, sondern mehrere Entwicklungsstufen der Band. Not Ready to Die und Carry On stammen noch aus der Zeit mit Arin Ilejay am Schlagzeug; bei Jade Helm und Mad Hatter sitzt bereits Brooks Wackerman hinter dem Kit. Gerade das instrumentale Jade Helm fällt dabei aus dem üblichen Songformat heraus.

Dass eine Metalband über Jahre hinweg eigens Musik für eine Videospielserie schreibt, wäre früher vermutlich unter „Merchandising“ abgelegt worden. Hier entstand daraus eine kleine Parallel-Diskografie.

Der Bordcomputer registriert vier Titel und mehrere Millionen virtuelle Gefallene.

TRACKLIST

  1. Mad Hatter
  2. Carry On
  3. Not Ready to Die (From “Call of the Dead”)
  4. Jade Helm (Instrumental)

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AYREONTHE SOURCE2017
JAHR
2017
LAND
Niederlande
GENRE
Progressive Metal / Progressive Rock
TYP
Studioalbum / Konzeptalbum
LABEL
Mascot Label Group / Music Theories Recordings
TITELANZAHL
17
GESAMTLAUFZEIT
1:28:32
PRODUZENT
Arjen Anthony Lucassen
AUFNAHMEORT
The Electric Castle Studio, Niederlande (Hauptaufnahmen)

BESETZUNG

  • Arjen Lucassen -- Gitarren, Bass, Keyboards u. a.
  • Ed Warby -- Schlagzeug; dazu ein großes Ensemble von Gastsängern und Instrumentalisten

BORDCOMPUTER

Bei Ayreon genügt für gewöhnlich nicht die Frage, worum es auf einem Album geht. Man sollte zunächst klären, auf welchem Planeten man sich befindet.

The Source führt nach Alpha im Andromeda-System. Dort hat eine hochentwickelte Zivilisation ihre Entscheidungen weitgehend einer künstlichen Intelligenz namens Frame überlassen. Frame kommt nach eingehender Berechnung zu dem Ergebnis, dass die Bewohner des Planeten dessen größtes Problem darstellen.

Der Bordcomputer nimmt diese Handlung mit professionellem Interesse zur Kenntnis.

Musikalisch baut Arjen Lucassen daraus wieder eine Mischung aus Progressive Rock, Metal, Folk, Elektronik und Rockoper. Die zahlreichen Sänger verkörpern einzelne Figuren, weshalb selbst ein zwölfminütiger Opener eher wie eine Szene als wie ein gewöhnlicher Song funktioniert.

Am Ende verlassen die Überlebenden ihren Planeten und suchen eine neue Heimat.

Die künstliche Intelligenz hatte gerechnet. Für die Menschen ging das erwartungsgemäß schlecht aus.

TRACKLIST

  1. The Day That the World Breaks Down
  2. Sea of Machines
  3. Everybody Dies
  4. Star of Sirrah
  5. All That Was
  6. Run! Apocalypse! Run!
  7. Condemned to Live
  8. Aquatic Race
  9. The Dream Dissolves
  10. Deathcry of a Race
  11. Into the Ocean
  12. Bay of Dreams
  13. Planet Y Is Alive!
  14. The Source Will Flow
  15. Journey to Forever
  16. The Human Compulsion
  17. March of the Machines

IN MEINEM ARCHIV

BAD RELIGIONGENERATOR1992
JAHR
1992
LAND
USA
GENRE
Punk Rock / Melodic Hardcore
TYP
Studioalbum
LABEL
Epitaph
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
30:04
PRODUZENT
Bad Religion
AUFNAHMEORT
Westbeach Recorders, Hollywood

BESETZUNG

  • Greg Graffin – Gesang
  • Brett Gurewitz – Gitarre
  • Greg Hetson – Gitarre
  • Jay Bentley – Bass
  • Bobby Schayer – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Bad Religion hatten Ende der Achtziger eine Formel entwickelt, die gefährlich zuverlässig funktionierte: schnelle Gitarren, Greg Graffins sofort erkennbare Stimme, mehrstimmige „Oozin’ Aahs“ und Texte, deren Wortschatz gelegentlich den Eindruck vermittelt, ein Punkkonzert könne auch als Aufnahmeprüfung für ein geisteswissenschaftliches Studium dienen.

Generator verändert diese Formel vorsichtig.

Der Titelsong beginnt langsamer und schwerer, Atomic Garden lässt mehr Raum zwischen den Akkorden, und insgesamt wirkt das Album weniger darauf bedacht, jeden Gedanken in zwei Minuten unterzubringen. Die Melodien bleiben, ebenso die gesellschaftlichen, politischen und philosophischen Fragen.

Bad Religion wurden nicht weniger Punk. Sie entdeckten lediglich, dass auch drei Minuten zur Verfügung standen.

Der Generator lief weiterhin. Die Drehzahl war jetzt regelbar.

TRACKLIST

  1. Generator
  2. Too Much to Ask
  3. No Direction
  4. Tomorrow
  5. Two Babies in the Dark
  6. Heaven Is Falling
  7. Atomic Garden
  8. The Answer
  9. Fertile Crescent
  10. Chimaera
  11. Only Entertainment

IN MEINEM ARCHIV

BAD RELIGIONSTRANGER THAN FICTION1994
JAHR
1994
LAND
USA
GENRE
Punk Rock / Melodic Hardcore
TYP
Studioalbum
LABEL
Atlantic
TITELANZAHL
15
GESAMTLAUFZEIT
38:19
PRODUZENT
Andy Wallace
AUFNAHMEORT
Rumbo Recorders, Canoga Park, Kalifornien

BESETZUNG

  • Greg Graffin – Gesang
  • Brett Gurewitz – Gitarre
  • Greg Hetson – Gitarre
  • Jay Bentley – Bass
  • Bobby Schayer – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

1994 war Punk plötzlich wieder ein kommerziell interessantes Wort. Bad Religion hatten zu diesem Zeitpunkt bereits seit vierzehn Jahren ausreichend Gelegenheit gehabt, sich darüber Gedanken zu machen.

Stranger Than Fiction war ihr erstes Album für Atlantic und klingt entsprechend größer produziert, ohne die Grundkonstruktion zu verändern. Andy Wallace gibt den Gitarren Kontur, die Chöre sitzen exakt, und Greg Graffin singt weiterhin Sätze, für die andere Bands vermutlich Fußnoten benötigt hätten.

Mit Infected lässt die Band sogar vier Minuten verstreichen – nahezu Progressive Rock nach Bad-Religion-Maßstäben. 21st Century (Digital Boy) wird noch einmal aufgenommen und passt 1994 plötzlich besser in die Welt als bei seiner ersten Veröffentlichung vier Jahre zuvor.

Kurz danach verließ Brett Gurewitz die Band.

Punk war im Mainstream angekommen. Bad Religion waren schon da und wirkten leicht irritiert über den Besuch.

TRACKLIST

  1. Incomplete
  2. Leave Mine to Me
  3. Stranger Than Fiction
  4. Tiny Voices
  5. The Handshake
  6. Better Off Dead
  7. Infected
  8. Television
  9. Individual
  10. Hooray for Me...
  11. Slumber
  12. Marked
  13. Inner Logic
  14. What It Is
  15. 21st Century (Digital Boy)

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BAD RELIGIONTHE GRAY RACE1996
JAHR
1996
LAND
USA
GENRE
Punk Rock / Melodic Hardcore
TYP
Studioalbum
LABEL
Atlantic
TITELANZAHL
15
GESAMTLAUFZEIT
38:28
PRODUZENT
Ric Ocasek
AUFNAHMEORT
Electric Lady Studios, New York City, USA

BESETZUNG

  • Greg Graffin – Gesang
  • Greg Hetson – Gitarre
  • Brian Baker – Gitarre
  • Jay Bentley – Bass
  • Bobby Schayer – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Brett Gurewitz war ausgestiegen. Für eine Band, deren charakteristischer Stil zu einem erheblichen Teil aus dem Zusammenspiel seiner Songs mit denen Greg Graffins entstanden war, hätte das ein ziemlich großes Loch hinterlassen können.

Bad Religion setzten Brian Baker hinein und machten weiter.

The Gray Race klingt deshalb erstaunlich wenig nach Krisenverwaltung. A Walk, Punk Rock Song und Come Join Us besitzen alle vertrauten Bauteile: schnelles Schlagzeug, melodische Gitarren, Chöre und Graffins unerschütterliche Bereitschaft, gesellschaftliche Probleme in zweieinhalb Minuten zu untersuchen.

Ric Ocaseks Produktion gibt dem Album dabei einen klaren, direkten Klang.

Dass Bad Religion ohne einen ihrer zentralen Songwriter weiterhin sofort nach Bad Religion klangen, sagt vermutlich einiges darüber aus, wie fest ihre musikalische Sprache inzwischen etabliert war.

Ein Gründungsmitglied ging. Die Satzzeichen blieben an ihrem Platz.

TRACKLIST

  1. The Gray Race
  2. Them and Us
  3. A Walk
  4. Parallel
  5. Punk Rock Song
  6. Empty Causes
  7. Nobody Listens
  8. Pity the Dead
  9. Spirit Shine
  10. The Streets of America
  11. Ten in 2010
  12. Victory
  13. Drunk Sincerity
  14. Come Join Us
  15. Cease

IN MEINEM ARCHIV

BAESTVENENUM2019
JAHR
2019
LAND
Dänemark
GENRE
Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Century Media
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
44:41
AUFNAHMEORT
FinlandStudio, Aarhus, Dänemark

BESETZUNG

  • Simon Olsen – Gesang
  • Svend Karlsson – Gitarre
  • Lasse Revsbech – Gitarre
  • Mattias Melchiorsen – Bass
  • Sebastian Abildsten – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

BAEST kamen aus Aarhus und klangen auf ihrem zweiten Album nicht so, als wollten sie den Death Metal neu erfinden. Sie klangen eher, als hätten sie überprüft, ob die alte Konstruktion noch ausreichend Schaden anrichten kann.

Sie kann.

Venenum steht mit beiden Beinen im klassischen Death Metal: tiefe Gitarren, schwere Grooves, abrupte Beschleunigungen und eine Produktion, die den Instrumenten Gewicht gibt, ohne sie in einem einzigen Klangblock verschwinden zu lassen. Dabei sind die skandinavischen Vorfahren deutlich hörbar, ohne dass BAEST wie eine historische Vorführung wirken.

Stücke wie Gula, Nihil und Heresy nehmen sich zudem genügend Zeit, ihre Riffs tatsächlich arbeiten zu lassen. Geschwindigkeit ist vorhanden. Masse ebenfalls.

Der Death Metal war zu diesem Zeitpunkt mehrere Jahrzehnte alt. BAEST sahen darin offenbar keinen Reparaturbedarf.

TRACKLIST

  1. Vitriol Lament
  2. Gula
  3. Nihil
  4. Venenum
  5. Styx
  6. Heresy
  7. As Above So Below
  8. Sodomize
  9. Empty Throne
  10. No Guts, No Glory

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BAESTNECRO SAPIENS2021
JAHR
2021
LAND
Dänemark
GENRE
Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Century Media
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
44:42
PRODUZENT
Andreas Linnemann
AUFNAHMEORTE
Lundgaard Studios, Dänemark; Prolapse Studio, Dänemark

BESETZUNG

  • Simon Olsen – Gesang
  • Svend Karlsson – Gitarre
  • Lasse Revsbech – Gitarre
  • Mattias Melchiorsen – Bass
  • Sebastian Abildsten – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Zwei Jahre nach Venenum hatten BAEST wenig Anlass gesehen, ihre Grundausstattung auszutauschen. Auf Necro Sapiens wird sie stattdessen präziser eingesetzt.

Nach dem kurzen Intro The Forge beginnt Genesis mit genau jener Mischung aus schwerem Groove und klassischem Death-Metal-Riffing, die bereits den Vorgänger bestimmte. Die Gitarren können walzen, beschleunigen oder sich in längeren Passagen festbeißen; darunter bleibt die Rhythmusgruppe bemerkenswert kontrolliert.

Dabei besitzt das Album genügend kleine Verschiebungen, damit aus Traditionspflege keine Museumsführung wird. Der Titelsong ist kompakt, Goregasm nimmt sich mehr als sechs Minuten, und Sea of Vomit beendet die Angelegenheit mit einem Titel, der weitere poetische Erläuterungen weitgehend überflüssig macht.

Der Mensch hatte sich zum Homo sapiens entwickelt. BAEST hielten offenbar ein weiteres Stadium für erforderlich.

TRACKLIST

  1. The Forge
  2. Genesis
  3. Necro Sapiens
  4. Czar
  5. Abattoir
  6. Goregasm
  7. Towers of Suffocation
  8. Purification Through Mutilation
  9. Meathook Massacre
  10. Sea of Vomit

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BARONESSPURPLE2015
JAHR
2015
LAND
USA
GENRE
Sludge Metal / Progressive Metal / Alternative Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Abraxan Hymns
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
42:14
PRODUZENT
Dave Fridmann
AUFNAHMEORT
Tarbox Road Studios, Cassadaga, New York

BESETZUNG

  • John Dyer Baizley – Gesang, Gitarre
  • Pete Adams – Gitarre, Gesang
  • Nick Jost – Bass, Keyboards
  • Sebastian Thomson – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

2012 stürzte der Tourbus von Baroness bei Bath in England von einem Viadukt. Mitglieder der Band wurden schwer verletzt; John Baizley erlitt unter anderem einen komplizierten Armbruch. Anschließend verließen Bassist Matt Maggioni und Schlagzeuger Allen Blickle die Band.

Purple ist das erste Album danach.

Das erklärt seine Entstehung, aber nicht allein seine Musik. Baroness klingen kompakter als auf Yellow & Green, ohne zu ihren frühen Sludge-Platten zurückzukehren. Shock Me besitzt einen beinahe sofortigen Refrain, während Chlorine & Wine langsam aus einer ruhigen Passage zu einem der großen Höhepunkte des Albums anwächst.

Die Schwere ist geblieben. Sie bedeutet nur etwas anderes als früher.

Baroness waren zurück. Das allein war diesmal keine Selbstverständlichkeit.

TRACKLIST

  1. Morningstar
  2. Shock Me
  3. Try to Disappear
  4. Kerosene
  5. Fugue
  6. Chlorine & Wine
  7. The Iron Bell
  8. Desperation Burns
  9. If I Have to Wake Up (Would You Stop the Rain?)
  10. Crossroads of Infinity

IN MEINEM ARCHIV

BARONESSGOLD & GREY2019
JAHR
2019
LAND
USA
GENRE
Progressive Metal / Sludge Metal / Alternative Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Abraxan Hymns
TITELANZAHL
17
GESAMTLAUFZEIT
1:04:49
PRODUZENT
Dave Fridmann
AUFNAHMEORT
Tarbox Road Studios, New York

BESETZUNG

  • John Dyer Baizley – Gesang, Gitarre
  • Gina Gleason – Gitarre, Gesang
  • Nick Jost – Bass, Keyboards
  • Sebastian Thomson – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Baroness hatten ihre Alben bis dahin nach Farben benannt: Red, Blue, Yellow & Green und Purple. Mit Gold & Grey erklärte John Baizley diese Reihe für beendet.

Vorher wurde die Palette noch einmal vollständig ausgeleert.

Die siebzehn Stücke reichen von schweren Gitarren über akustische Passagen und elektronische Zwischenspiele bis zu psychedelischen Klangflächen. Manche dauern sechs Minuten, andere kaum eine. Gina Gleason tritt erstmals als Gitarristin und zweite Stimme hinzu und verändert besonders die vokalen Möglichkeiten der Band.

Das Album wirkt deshalb weniger wie eine sauber sortierte Sammlung von Songs als wie ein langer Strom aus Ideen, Übergängen und kleinen Fragmenten.

Nach Gold & Grey waren Baroness mit den Farben fertig.

Der Bordcomputer empfiehlt für künftige Albumtitel dennoch die Bevorratung von Cyan und Magenta.

TRACKLIST

  1. Front Toward Enemy
  2. I’m Already Gone
  3. Seasons
  4. Sevens
  5. Tourniquet
  6. Anchor’s Lament
  7. Throw Me an Anchor
  8. I’d Do Anything
  9. Blankets of Ash
  10. Emmett – Radiating Light
  11. Cold-Blooded Angels
  12. Crooked Mile
  13. Broken Halo
  14. Can Oscura
  15. Borderlines
  16. Assault on East Falls
  17. Pale Sun

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BATHORYTWILIGHT OF THE GODS1991
JAHR
1991
LAND
Schweden
GENRE
Viking Metal / Epic Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Black Mark Production
TITELANZAHL
7
GESAMTLAUFZEIT
56:52
PRODUZENT
The Boss
AUFNAHMEORT
Montezuma Studio, Stockholm, Schweden

BESETZUNG

  • Quorthon – Gesang und Instrumente

BORDCOMPUTER

Die frühen Bathory gehörten zu den entscheidenden Vorläufern des Black Metal. Anfang der Neunziger war Quorthon allerdings bereits woanders unterwegs.

Twilight of the Gods setzt den Weg von Hammerheart fort: lange Stücke, akustische Gitarren, Chöre, langsame monumentale Riffs und Texte über vorchristliche nordische Vorstellungen ersetzen weitgehend die Raserei der frühen Alben.

Der Einstieg benötigt vierzehn Minuten. Blood and Iron weitere zehn. Das Album verhält sich damit weniger wie eine Sammlung einzelner Songs als wie eine einzige große Landschaft.

Der Schlusstitel Hammerheart basiert musikalisch auf Gustav Holsts The Planets und beendet die Platte beinahe feierlich.

Aus einer Band, die einmal klang, als müsse alles möglichst schnell brennen, war etwas Monumentales geworden.

Bathory hatten das Tempo reduziert. Die Wikinger benötigten offenbar mehr Platz.

TRACKLIST

  1. Prologue / Twilight of the Gods / Epilogue
  2. Through Blood by Thunder
  3. Blood and Iron
  4. Under the Runes
  5. To Enter Your Mountain
  6. Bond of Blood
  7. Hammerheart

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BATTLE BEASTUNHOLY SAVIOR2015
JAHR
2015
LAND
Finnland
GENRE
Heavy Metal / Power Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
44:17
PRODUZENT
Anton Kabanen; Janne Björkroth
AUFNAHMEORTE
Sound Quest Studio; JKB Studios

BESETZUNG

  • Noora Louhimo – Gesang
  • Anton Kabanen und Juuso Soinio – Gitarren
  • Eero Sipilä – Bass
  • Janne Björkroth – Keyboards
  • Pyry Vikki – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Auf Unholy Savior befinden sich Heavy Metal, Power Metal, Synthesizer, große Chöre und gelegentlich Dinge, die verdächtig nach Achtzigerjahre-Pop klingen.

Battle Beast sehen darin keinen Widerspruch.

Lionheart und Speed and Danger erfüllen zunächst ziemlich zuverlässig die Erwartungen an eine finnische Heavy-Metal-Band. Dann erscheint Touch in the Night mit Synthesizern und elektronischem Rhythmus und scheint kurzzeitig zu überprüfen, ob Giorgio Moroder zufällig Mitglied geworden ist.

Noora Louhimo hält diese unterschiedlichen Richtungen zusammen. Ihre Stimme besitzt genügend Kraft, dass selbst die üppigsten Arrangements selten größer wirken als die Sängerin.

Der Retter war unheilig. Der Synthesizer wurde trotzdem eingelassen.

TRACKLIST

  1. Lionheart
  2. Unholy Savior
  3. I Want the World... and Everything in It
  4. Madness
  5. Sea of Dreams
  6. Speed and Danger
  7. Touch in the Night
  8. The Black Swordsman
  9. Hero’s Quest
  10. Far Far Away
  11. Angel Cry

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BATTLE BEASTBRINGER OF PAIN2017
JAHR
2017
LAND
Finnland
GENRE
Heavy Metal / Power Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
39:27
PRODUZENT
Janne Björkroth
AUFNAHMEORT
JKB Studios, Helsinki

BESETZUNG

  • Noora Louhimo – Gesang
  • Joona Björkroth und Juuso Soinio – Gitarren
  • Eero Sipilä – Bass
  • Janne Björkroth – Keyboards
  • Pyry Vikki – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Zwischen Unholy Savior und Bringer of Pain geschah etwas Entscheidendes: Gitarrist und Hauptsongwriter Anton Kabanen verließ Battle Beast.

Die übrigen fünf Mitglieder machten weiter, Joona Björkroth kam als zweiter Gitarrist hinzu und sein Bruder Janne übernahm die Produktion. Damit musste die Band zum ersten Mal herausfinden, wie Battle Beast ohne ihren bisherigen musikalischen Architekten klingen.

Die Antwort fällt erstaunlich unbekümmert aus. Straight to the Heart liefert klassischen Heavy Metal, King for a Day große Keyboards und einen noch größeren Refrain, während Dancing with the Beast erneut demonstriert, dass die Grenze zwischen Metal und Achtziger-Pop in Finnland offenbar nur gestrichelt auf die Straße gemalt wurde.

Der Hauptsongwriter war gegangen. Das Beast brachte den Schmerz vorsichtshalber selbst.

TRACKLIST

  1. Straight to the Heart
  2. Bringer of Pain
  3. King for a Day
  4. Beyond the Burning Skies
  5. Familiar Hell
  6. Lost in Wars
  7. Bastard Son of Odin
  8. We Will Fight
  9. Dancing with the Beast
  10. Far from Heaven

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BATTLE BEASTNO MORE HOLLYWOOD ENDINGS2019
JAHR
2019
LAND
Finnland
GENRE
Heavy Metal / Power Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
45:41
PRODUZENT
Janne Björkroth
AUFNAHMEORT
JKB Studios, Helsinki

BESETZUNG

  • Noora Louhimo – Gesang
  • Joona Björkroth und Juuso Soinio – Gitarren
  • Eero Sipilä – Bass
  • Janne Björkroth – Keyboards
  • Pyry Vikki – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Der Ausstieg des bisherigen Hauptsongwriters Anton Kabanen hatte Battle Beast vor eine recht grundsätzliche Frage gestellt: Was bleibt von einer Band, wenn der Mann geht, der fast alle ihre Songs geschrieben hat?

No More Hollywood Endings liefert eine ziemlich deutliche Antwort.

Janne und Joona Björkroth, Eero Sipilä und die übrige Band verteilen das Songwriting neu. Gleichzeitig wird die Musik noch größer: Streicher, Keyboards und unverhohlene Achtziger-Pop-Melodien stehen neben Heavy-Metal-Gitarren, während Noora Louhimo weiterhin über allem singt, als müsse sie ohne Mikrofon bis Helsinki zu hören sein.

Der Titelsong beschäftigt sich passend dazu mit der Vorstellung vom perfekten Ende.

Hollywood-Enden wurden abgeschafft. Keyboards durften bleiben.

TRACKLIST

  1. Unbroken
  2. No More Hollywood Endings
  3. Eden
  4. Unfairy Tales
  5. Endless Summer
  6. The Hero
  7. Piece of Me
  8. I Wish
  9. Raise Your Fists
  10. The Golden Horde
  11. World on Fire

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BIOHAZARDSTATE OF THE WORLD ADDRESS1994
JAHR
1994
LAND
USA
GENRE
Hardcore Punk / Rap Metal / Groove Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Warner Bros.
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
57:36
PRODUZENT
Ed Stasium
AUFNAHMEORT
A&M Studios, Hollywood

BESETZUNG

  • Evan Seinfeld – Bass, Gesang
  • Billy Graziadei – Gitarre, Gesang
  • Bobby Hambel – Gitarre
  • Danny Schuler – Schlagzeug
  • Sen Dog – Gastgesang auf How It Is

BORDCOMPUTER

Biohazard kamen aus Brooklyn und spielten Musik, bei der die Grenzen zwischen Hardcore, Metal und Hip-Hop zunehmend wie administrative Vorschläge wirkten.

Auf State of the World Address bekommt diese Mischung eine große Produktion. Ed Stasium macht die Gitarren schwer und die Rhythmusgruppe massiv, ohne die Hardcore-Herkunft der Band wegzupolieren. Billy Graziadei und Evan Seinfeld teilen sich den Gesang; Bobby Hambels Gitarrenarbeit gibt den Songs zusätzlich eine metallische Schärfe.

Bei How It Is steht mit Sen Dog von Cypress Hill schließlich tatsächlich ein Rapper am Mikrofon. Was bei anderen Bands Anfang der Neunziger noch nach Crossover-Experiment aussehen konnte, wirkt bei Biohazard erstaunlich selbstverständlich.

Die einzelnen Bestandteile hatten ohnehin dieselbe Adresse.

Brooklyn. Weitere Genreangaben waren offenbar optional.

TRACKLIST

  1. State of the World Address
  2. Down for Life
  3. What Makes Us Tick
  4. Tales from the Hard Side
  5. How It Is
  6. Remember
  7. Five Blocks to the Subway
  8. Each Day
  9. Failed Territory
  10. Lack There Of
  11. Pride
  12. Human Animal
  13. Cornered
  14. Love Denied

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BLACK COUNTRY COMMUNIONBCCIV2017
JAHR
2017
LAND
USA / Großbritannien
GENRE
Hard Rock / Blues Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Mascot Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
1:00:34
PRODUZENT
Kevin Shirley
AUFNAHMEORT
Cave Studios, Malibu, Kalifornien

BESETZUNG

  • Glenn Hughes – Gesang, Bass
  • Joe Bonamassa – Gitarre, Gesang
  • Derek Sherinian – Keyboards
  • Jason Bonham – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Black Country Communion besitzen eine Besetzung, bei der das Wort „Supergroup“ ausnahmsweise eher eine technische Beschreibung als Werbung ist.

Glenn Hughes bringt Deep Purple und Trapeze mit, Jason Bonham trägt einen bekannten Schlagzeugernamen aus familiären Gründen, Derek Sherinian spielte unter anderem bei Dream Theater, und Joe Bonamassa hatte zum Zeitpunkt von BCCIV bereits genügend eigene Platten veröffentlicht, um einen separaten Lagerraum zu rechtfertigen.

Nach dem dritten Album war die Zusammenarbeit zunächst auseinandergegangen. Fünf Jahre später trafen sich dieselben vier Musiker wieder mit Produzent Kevin Shirley.

BCCIV versucht deshalb nicht, eine neue Band zu erfinden. Collide beginnt mit einem schweren klassischen Hard-Rock-Riff, während Stücke wie The Cove und Wanderlust deutlich mehr Raum beanspruchen. Bonamassa übernimmt bei The Last Song for My Resting Place selbst den Leadgesang.

Der Albumtitel löst das Wiedervereinigungsproblem bemerkenswert effizient.

Drittes Album vorbei. Fünf Jahre Pause. Viertes Album: BCCIV. Die Buchhaltung war intakt.

TRACKLIST

  1. Collide
  2. Over My Head
  3. The Last Song for My Resting Place
  4. Sway
  5. The Cove
  6. The Crow
  7. Wanderlust
  8. Love Remains
  9. Awake
  10. When the Morning Comes

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BLACK SABBATHSABBATH BLOODY SABBATH1973
JAHR
1973
LAND
Großbritannien
GENRE
Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
WWA / Vertigo
TITELANZAHL
8
GESAMTLAUFZEIT
42:21
PRODUZENT
Black Sabbath
AUFNAHMEORT
Morgan Studios, London

BESETZUNG

  • Ozzy Osbourne – Gesang
  • Tony Iommi – Gitarre
  • Geezer Butler – Bass
  • Bill Ward – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nach vier Alben war Tony Iommis Vorrat an Riffs vorübergehend erschöpft.

Das war ungünstig, da Riffs innerhalb von Black Sabbath eine gewisse betriebliche Bedeutung besaßen.

Die Band zog sich nach Clearwell Castle in Gloucestershire zurück. Dort entstand schließlich das Riff zu Sabbath Bloody Sabbath – und damit der Ausgangspunkt für ein Album, auf dem Black Sabbath ihren eigenen musikalischen Raum erheblich erweiterten. Synthesizer, akustische Gitarren, Streicher und Rick Wakemans Keyboards stehen plötzlich neben jener Schwere, die die ersten Platten geprägt hatte.

Fluff ist fast vollständig instrumental und akustisch, während Spiral Architect mit Orchester endet. Trotzdem klingt nichts davon nach einer Band, die ihren Kern verloren hätte.

Im Gegenteil: Black Sabbath hatten herausgefunden, dass ihre Dunkelheit auch bei eingeschaltetem Licht funktioniert.

Tony Iommi hatte keine Riffs mehr. Dann fiel ihm eines ein. Das Problem war gelöst.

TRACKLIST

  1. Sabbath Bloody Sabbath
  2. A National Acrobat
  3. Fluff
  4. Sabbra Cadabra
  5. Killing Yourself to Live
  6. Who Are You?
  7. Looking for Today
  8. Spiral Architect

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BLACK SABBATHHEAVEN AND HELL1980
JAHR
1980
LAND
Großbritannien
GENRE
Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Vertigo / Warner Bros.
TITELANZAHL
8
GESAMTLAUFZEIT
39:41
PRODUZENT
Martin Birch
AUFNAHMEORT
Criteria Recording Studios, Miami; zusätzliche Aufnahmen im Studio Ferber, Paris

BESETZUNG

  • Ronnie James Dio – Gesang
  • Tony Iommi – Gitarre
  • Geezer Butler – Bass
  • Bill Ward – Schlagzeug
  • Geoff Nicholls – Keyboards

BORDCOMPUTER

Ozzy Osbourne war weg.

Für viele Bands wäre das ein hinreichender Grund gewesen, über das Ende nachzudenken. Black Sabbath engagierten Ronnie James Dio.

Damit verändert sich die Musik sofort. Dios Stimme besitzt eine völlig andere Kraft und Beweglichkeit, Tony Iommis Gitarren werden melodischer, und Produzent Martin Birch gibt der Band einen klareren, beinahe majestätischen Klang. Neon Knights eröffnet mit überraschendem Tempo, während der Titelsong langsam zu einem der großen Iommi-Riffs anwächst.

Es klingt eindeutig nach Black Sabbath und gleichzeitig nach einer Band, die es vorher nicht gegeben hatte.

Der Sänger war ausgetauscht worden. Himmel und Hölle blieben geöffnet.

TRACKLIST

  1. Neon Knights
  2. Children of the Sea
  3. Lady Evil
  4. Heaven and Hell
  5. Wishing Well
  6. Die Young
  7. Walk Away
  8. Lonely Is the Word

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BLACK SABBATHDEHUMANIZER1992
JAHR
1992
LAND
England
GENRE
Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
I.R.S.
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
51:35
PRODUZENT
Reinhold „Mack“ Mack
AUFNAHMEORT
Rockfield Studios, Wales

BESETZUNG

  • Ronnie James Dio – Gesang
  • Tony Iommi – Gitarre
  • Geezer Butler – Bass
  • Vinny Appice – Schlagzeug
  • Geoff Nicholls – Keyboards

BORDCOMPUTER

Elf Jahre nach Mob Rules standen Ronnie James Dio, Tony Iommi, Geezer Butler und Vinny Appice wieder gemeinsam im Studio. Die Welt des Heavy Metal hatte sich inzwischen erheblich verändert.

Black Sabbath reagierten darauf nicht, indem sie 1981 rekonstruierten.

Dehumanizer ist schwer, dunkel und auffallend wenig romantisch. Iommis Riffs wirken teilweise beinahe industriell, während Dio weniger von Drachen und fantastischen Welten singt als von Technologie, Medien, Religion und einer Menschheit, deren weitere Entwicklung offenbar Anlass zur Beobachtung gab.

Schon Computer God stellt den Menschen einer von ihm geschaffenen Technik gegenüber. 1992 war das Science-Fiction.

Der Bordcomputer enthält sich aus Gründen der beruflichen Befangenheit einer weiteren Bewertung.

Black Sabbath waren zurück. Die Zukunft wirkte nicht erfreut darüber.

TRACKLIST

  1. Computer God
  2. After All (The Dead)
  3. TV Crimes
  4. Letters from Earth
  5. Master of Insanity
  6. Time Machine
  7. Sins of the Father
  8. Too Late
  9. I
  10. Buried Alive

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BLACK SABBATH132013
JAHR
2013
LAND
England
GENRE
Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Vertigo / Republic
TITELANZAHL
8
GESAMTLAUFZEIT
53:15
PRODUZENT
Rick Rubin
AUFNAHMEORT
Shangri-La Studios, Malibu; zusätzliche Aufnahmen in Tone Hall, Warwickshire

BESETZUNG

  • Ozzy Osbourne – Gesang
  • Tony Iommi – Gitarre
  • Geezer Butler – Bass
  • Brad Wilk – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Als Ozzy Osbourne 2013 wieder auf einem Black-Sabbath-Studioalbum sang, waren seit Never Say Die! fünfunddreißig Jahre vergangen. Geezer Butler war ebenfalls zurück. Bill Ward allerdings nicht; am Schlagzeug sitzt Brad Wilk von Rage Against the Machine.

Rick Rubin verfolgt dabei eine ziemlich eindeutige Idee: Black Sabbath sollen sich daran erinnern, wie Black Sabbath klangen, bevor jahrzehntelange Bandgeschichte dazwischenkam.

Also stehen wieder langsame, gewaltige Iommi-Riffs im Zentrum. Zeitgeist blickt unverkennbar in Richtung Planet Caravan, während End of the Beginning und God Is Dead? sich mit zusammen fast siebzehn Minuten jede denkbare Eile verbieten.

Das könnte leicht wie eine historische Nachstellung wirken. Aber Iommis Gitarre und Butlers Bass besitzen noch immer jene eigentümliche Schwerkraft, aus der ein erheblicher Teil des Heavy Metal entstanden ist.

13 wurde schließlich das letzte Studioalbum von Black Sabbath.

Nach 43 Jahren kehrte die Band zum Anfang zurück. Dort stand das Riff noch.

TRACKLIST

  1. End of the Beginning
  2. God Is Dead?
  3. Loner
  4. Zeitgeist
  5. Age of Reason
  6. Live Forever
  7. Damaged Soul
  8. Dear Father

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BLACK STAR RIDERSTHE KILLER INSTINCT2015
JAHR
2015
LAND
USA / Großbritannien / Irland
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
46:11
PRODUZENT
Nick Raskulinecz
AUFNAHMEORT
Nashville, Tennessee

BESETZUNG

  • Ricky Warwick – Leadgesang, Gitarre
  • Scott Gorham – Leadgitarre
  • Damon Johnson – Gitarre, Backing Vocals
  • Robbie Crane – Bass
  • Jimmy DeGrasso – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Black Star Riders entstanden aus der späteren Tourbesetzung von Thin Lizzy. Irgendwann entschieden die Musiker, neue Musik besser unter einem neuen Namen zu veröffentlichen, statt sie rückwirkend Phil Lynott zuzuschreiben.

Eine vernünftige Entscheidung.

Auf The Killer Instinct ist die Herkunft trotzdem kaum zu überhören. Scott Gorhams Gitarrenarbeit und Ricky Warwicks Gesang tragen viel von Thin Lizzys melodischem Hard Rock weiter, ohne daraus eine historische Rekonstruktion zu machen. Für das zweite Album kam außerdem Produzent Nick Raskulinecz hinzu, aufgenommen wurde in Nashville.

Finest Hour und der Titelsong besitzen große Refrains; Soldierstown bringt Warwicks nordirische Herkunft deutlicher ins Bild.

Die Vergangenheit sitzt dabei ständig mit im Raum.

Black Star Riders hatten gelernt, mit ihr zu spielen, ohne ihren Namen auf die Tür zu schreiben.

TRACKLIST

  1. The Killer Instinct
  2. Bullet Blues
  3. Finest Hour
  4. Soldierstown
  5. Charlie I Gotta Go
  6. Blindsided
  7. Through the Motions
  8. Sex, Guns & Gasoline
  9. Turn in Your Arms
  10. You Little Liar

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BLIND GUARDIANFOLLOW THE BLIND1989
JAHR
1989
LAND
Deutschland
GENRE
Speed Metal / Power Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
No Remorse Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
42:04
PRODUZENT
Kalle Trapp
AUFNAHMEORT
Karo Studios, Münster

BESETZUNG

  • Hansi Kürsch – Gesang, Bass
  • André Olbrich – Leadgitarre
  • Marcus Siepen – Rhythmusgitarre
  • Thomas „Thomen“ Stauch – Schlagzeug; Kai Hansen – Gastgesang und Gitarre

BORDCOMPUTER

Auf ihrem zweiten Album heißen Blind Guardian noch nicht vollständig nach jener Band, die später ganze Fantasywelten mit Chören bevölkern sollte. 1989 ist zunächst Geschwindigkeit das Betriebssystem.

Banish from Sanctuary und Fast to Madness kommen aus dem deutschen Speed Metal, während Hansi Kürsch noch gleichzeitig singt und Bass spielt. Doch zwischen den schnellen Gitarren tauchen bereits Dinge auf, die später größer werden: erzählerische Texte, mehrstimmiger Gesang und Melodien, die sich nicht damit begnügen, lediglich zwischen zwei Riffs hindurchzulaufen.

Valhalla mit Kai Hansen ist dafür das deutlichste Signal. Der Refrain besitzt bereits jene gemeinschaftliche Wucht, aus der Blind Guardian später ein eigenes architektonisches Prinzip machen werden.

Und anschließend spielen sie Barbara Ann von den Beach Boys.

Walhall war erreicht. Offenbar gab es dort eine Strandbar.

TRACKLIST

  1. Inquisition
  2. Banish from Sanctuary
  3. Damned for All Time
  4. Follow the Blind
  5. Hall of the King
  6. Fast to Madness
  7. Beyond the Ice
  8. Valhalla
  9. Don’t Break the Circle
  10. Barbara Ann

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BLIND GUARDIANSOMEWHERE FAR BEYOND1992
JAHR
1992
LAND
Deutschland
GENRE
Power Metal / Speed Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Virgin
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
42:56
PRODUZENT
Kalle Trapp
AUFNAHMEORT
Karo Studios, Brackel

BESETZUNG

  • Hansi Kürsch – Leadgesang, Bass
  • André Olbrich – Leadgitarre, Rhythmusgitarre, Akustikgitarre, Backing Vocals
  • Marcus Siepen – Rhythmusgitarre, Akustikgitarre, Backing Vocals
  • Thomas Stauch – Schlagzeug
  • Piet Sielck – Gitarren, Effekte
  • Mathias Wiesner – Keyboards, Effekte
  • Rolf Köhler – Backing Vocals
  • Billy King – Backing Vocals
  • Kalle Trapp – Backing Vocals
  • Stefan Will – Klavier
  • Peter Rübsam – Schottischer und irischer Dudelsack
  • Kai Hansen – Leadgitarre (The Quest for Tanelorn)

BORDCOMPUTER

Auf Somewhere Far Beyond beginnt sich die spätere Identität von Blind Guardian endgültig aus dem Speed Metal herauszuschälen.

Die schnellen Gitarren sind noch überall vorhanden. Aber plötzlich stehen daneben akustische Instrumente, orchestrale Ideen und Geschichten, die mehr Raum verlangen. Stephen King, Michael Moorcock und J. R. R. Tolkien liefern einen Teil der literarischen Landschaft.

Und dann kommt The Bard’s Song – In the Forest.

Drei Minuten Akustikgitarre verändern zwar kein Metalgenre. Sie können aber erstaunlich genau zeigen, was eine Band verstanden hat: Blind Guardian müssen nicht immer schneller und größer werden, um unverwechselbar zu sein. Manchmal reicht eine Melodie, die später ein ganzer Konzertsaal übernimmt.

Der Titelsong führt anschließend noch einmal alles zusammen: Geschwindigkeit, Bombast, Folk und Erzählung.

Der Barde hatte den Wald betreten. Er sollte ihn nie wieder ganz verlassen.

TRACKLIST

  1. Time What Is Time
  2. Journey Through the Dark
  3. Black Chamber
  4. Theatre of Pain
  5. The Quest for Tanelorn
  6. Ashes to Ashes
  7. The Bard’s Song – In the Forest
  8. The Bard’s Song – The Hobbit
  9. The Piper’s Calling
  10. Somewhere Far Beyond

IN MEINEM ARCHIV

BLIND GUARDIANTOKYO TALES1993
JAHR
1993
LAND
Deutschland
GENRE
Speed Metal / Power Metal
TYP
Livealbum
LABEL
Virgin
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
1:07:28
PRODUZENT
Kalle Trapp
AUFNAHMEORT
Japan-Tournee 1992

BESETZUNG

  • Hansi Kürsch – Gesang, Bass
  • André Olbrich – Leadgitarre
  • Marcus Siepen – Rhythmusgitarre
  • Thomas Stauch – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Tokyo Tales hält Blind Guardian an einem interessanten Punkt fest. Somewhere Far Beyond war bereits erschienen, die Band besaß also einen erheblichen Teil ihres klassischen Materials – aber die immer aufwendigeren Studioproduktionen der folgenden Jahre lagen noch vor ihr.

Live bleibt davon vor allem Geschwindigkeit übrig.

Traveler in Time, Time What Is Time und Welcome to Dying wirken direkter als ihre Studioversionen, während das japanische Publikum bei Valhalla bereits demonstriert, dass ein Blind-Guardian-Refrain irgendwann nicht mehr vollständig der Band gehört.

Das Album ist deshalb mehr als ein frühes Live-Dokument. Es zeigt den Moment, in dem aus einer deutschen Speed-Metal-Band international bereits etwas Größeres geworden war.

Natürlich endet auch dieses Konzert mit Barbara Ann.

Selbst Mittelerde benötigt offenbar eine Zugabe.

TRACKLIST

  1. Inquisition
  2. Banish from Sanctuary
  3. Journey Through the Dark
  4. Traveler in Time
  5. The Quest for Tanelorn
  6. Goodbye My Friend
  7. Time What Is Time
  8. Majesty
  9. Valhalla
  10. Welcome to Dying
  11. Lost in the Twilight Hall
  12. Barbara Ann

IN MEINEM ARCHIV

BLIND GUARDIANIMAGINATIONS FROM THE OTHER SIDE1995
JAHR
1995
LAND
Deutschland
GENRE
Power Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Virgin
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
49:06
PRODUZENT
Flemming Rasmussen
AUFNAHMEORT
Sweet Silence Studios, Kopenhagen

BESETZUNG

  • Hansi Kürsch – Gesang, Bass
  • André Olbrich – Leadgitarre
  • Marcus Siepen – Rhythmusgitarre
  • Thomas Stauch – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Mit Flemming Rasmussen sitzt 1995 ein Produzent am Mischpult, der zuvor unter anderem Metallicas Ride the Lightning, Master of Puppets und …And Justice for All aufgenommen hatte. Blind Guardian nutzen ihn allerdings nicht, um amerikanischer zu klingen.

Sie werden mehr Blind Guardian.

Der Titelsong eröffnet mit über sieben Minuten und stellt Realität und fantastische Welten direkt gegeneinander. Arthur-Sage, religiöse Bilder und literarische Motive ziehen sich durch ein Album, dessen Arrangements dichter geworden sind, ohne die Gitarren unter ihnen zu begraben.

A Past and Future Secret liefert den stilleren Gegenpol. Bright Eyes zeigt, wie groß die melodische Seite der Band inzwischen geworden ist.

Es ist der Punkt, an dem „Power Metal“ als Beschreibung zwar noch stimmt, aber zunehmend wenig darüber erzählt, was tatsächlich aus den Lautsprechern kommt.

Die Fantasie kam von der anderen Seite. Blind Guardian hatten vorsorglich das Studio erweitert.

TRACKLIST

  1. Imaginations from the Other Side
  2. I’m Alive
  3. A Past and Future Secret
  4. The Script for My Requiem
  5. Mordred’s Song
  6. Born in a Mourning Hall
  7. Bright Eyes
  8. Another Holy War
  9. And the Story Ends

IN MEINEM ARCHIV

BLIND GUARDIANNIGHTFALL IN MIDDLE-EARTH1998
JAHR
1998
LAND
Deutschland
GENRE
Power Metal / Progressive Metal
TYP
Studioalbum / Konzeptalbum
LABEL
Virgin
TITELANZAHL
22
GESAMTLAUFZEIT
1:05:29
PRODUZENT
Flemming Rasmussen
AUFNAHMEORTE
Twilight Hall Studios, Krefeld, Deutschland; Karo Musik Studios, Brackel, Deutschland; Sweet Silence Studios, Kopenhagen, Dänemark; Vox Studios, Hamburg, Deutschland (Piano)

BESETZUNG

  • Hansi Kürsch – Gesang
  • André Olbrich – Leadgitarre
  • Marcus Siepen – Rhythmusgitarre
  • Thomas Stauch – Schlagzeug; Oliver Holzwarth – Bass als Gastmusiker

BORDCOMPUTER

Blind Guardian hatten Tolkien schon vorher vertont. Auf Nightfall in Middle-Earth beschlossen sie, die Sache ordentlich zu erledigen.

Grundlage ist nicht Der Herr der Ringe, sondern Das Silmarillion – also jenes Buch, bei dem selbst wohlmeinende Leser gelegentlich prüfen, ob für die Familienverhältnisse der Noldor eine Tabellenkalkulation zulässig wäre.

Blind Guardian machen daraus ein Konzeptalbum mit Songs, gesprochenen Szenen und wiederkehrenden Figuren. Nightfall und Mirror Mirror funktionieren problemlos für sich; gemeinsam mit The Curse of Fëanor, Noldor und Time Stands Still werden sie Teil einer größeren Erzählung.

Musikalisch ist die Transformation ebenfalls abgeschlossen. Hansi Kürsch hat den Bass abgegeben und kann sich vollständig auf den Gesang konzentrieren. Chöre, akustische Instrumente und übereinandergelegte Gitarren werden zu einem eigenen Klangraum.

Tolkien benötigte für das Silmarillion mehrere Zeitalter. Blind Guardian hatten 65 Minuten.

TRACKLIST

  1. War of Wrath
  2. Into the Storm
  3. Lammoth
  4. Nightfall
  5. The Minstrel
  6. The Curse of Fëanor
  7. Captured
  8. Blood Tears
  9. Mirror Mirror
  10. Face the Truth
  11. Noldor (Dead Winter Reigns)
  12. Battle of Sudden Flame
  13. Time Stands Still (at the Iron Hill)
  14. The Dark Elf
  15. Thorn
  16. The Eldar
  17. Nom the Wise
  18. When Sorrow Sang
  19. Out on the Water
  20. The Steadfast
  21. A Dark Passage
  22. Final Chapter (Thus Ends...)

IN MEINEM ARCHIV

BLIND GUARDIANA NIGHT AT THE OPERA2002
JAHR
2002
LAND
Deutschland
GENRE
Power Metal / Progressive Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Virgin
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
1:06:59
PRODUZENT
Charlie Bauerfeind
AUFNAHMEORTE
Twilight Hall Studios, Grefrath, Deutschland; Hammer Music Studios, Brackel, Deutschland (Backing Vocals)

BESETZUNG

  • Hansi Kürsch – Gesang
  • André Olbrich – Leadgitarre
  • Marcus Siepen – Rhythmusgitarre
  • Thomas Stauch – Schlagzeug; Oliver Holzwarth – Bass

BORDCOMPUTER

Auf A Night at the Opera scheint Blind Guardian die Frage zu stellen, wie viele Gesangs- und Gitarrenspuren gleichzeitig in einen Song passen.

Die Antwort lautet ungefähr: noch eine.

Die Arrangements sind dichter als je zuvor. Chöre liegen über Chören, Gitarrenlinien über Gitarrenlinien, und selbst ein fünfminütiges Stück kann wirken, als seien mehrere kleinere Kompositionen darin untergebracht worden.

Am Ende steht And Then There Was Silence: vierzehn Minuten über den Trojanischen Krieg, Kassandra und den Untergang Trojas. Was früher vielleicht ein Refrain und drei schnelle Riffs gewesen wären, ist inzwischen beinahe ein Metal-Hörspiel ohne Sprecher.

Das Album markiert damit den maximalistischen Endpunkt einer Entwicklung, die auf Somewhere Far Beyond deutlich sichtbar geworden war.

Blind Guardian fanden die Grenze der Mehrspuraufnahme. Anschließend legten sie noch einen Chor darüber.

TRACKLIST

  1. Precious Jerusalem
  2. Battlefield
  3. Under the Ice
  4. Sadly Sings Destiny
  5. The Maiden and the Minstrel Knight
  6. Wait for an Answer
  7. The Soulforged
  8. Age of False Innocence
  9. Punishment Divine
  10. And Then There Was Silence

IN MEINEM ARCHIV

BLIND GUARDIANA TWIST IN THE MYTH2006
JAHR
2006
LAND
Deutschland
GENRE
Power Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
51:33
PRODUZENT
Charlie Bauerfeind
AUFNAHMEORT
Twilight Hall Studios, Grefrath, Deutschland

BESETZUNG

  • Hansi Kürsch – Gesang
  • André Olbrich – Leadgitarre
  • Marcus Siepen – Rhythmusgitarre
  • Frederik Ehmke – Schlagzeug; Oliver Holzwarth – Bass

BORDCOMPUTER

Nach A Night at the Opera wäre die naheliegende Steigerung vermutlich ein Album mit eigenem Sinfonieorchester, drei Erzählern und kommunaler Baugenehmigung gewesen.

Blind Guardian gingen stattdessen einen Schritt zurück.

A Twist in the Myth ist direkter und stellenweise leichter als sein Vorgänger. Fly arbeitet mit ungewöhnlicher Rhythmik und orientalisch gefärbten Elementen, Skalds and Shadows erinnert an die akustische Seite der Band, während Another Stranger Me den großen Refrain weiterhin zuverlässig findet.

Gleichzeitig gibt es eine wichtige personelle Veränderung: Nach fast zwanzig Jahren ist Thomas Stauch nicht mehr dabei. Frederik Ehmke übernimmt das Schlagzeug und erweitert mit Flöten und Pipes nebenbei noch das verfügbare Instrumentarium.

Blind Guardian hatten den Bombast nicht abgeschafft. Sie hatten wieder Türen hineingebaut.

Das Gebäude war noch immer groß. Man konnte sich nur wieder leichter darin bewegen.

TRACKLIST

  1. This Will Never End
  2. Otherland
  3. Turn the Page
  4. Fly
  5. Carry the Blessed Home
  6. Another Stranger Me
  7. Straight Through the Mirror
  8. Lionheart
  9. Skalds and Shadows
  10. The Edge
  11. The New Order

IN MEINEM ARCHIV

BLIND GUARDIANAT THE EDGE OF TIME2010
JAHR
2010
LAND
Deutschland
GENRE
Power Metal / Symphonic Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
1:03:58
PRODUZENT
Charlie Bauerfeind
AUFNAHMEORTE
Twilight Hall Studios, Grefrath, Deutschland; Dvořák-Saal des Rudolfinum, Prag, Tschechien; Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche, Bremerhaven, Deutschland; Dreamtone Studio, Istanbul, Türkei; MAZ Musikproduktion, Stuttgart, Deutschland; Roth Recording Studios, Burghaslach, Deutschland

BESETZUNG

  • Hansi Kürsch – Gesang
  • André Olbrich – Leadgitarre
  • Marcus Siepen – Rhythmusgitarre
  • Frederik Ehmke – Schlagzeug; dazu Gastmusiker und Orchester

BORDCOMPUTER

Auf At the Edge of Time versuchen Blind Guardian nicht mehr, sich zwischen ihrer direkten und ihrer orchestralen Seite zu entscheiden.

Sie nehmen beide.

Sacred Worlds eröffnet mit Orchester und benötigt mehr als neun Minuten. Direkt danach zieht Tanelorn das Tempo wieder an. Curse My Name wird beinahe zum Folksong, während Wheel of Time am anderen Ende des Albums mit Orchester, orientalischen Klangfarben und knapp neun Minuten noch einmal sämtliche verfügbaren Türen öffnet.

Gerade diese Spannweite macht das Album interessant. Die Band kann 2010 auf mehr als zwei Jahrzehnte eigener Stilgeschichte zurückgreifen und behandelt diese nicht als Museum, sondern als Werkzeugkasten.

Speed Metal, Folk, Chöre und orchestrale Arrangements wohnen inzwischen im selben Haus.

Am Rand der Zeit angekommen, stellten Blind Guardian fest, dass noch genügend Platz für ein Orchester war.

TRACKLIST

  1. Sacred Worlds
  2. Tanelorn (Into the Void)
  3. Road of No Release
  4. Ride into Obsession
  5. Curse My Name
  6. Valkyries
  7. Control the Divine
  8. War of the Thrones
  9. A Voice in the Dark
  10. Wheel of Time

IN MEINEM ARCHIV

BLIND GUARDIANBEYOND THE RED MIRROR2015
JAHR
2015
LAND
Deutschland
GENRE
Power Metal / Progressive Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
65:03
PRODUZENT
Charlie Bauerfeind
AUFNAHMEORTE
Twilight Hall Studios, Grefrath, Deutschland; TomTom Studio, Budapest, Ungarn (Orchester und Chor); Dvořák-Saal des Rudolfinum, Prag, Tschechien (Orchester und Chor); Futura Productions, Boston, USA (Chor); Funkhaus Studio, Berlin, Deutschland (Piano); MAZ Tonstudio, Stuttgart, Deutschland (zusätzliche Aufnahmen)

BESETZUNG

  • Hansi Kürsch -- Gesang
  • André Olbrich -- Gitarren
  • Marcus Siepen -- Gitarren
  • Frederik Ehmke -- Schlagzeug; dazu zahlreiche Gastmusiker, Chöre und Orchester

BORDCOMPUTER

Blind Guardian hatten schon lange aufgehört, Musik ausschließlich mit vier Musikern in einem Raum herzustellen. Auf Beyond the Red Mirror wird dieser Umstand endgültig offensichtlich.

Orchester aus Prag und Budapest, mehrere Chöre und eine beträchtliche Anzahl übereinandergelegter Stimmen und Gitarren bauen ein Album, das eher wie eine Fantasy-Welt als wie eine gewöhnliche Metalplatte organisiert ist. The Ninth Wave benötigt bereits zum Öffnen des Tores fast zehn Minuten.

Inhaltlich setzt die Platte sogar eine alte Geschichte fort: Sie greift Figuren und Motive aus Bright Eyes vom Album Imaginations from the Other Side wieder auf. Zwanzig Jahre später wird also tatsächlich untersucht, was sich hinter dem roten Spiegel befand.

Die Antwort ist kompliziert.

Blind Guardian öffneten die Tür zur anderen Welt. Dahinter stand ein Orchester.

TRACKLIST

  1. The Ninth Wave
  2. Twilight of the Gods
  3. Prophecies
  4. At the Edge of Time
  5. Ashes of Eternity
  6. The Holy Grail
  7. The Throne
  8. Sacred Mind
  9. Miracle Machine
  10. Grand Parade

IN MEINEM ARCHIV

BLUE ÖYSTER CULTON YOUR FEET OR ON YOUR KNEES1975
JAHR
1975
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Heavy Metal
TYP
Livealbum / Doppelalbum
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
1:16:40
PRODUZENT
Murray Krugman; Sandy Pearlman
AUFNAHMEORT
verschiedene US- und Kanada-Konzerte 1974

BESETZUNG

  • Eric Bloom -- Gesang, Gitarre, Synthesizer
  • Donald „Buck Dharma" Roeser -- Leadgitarre, Gesang
  • Allen Lanier -- Gitarre, Keyboards
  • Joe Bouchard -- Bass, Gesang
  • Albert Bouchard -- Schlagzeug, Gitarre, Gesang

BORDCOMPUTER

Blue Öyster Cult hatten bis 1975 drei Studioalben veröffentlicht und genügend seltsame Dinge angesammelt, um daraus ein Doppel-Livealbum zu bauen.

Auf der Bühne wird die Band schwerer und ausgedehnter. Seven Screaming Diz-Busters wächst auf mehr als acht Minuten, ME 262 ebenfalls, und Buck’s Boogie benötigt überhaupt keinen Gesang, um klarzustellen, wer hier gerade die Gitarre bedient.

Interessant ist, wie wenig das nach sauber konservierten Studioversionen klingt. Blue Öyster Cult behandeln die Songs eher als Ausgangsmaterial. Dazu kommen I Ain’t Got You und am Ende Steppenwolfs Born to Be Wild – ein Stück, dessen Verbindung zu schwerem Rock 1975 niemandem mehr erklärt werden musste.

Der Albumtitel stellt dem Publikum zwei Möglichkeiten zur Verfügung.

Sitzen war offenbar nicht vorgesehen.

TRACKLIST

  1. The Subhuman
  2. Harvester of Eyes
  3. Hot Rails to Hell
  4. The Red and the Black
  5. Seven Screaming Diz-Busters
  6. Buck's Boogie
  7. Last Days of May
  8. Cities on Flame
  9. ME 262
  10. Before the Kiss (A Redcap)
  11. Maserati GT (I Ain't Got You)
  12. Born to Be Wild

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BLUE ÖYSTER CULTAGENTS OF FORTUNE1976
JAHR
1976
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
36:34
PRODUZENT
Murray Krugman; Sandy Pearlman; David Lucas
AUFNAHMEORT
Record Plant, New York City, USA

BESETZUNG

  • Eric Bloom – Gesang, Gitarre, Keyboards, Percussion
  • Donald „Buck Dharma“ Roeser – Gitarre, Gesang, Synthesizer, Percussion
  • Allen Lanier – Gitarre, Keyboards, Bass, Gesang
  • Joe Bouchard – Bass, Piano, Gesang
  • Albert Bouchard – Schlagzeug, akustische Gitarre, Mundharmonika, Percussion, Gesang
  • Patti Smith – Gastgesang bei „The Revenge of Vera Gemini“
  • Randy Brecker – Bläser
  • Michael Brecker – Bläser

BORDCOMPUTER

Blue Öyster Cult hatten bereits drei Studioalben veröffentlicht, als Buck Dharma einen Song über die Unausweichlichkeit des Todes schrieb.

Er fügte Gitarren hinzu.

(Don’t Fear) The Reaper wurde zum mit Abstand bekanntesten Stück der Band, aber Agents of Fortune ist merkwürdiger als sein größter Hit vermuten lässt. Science-Fiction, Okkultismus, schwarzer Humor und Hard Rock existieren nebeneinander; Patti Smith erscheint als Gast, und erstmals übernimmt jedes der fünf Bandmitglieder auf mindestens einem Stück den Leadgesang.

Das Album klingt dadurch weniger geschlossen als seine Vorgänger, aber gerade das gehört zu seinem Charakter.

Später erhielt The Reaper noch eine zweite Karriere durch einen Fernsehsketch über eine Kuhglocke.

Der Tod war unvermeidlich. Die Kuhglocke offenbar ebenfalls.

TRACKLIST

  1. This Ain't the Summer of Love
  2. True Confessions
  3. (Don't Fear) The Reaper
  4. E.T.I. (Extra Terrestrial Intelligence)
  5. The Revenge of Vera Gemini
  6. Sinful Love
  7. Tattoo Vampire
  8. Morning Final
  9. Tenderloin
  10. Debbie Denise

IN MEINEM ARCHIV

BLUE ÖYSTER CULTSOME ENCHANTED EVENING1978
JAHR
1978
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Heavy Metal
TYP
Livealbum
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
7
GESAMTLAUFZEIT
36:04
PRODUZENT
Sandy Pearlman; Murray Krugman; Blue Öyster Cult
AUFNAHMEORT
verschiedene Konzerte im April und Juni 1978.

BESETZUNG

  • Eric Bloom – Leadgesang, Gitarre, Keyboards
  • Donald Roeser – Leadgitarre, Leadgesang
  • Allen Lanier – Keyboards, Gitarre
  • Joe Bouchard – Bass, Gesang
  • Albert Bouchard – Schlagzeug, Gitarre, Backing Vocals

BORDCOMPUTER

Drei Jahre nach On Your Feet or on Your Knees waren Blue Öyster Cult eine andere Größenordnung geworden. Vor allem ein Lied hatte daran einen gewissen Anteil: (Don’t Fear) The Reaper.

Auf Some Enchanted Evening steht es neben Godzilla, Astronomy und E.T.I. – eine bemerkenswerte Ansammlung von Sensenmännern, Monstern, Außerirdischen und Himmelskörpern für gerade einmal sieben Stücke.

Live wirkt die Band kompakter als auf ihrem ersten Konzertalbum. Trotzdem bleibt genügend Platz für Gitarren und für zwei Coverversionen: MC5s Kick Out the Jams und We Gotta Get Out of This Place von Barry Mann und Cynthia Weil, bekannt geworden durch die Animals.

Das ursprüngliche Album ist mit 36 Minuten erstaunlich kurz. Spätere Ausgaben versuchten diesen Zustand gründlich zu korrigieren.

Ein verzauberter Abend. Die anwesenden Außerirdischen wurden nicht gesondert ausgewiesen.

TRACKLIST

  1. R.U. Ready 2 Rock
  2. E.T.I. (Extra Terrestrial Intelligence)
  3. Astronomy
  4. Kick Out the Jams
  5. Godzilla
  6. (Don't Fear) The Reaper
  7. We Gotta Get Out of This Place

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BLUE ÖYSTER CULTCULTÖSAURUS ERECTUS1980
JAHR
1980
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
41:54
PRODUZENT
Martin Birch
AUFNAHMEORT
Kingdom Sound, Long Island, New York

BESETZUNG

  • Eric Bloom -- Gesang, Gitarre, Keyboards
  • Buck Dharma -- Gitarre, Bass, Keyboards, Gesang
  • Allen Lanier -- Gitarre, Keyboards
  • Joe Bouchard -- Bass, Gesang
  • Albert Bouchard -- Schlagzeug, Gesang

BORDCOMPUTER

Nach dem vergleichsweise glatten Mirrors holten Blue Öyster Cult Martin Birch ins Studio. Der hatte bereits Deep Purple und Rainbow aufgenommen und sollte im selben Jahr außerdem an Black Sabbaths Heaven and Hell arbeiten.

Das Ergebnis klingt wieder schwerer.

Black Blade basiert auf Michael Moorcocks Elric-Welt und handelt von Stormbringer, einem Schwert mit einer für seinen Besitzer eher problematischen Eigeninitiative. Monsters verbindet schwere Gitarren plötzlich mit Saxophon, während The Marshall Plan aus einer Rockkarriere eine kleine Erzählung macht und dafür sogar Fernsehmoderator Don Kirshner auftreten lässt.

Das ist typisch Blue Öyster Cult: Hard Rock, Science-Fiction, Literatur, schwarzer Humor und Ideen, die bei einer anderen Band möglicherweise jemand aus der Besprechung gestrichen hätte.

Der Cultösaurus war errichtet. Eine zoologische Genehmigung ist nicht überliefert.

TRACKLIST

  1. Black Blade
  2. Monsters
  3. Divine Wind
  4. Deadline
  5. The Marshall Plan
  6. Hungry Boys
  7. Fallen Angel
  8. Lips in the Hills
  9. Unknown Tongue

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BLUE ÖYSTER CULTFIRE OF UNKNOWN ORIGIN1981
JAHR
1981
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Heavy Metal / Progressive Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
39:06
PRODUZENT
Martin Birch
AUFNAHMEORTE
Kingdom Sound, Long Island; The Automatt, San Francisco

BESETZUNG

  • Eric Bloom – Gesang, Gitarre, Keyboards, Bass
  • Donald „Buck Dharma“ Roeser – Leadgitarre, Gesang, Percussion, Bass
  • Allen Lanier – Keyboards, Gitarre
  • Joe Bouchard – Bass, Gesang
  • Albert Bouchard – Schlagzeug, Gesang

BORDCOMPUTER

Ein Jahr nach Cultösaurus Erectus blieben Martin Birch und die schwere Produktion, doch Blue Öyster Cult machten die Songs kompakter.

Burnin’ for You ist dafür das offensichtlichste Beispiel: Buck Dharma verbindet ein sofort erkennbares Gitarrenmotiv mit einem Refrain, der keinen Umweg benötigt. Daneben bleibt die Band allerdings zuverlässig merkwürdig.

Veteran of the Psychic Wars entstand mit einem Text von Michael Moorcock. Vengeance (The Pact) bezieht sich auf den Animationsfilm Heavy Metal. Und in Joan Crawford kehrt die 1977 verstorbene Schauspielerin zurück und erhebt sich aus dem Grab.

Normale Rockmusik war weiterhin nur eine der verfügbaren Optionen.

Das Album wurde zugleich zum letzten Studiowerk der fünfköpfigen Originalbesetzung; Albert Bouchard verließ die Band während der anschließenden Tour.

Das Feuer hatte unbekannten Ursprung. Beim übrigen Geschehen half diese Information nur begrenzt.

TRACKLIST

  1. Fire of Unknown Origin
  2. Burnin' for You
  3. Veteran of the Psychic Wars
  4. Sole Survivor
  5. Heavy Metal: The Black and Silver
  6. Vengeance (The Pact)
  7. After Dark
  8. Joan Crawford
  9. Don't Turn Your Back

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BLUE ÖYSTER CULTTHE REVÖLUTION BY NIGHT1983
JAHR
1983
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Columbia
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
42:16
PRODUZENT
Bruce Fairbairn
AUFNAHMEORTE
Boogie Hotel, Port Jefferson, New York; Kingdom Sound, Long Island, New York; The Automatt (Studio C), San Francisco, Kalifornien

BESETZUNG

  • Eric Bloom -- Gesang, Gitarre
  • Donald „Buck Dharma" Roeser -- Gitarre, Gesang
  • Allen Lanier -- Keyboards, Gitarre
  • Joe Bouchard -- Bass, Gesang
  • Rick Downey -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nach Fire of Unknown Origin verloren Blue Öyster Cult mit Albert Bouchard erstmals ein Mitglied ihrer ursprünglichen Besetzung. Gleichzeitig änderte sich Anfang der Achtziger die Umgebung: Hard Rock wurde größer, glänzender und zunehmend für das Radio eingerichtet.

The Revölution by Night hört das durchaus.

Bruce Fairbairns Produktion gibt Keyboards und großen Refrains mehr Platz. Take Me Away, gemeinsam mit Aldo Nova geschrieben, verbindet diese neue Oberfläche noch ziemlich mühelos mit der alten außerirdischen Gedankenwelt der Band. Shooting Shark geht mit einem Text von Patti Smith und einer markanten Basslinie von Randy Jackson noch weiter.

Blue Öyster Cult klingen damit weniger unheimlich als in den Siebzigern und deutlich nach 1983. Ganz normal werden sie trotzdem nicht.

Die Revolution fand nachts statt. In den Achtzigern war dafür inzwischen ausreichend Neonbeleuchtung vorhanden.

TRACKLIST

  1. Take Me Away
  2. Eyes on Fire
  3. Shooting Shark
  4. Veins
  5. Shadow of California
  6. Feel the Thunder
  7. Let Go
  8. Dragon Lady
  9. Light Years of Love

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BLUES PILLSBLUES PILLS2014
JAHR
2014
LAND
Schweden / USA / Frankreich
GENRE
Blues Rock / Psychedelic Rock
TYP
Studioalbum / Debüt
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
42:42
PRODUZENT
Don Alsterberg
AUFNAHMEORT
Svenska Grammofonstudion, Göteborg

BESETZUNG

  • Elin Larsson -- Gesang
  • Dorian Sorriaux -- Gitarre
  • Zack Anderson -- Bass
  • Cory Berry -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

2014 klang das Debüt von Blues Pills, als hätte jemand eine Platte aus einem Regal gezogen, das seit ungefähr 1971 nicht mehr geöffnet worden war.

Das Merkwürdige daran: Die Musiker waren sehr jung.

Dorian Sorriaux spielt seine Gitarre mit deutlich hörbarer Liebe zu Hendrix und dem psychedelischen Bluesrock der späten Sechziger, während die Rhythmusgruppe wesentlich weniger Wert auf moderne Präzision als auf Bewegung legt. Im Zentrum steht Elin Larsson, deren Stimme von ruhigen Passagen bis zu High Class Woman erstaunliche Kräfte entwickelt.

Retro-Rock war zu diesem Zeitpunkt längst kein neues Phänomen. Blues Pills funktionieren jedoch deshalb, weil die Band ihre Vorbilder nicht wie Museumsstücke behandelt.

Die Platte trägt keinen besonderen Titel. Sie heißt einfach Blues Pills.

Für eine Zeitreise war offenbar keine weitere Beschriftung erforderlich.

TRACKLIST

  1. High Class Woman
  2. Ain't No Change
  3. Jupiter
  4. Black Smoke
  5. River
  6. No Hope Left for Me
  7. Devil Man
  8. Astralplane
  9. Gypsy
  10. Little Sun

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BLUES PILLSLADY IN GOLD2016
JAHR
2016
LAND
Schweden
GENRE
Blues Rock / Psychedelic Rock / Soul
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
41:42
PRODUZENT
Don Alsterberg
AUFNAHMEORT
Svenska Grammofonstudion, Göteborg

BESETZUNG

  • Elin Larsson -- Gesang
  • Dorian Sorriaux -- Gitarre
  • Zack Anderson -- Bass
  • André Kvarnström -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Zwei Jahre nach dem Debüt öffnen Blues Pills ein paar weitere Türen in die Vergangenheit.

Der Bluesrock ist weiterhin vorhanden, doch Lady in Gold zieht Soul, Gospel und psychedelischen Pop deutlich stärker in die Musik. Keyboards und mehrstimmige Arrangements treten weiter nach vorne, während Elin Larsson noch selbstverständlicher das Zentrum der Band besetzt.

Der Titelsong macht aus dem Tod eine Frau in Gold. I Felt a Change reduziert die Instrumentierung dagegen weitgehend auf Stimme und Tasten, bevor die Band bei Elements and Things schließlich Tony Joe White besucht.

Das zweite Album versucht damit nicht, das erfolgreiche Debüt einfach noch einmal aufzunehmen. Es bewegt dieselben Möbel in einen größeren Raum.

Die Siebziger waren noch immer nicht zurück. Blues Pills hatten lediglich vergessen, sie zu verlassen.

TRACKLIST

  1. Lady in Gold
  2. Little Boy Preacher
  3. Burned Out
  4. I Felt a Change
  5. Gone So Long
  6. Bad Talkers
  7. You Gotta Try
  8. Won't Go Back
  9. Rejection
  10. Elements and Things

IN MEINEM ARCHIV

BODY COUNTBLOODLUST2017
JAHR
2017
LAND
USA
GENRE
Crossover Thrash / Hardcore / Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Century Media
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
41:04
PRODUZENT
Will Putney
AUFNAHMEORTE
Graphic Nature Audio, New Jersey, USA; Lattitude Studio South, Leiper’s Fork, Tennessee (Dave Mustaines Beitrag); The Platinum Underground Studios, Mesa, Arizona (Max Cavalera); Slave Pit Inc., Richmond, Virginia (Randy Blythe); Skull Seven Studios, North Hollywood, Kalifornien (zusätzlicher Gesang)

BESETZUNG

  • Ice-T – Leadgesang
  • Ernie C – Leadgitarre
  • Juan of the Dead – Rhythmusgitarre
  • Vincent Price – Bass, Leadgesang bei „Postmortem“
  • Ill Will – Schlagzeug
  • Sean E Sean – Samples, Backing Vocals
  • Little Ice – Hype Man, Backing Vocals
  • Dave Mustaine – Gast-Sprechstimme und Leadgitarre bei „Civil War“
  • Jason C. Miller – zusätzliche Backing Vocals
  • Max Cavalera – Gastgesang bei „All Love Is Lost“
  • Randy Blythe – Gastgesang bei „Walk with Me…“
  • Jackie Kajzer – zusätzliche Backing Vocals bei „No Lives Matter“

BORDCOMPUTER

Body Count waren 2017 bereits seit mehr als fünfundzwanzig Jahren eine ungewöhnliche Konstruktion: Ice-T steht am Mikrofon einer Metalband und behandelt Rap, Hardcore und Thrash nicht als getrennte Territorien.

Auf Bloodlust klingt diese Konstruktion bemerkenswert vital.

Will Putneys Produktion ist schwer und präzise, während Ice-T in No Lives Matter soziale Ungleichheit und die Logik hinter dem Slogan „Black Lives Matter" thematisiert. Dave Mustaine, Max Cavalera und Randy Blythe tauchen als Gäste auf – eine kleine Versammlung von Menschen, deren Musik selten wegen übermäßiger Zurückhaltung aufgefallen ist.

Dazwischen spielen Body Count Raining Blood und Postmortem von Slayer.

Nicht als stilistische Überraschung. Eher als Herkunftsnachweis.

Body Count benötigten 2017 keine Verjüngungskur. Offenbar reichte Lautstärke.

TRACKLIST

  1. Civil War
  2. The Ski Mask Way
  3. This Is Why We Ride
  4. All Love Is Lost
  5. Raining in Blood / Postmortem 2017
  6. God, Please Believe Me
  7. Walk with Me...
  8. Here I Go Again
  9. No Lives Matter
  10. Bloodlust
  11. Black Hoodie

IN MEINEM ARCHIV

BON JOVIBON JOVI1984
JAHR
1984
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum / Debüt
LABEL
Mercury
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
38:19
PRODUZENT
Tony Bongiovi; Lance Quinn
AUFNAHMEORT
Power Station, New York City, USA

BESETZUNG

  • Jon Bon Jovi -- Gesang
  • Richie Sambora -- Gitarre
  • David Bryan -- Keyboards
  • Alec John Such -- Bass
  • Tico Torres -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Bevor Bon Jovi zu einer der größten Rockbands der Achtziger wurden, gab es zunächst Runaway.

Jon Bon Jovi hatte den Song bereits vor der eigentlichen Band aufgenommen. Sein Erfolg half anschließend dabei, jene Musiker zusammenzubringen, die auf dem Debüt als Bon Jovi erscheinen sollten: Richie Sambora, David Bryan, Alec John Such und Tico Torres.

Das Album besitzt schon viele spätere Bauteile – große Refrains, Keyboards, melodische Gitarren und einen Sänger, der wenig Interesse daran zeigt, im Hintergrund zu verschwinden. Gleichzeitig klingt alles noch rauer und weniger exakt auf Stadiongröße berechnet als wenige Jahre später.

Kurioserweise ist She Don’t Know Me der einzige Song eines regulären Bon-Jovi-Studioalbums, bei dem Jon Bon Jovi nicht als Autor beteiligt ist. Die Band sollte die Kontrolle über solche Angelegenheiten anschließend deutlich verbessern.

Das Stadion war noch nicht gebaut. Der Eingang war bereits geöffnet.

TRACKLIST

  1. Runaway
  2. Roulette
  3. She Don't Know Me
  4. Shot Through the Heart
  5. Love Lies
  6. Breakout
  7. Burning for Love
  8. Come Back
  9. Get Ready

IN MEINEM ARCHIV

BON JOVISLIPPERY WHEN WET1986
JAHR
1986
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Glam Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Mercury
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
43:42
PRODUZENT
Bruce Fairbairn
AUFNAHMEORT
Little Mountain Sound, Vancouver

BESETZUNG

  • Jon Bon Jovi – Gesang
  • Richie Sambora – Gitarre
  • Alec John Such – Bass
  • David Bryan – Keyboards
  • Tico Torres – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

1986 hatten Bon Jovi bereits zwei Alben veröffentlicht. Bekannt waren sie damit durchaus. Slippery When Wet veränderte allerdings die Größenordnung.

Produzent Bruce Fairbairn und Toningenieur Bob Rock geben der Platte jenen großen, klaren Sound, der in den folgenden Jahren erheblichen Einfluss auf den amerikanischen Hard Rock haben sollte. Gleichzeitig beteiligt sich Desmond Child am Songwriting von You Give Love a Bad Name, Livin’ on a Prayer und Without Love.

Das Entscheidende sind jedoch die Refrains. You Give Love a Bad Name benötigt nur wenige Sekunden, Livin’ on a Prayer besitzt zusätzlich eine Talkbox, und Wanted Dead or Alive zeigt, dass dieselbe Band auch ohne permanentes Hochgeschwindigkeitslächeln funktioniert.

Die Achtziger hatten nun endgültig eine Vorstellung davon, wie groß ein Refrain sein durfte.

Bon Jovi beschlossen sicherheitshalber, ihn noch etwas größer zu machen.

TRACKLIST

  1. Let It Rock
  2. You Give Love a Bad Name
  3. Livin’ on a Prayer
  4. Social Disease
  5. Wanted Dead or Alive
  6. Raise Your Hands
  7. Without Love
  8. I’d Die for You
  9. Never Say Goodbye
  10. Wild in the Streets

IN MEINEM ARCHIV

BON JOVINEW JERSEY1988
JAHR
1988
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Glam Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Mercury
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
57:29
PRODUZENT
Bruce Fairbairn
AUFNAHMEORT
Little Mountain Sound, Vancouver

BESETZUNG

  • Jon Bon Jovi – Leadgesang, Backing Vocals, Gitarre, Mundharmonika
  • Richie Sambora – Gitarre, Mandoline, Backing Vocals
  • David Bryan – Keyboards, Backing Vocals
  • Alec John Such – Bass, Backing Vocals
  • Tico Torres – Schlagzeug, Percussion

BORDCOMPUTER

Nach Slippery When Wet hatten Bon Jovi ein Problem, von dem die meisten Bands gern betroffen wären: Das vorherige Album war gigantisch erfolgreich gewesen.

Die Reaktion bestand zunächst darin, genug Material für ein Doppelalbum zu schreiben.

Am Ende wurden daraus zwölf Stücke. Bruce Fairbairn produziert erneut, Desmond Child beteiligt sich wieder am Songwriting, und die Band macht kaum Anstalten, ihre neu erreichte Größenordnung freiwillig zu reduzieren. Lay Your Hands on Me beginnt entsprechend mit fast zwei Minuten Aufbau, Bad Medicine besitzt einen Refrain für Arenen und I’ll Be There for You übernimmt die Balladenabteilung.

Trotzdem wirkt New Jersey etwas erdiger als sein Vorgänger. Blood on Blood rückt Freundschaft ins Zentrum, Homebound Train zieht stärker zum Bluesrock.

Bon Jovi hatten für ein Doppelalbum geschrieben und anschließend zwölf Songs ausgewählt.

Selbst die Bescheidenheit benötigte 1988 noch knapp eine Stunde.

TRACKLIST

  1. Lay Your Hands on Me
  2. Bad Medicine
  3. Born to Be My Baby
  4. Living in Sin
  5. Blood on Blood
  6. Homebound Train
  7. Wild Is the Wind
  8. Ride Cowboy Ride
  9. Stick to Your Guns
  10. I’ll Be There for You
  11. 99 in the Shade
  12. Love for Sale

IN MEINEM ARCHIV

BON JOVIKEEP THE FAITH1992
JAHR
1992
LAND
USA
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Mercury
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
1:05:10
PRODUZENT
Bob Rock
AUFNAHMEORT
Little Mountain Sound Studios, Vancouver, Kanada

BESETZUNG

  • Jon Bon Jovi -- Gesang
  • Richie Sambora -- Gitarre, Gesang
  • David Bryan -- Keyboards
  • Alec John Such -- Bass
  • Tico Torres -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Zwischen New Jersey und Keep the Faith lagen vier Jahre. Für Bon Jovi waren das nicht einfach vier weitere Jahre: Grunge hatte die Rocklandschaft verändert und die glänzende Hair-Metal-Welt der Achtziger sah plötzlich aus, als gehöre sie zu einer vergangenen Zivilisation.

Bon Jovi schnitten die Haare ab und machten weiter.

Bob Rocks Produktion ist weniger mit Hall überzogen, die Rhythmusgruppe tritt stärker hervor und die Songs nehmen sich auffallend viel Zeit. Bed of Roses benötigt sechseinhalb Minuten. Dry County nähert sich zehn und verbindet Samboras lange Gitarrenarbeit mit Jon Bon Jovis Geschichte über wirtschaftlichen Niedergang und enttäuschte Hoffnungen.

Die Band versucht damit nicht, Nirvana zu werden. Sie versucht herauszufinden, wie Bon Jovi nach den Achtzigern klingen können.

Der Glaube wurde behalten. Teile der Frisur nicht.

TRACKLIST

  1. I Believe
  2. Keep the Faith
  3. I'll Sleep When I'm Dead
  4. In These Arms
  5. Bed of Roses
  6. If I Was Your Mother
  7. Dry County
  8. Woman in Love
  9. Fear
  10. I Want You
  11. Blame It on the Love of Rock & Roll
  12. Little Bit of Soul

IN MEINEM ARCHIV

BRUCE DICKINSONBALLS TO PICASSO1994
JAHR
1994
LAND
England
GENRE
Heavy Metal / Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
EMI
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
50:57
PRODUZENT
Shay Baby
AUFNAHMEORTE
Metropolis Studios, London, England; Townhouse Three, Battersea, London (Schlagzeug); Westside Studios, London (Bass); Silver Cloud Studios, Los Angeles, Kalifornien; Granny’s, Reno, Nevada (Aufnahmen zu „Shoot All the Clowns“)

BESETZUNG

  • Bruce Dickinson -- Gesang
  • Roy Z -- Gitarre
  • Eddie Casillas -- Bass
  • Dave Ingraham -- Schlagzeug; die drei Instrumentalisten kamen aus der Band Tribe of Gypsies

BORDCOMPUTER

1994 musste Bruce Dickinson erstmals herausfinden, wie Bruce Dickinson klingt, wenn hinter ihm nicht Iron Maiden stehen.

Der Weg dorthin war nicht gerade geradlinig. Frühere Aufnahmen für das Album wurden verworfen, bevor Dickinson mit Roy Z und Musikern von Tribe of Gypsies eine neue Besetzung fand.

Das Ergebnis entfernt sich bewusst vom vertrauten Maiden-Gerüst. Die Gitarren sind schwerer und teilweise grooviger, Shoot All the Clowns wagt sich in ausgesprochen ungewöhnliches Gelände, und Dickinson probiert hörbar aus, welche Teile seiner Stimme auch außerhalb des alten Systems funktionieren.

Am Ende steht Tears of the Dragon. Dort fällt vieles zusammen: die Unsicherheit nach seinem Ausstieg, eine große Melodie und jene dramatische Stimme, die selbstverständlich nicht bei Iron Maiden zurückgelassen worden war.

Dickinson verließ die eiserne Jungfrau. Den Flugschein für große Refrains behielt er.

TRACKLIST

  1. Cyclops
  2. Hell No
  3. Gods of War
  4. 1000 Points of Light
  5. Laughing in the Hiding Bush
  6. Change of Heart
  7. Shoot All the Clowns
  8. Fire
  9. Sacred Cowboys
  10. Tears of the Dragon

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BURNING WITCHESHEXENHAMMER2018
JAHR
2018
LAND
Schweiz
GENRE
Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
47:51
PRODUZENT
V.O. Pulver; Schmier; Damir Eskić
AUFNAHMEORT
Little Creek Studio, Gelterkinden

BESETZUNG

  • Seraina Telli – Gesang
  • Romana Kalkuhl – Gitarre
  • Sonia Nusselder – Gitarre
  • Jeanine „Jay“ Grob – Bass
  • Lala Frischknecht – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Der Hexenhammer war 1486 ein Handbuch zur Hexenverfolgung. Burning Witches nehmen den Begriff mehr als fünfhundert Jahre später zurück und schreiben ihn auf ein Heavy-Metal-Album.

Die Schweizerinnen orientieren sich dabei unverkennbar am klassischen Metal der Achtziger: zwei Gitarren, schnelle Soli, große Refrains und Seraina Tellis Stimme, die ohne Vorwarnung in Regionen aufsteigen kann, für die andere Menschen eine Sauerstoffmaske benötigen.

Das historische Thema ist mehr als Dekoration. Executed und der Titelsong beschäftigen sich mit Verfolgung und Hinrichtung vermeintlicher Hexen. Am Ende steht mit Holy Diver eine Dio-Coverversion – ebenfalls keine Epoche, deren Einfluss Burning Witches verbergen möchten.

Der Hexenhammer war zurück. Diesmal traf er Heavy-Metal-Saiten.

TRACKLIST

  1. The Witch Circle
  2. Executed
  3. Lords of War
  4. Open Your Mind
  5. Don’t Cry My Tears
  6. Maiden of Steel
  7. Dungeon of Infamy
  8. Dead Ender
  9. Hexenhammer
  10. Possession
  11. Maneater
  12. Holy Diver

IN MEINEM ARCHIV

CARCASSNECROTICISM – DESCANTING THE INSALUBRIOUS1991
JAHR
1991
LAND
Großbritannien
GENRE
Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Earache
TITELANZAHL
8
GESAMTLAUFZEIT
48:05
PRODUZENT
Colin Richardson
AUFNAHMEORT
Amazon Studios, Simonswood

BESETZUNG

  • Jeff Walker – Bass, Gesang
  • Bill Steer – Gitarre, Gesang
  • Michael Amott – Gitarre, zusätzliche Vocals
  • Ken Owen – Schlagzeug, zusätzliche Vocals

BORDCOMPUTER

Zwei Jahre vor Heartwork befinden sich Carcass mitten in einer bemerkenswerten Mutation.

Die kurzen Grindcore-Eruptionen der frühen Platten weichen längeren, komplizierteren Death-Metal-Stücken. Michael Amott erweitert die Band zum Quartett, die Gitarren werden ausgearbeiteter und plötzlich benötigt ein Carcass-Song regelmäßig sechs oder sieben Minuten.

Thematisch ist die medizinische Abteilung weiterhin geöffnet. Die Texte beschäftigen sich mit Leichen, Verwesung und ausgesprochen kreativen Möglichkeiten ihrer wirtschaftlichen Weiterverarbeitung. Schon die Songtitel setzen beim Hörer ein medizinisches Vokabular voraus, das im normalen Alltag nur begrenzten Nutzen besitzt.

Doch unter all dem pathologischen Material entsteht bereits die Präzision, die zwei Jahre später Heartwork prägen wird.

Die Pathologie hatte eine zweite Gitarre eingestellt. Die Arbeitsabläufe wurden komplexer.

TRACKLIST

  1. Inpropagation
  2. Corporal Jigsore Quandary
  3. Symposium of Sickness
  4. Pedigree Butchery
  5. Incarnated Solvent Abuse
  6. Carneous Cacoffiny
  7. Lavaging Expectorate of Lysergide Composition
  8. Forensic Clinicism / The Sanguine Article

IN MEINEM ARCHIV

CARCASSHEARTWORK1993
JAHR
1993
LAND
England
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Earache Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
41:55
PRODUZENT
Colin Richardson
AUFNAHMEORT
Parr Street Studios, Liverpool

BESETZUNG

  • Jeff Walker – Bass, Gesang
  • Bill Steer – Gitarre, Gesang
  • Michael Amott – Gitarre
  • Ken Owen – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Carcass hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. Wenige Jahre zuvor klangen sie noch, als würde in einer schlecht beleuchteten Pathologie ein Küchengerät explodieren. Auf Heartwork war daraus etwas anderes geworden.

Die Gitarren sind schwer, präzise und erstaunlich melodisch. Bill Steer und Michael Amott bauen aus Riffs und zweistimmigen Gitarrenlinien Stücke, die trotz aller Härte beinahe klassische Konturen besitzen. Jeff Walker klingt weiterhin nicht nach jemandem, dem man freiwillig einen Platz im Kirchenchor anbieten würde.

Heartwork erschien 1993 und wurde zu einem wichtigen Album für die Entwicklung des melodischen Death Metal. Bemerkenswert ist dabei, wie wenig es nach Kompromiss klingt. Carcass wurden nicht einfach sanfter. Sie wurden klarer.

Der Titelsong bringt das Prinzip in knapp viereinhalb Minuten auf den Punkt: Gewalt, Melodie und Präzision stehen nicht mehr gegeneinander. Sie haben beschlossen, gemeinsam zu arbeiten.

TRACKLIST

  1. Buried Dreams
  2. Carnal Forge
  3. No Love Lost
  4. Heartwork
  5. Embodiment
  6. This Mortal Coil
  7. Arbeit Macht Fleisch
  8. Blind Bleeding the Blind
  9. Doctrinal Expletives
  10. Death Certificate

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CARCASSSWANSONG1996
JAHR
1996
LAND
Großbritannien
GENRE
Death ’n’ Roll / Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Earache
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
50:00
PRODUZENT
Colin Richardson
AUFNAHMEORTE
Rockfield Studios, Wales; Battery Studios, London

BESETZUNG

  • Jeff Walker – Bass, Gesang
  • Bill Steer – Gitarre
  • Carlo Regadas – Gitarre
  • Ken Owen – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nach Heartwork hätten Carcass den dort gefundenen melodischen Death Metal problemlos weiter ausbauen können.

Natürlich taten sie etwas anderes.

Auf Swansong werden die Songs geradliniger, die Riffs rockiger und Jeff Walkers Gesang verständlicher. Keep on Rotting in the Free World verrät bereits im Titel, dass Neil Young inzwischen näher am gedanklichen Horizont liegt als medizinische Lehrbücher. Das Ergebnis wurde später gern als „Death ’n’ Roll“ bezeichnet.

Michael Amott hatte die Band inzwischen verlassen, Carlo Regadas übernahm die zweite Gitarre. Noch vor Veröffentlichung des Albums lösten sich Carcass auf. Der Titel Swansong wurde dadurch rückwirkend erstaunlich wörtlich.

Nur war es nicht das Ende.

Der Schwan sang. Siebzehn Jahre später verlangte er eine Zugabe.

TRACKLIST

  1. Keep on Rotting in the Free World
  2. Tomorrow Belongs to Nobody
  3. Black Star
  4. Cross My Heart
  5. Childs Play
  6. Room 101
  7. Polarized
  8. Generation Hexed
  9. Firm Hand
  10. R**k the Vote
  11. Don’t Believe a Word
  12. Go to Hell

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CARCASSSURGICAL STEEL2013
JAHR
2013
LAND
England
GENRE
Melodic Death Metal / Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
47:02
PRODUZENT
Colin Richardson
AUFNAHMEORT
Chapel Studios, Lincolnshire

BESETZUNG

  • Jeff Walker – Bass, Gesang
  • Bill Steer – Gitarre, Gesang
  • Daniel Wilding – Schlagzeug; Ben Ash war zu dieser Zeit Live-Gitarrist, spielte aber nicht auf dem Album

BORDCOMPUTER

Carcass hatten sich 1996 aufgelöst. Siebzehn Jahre später erschien ein neues Album – genügend Zeit, damit eine Wiedervereinigung entweder wie ein historisches Klassentreffen oder wie eine schlechte Idee wirken konnte.

Surgical Steel klingt nach keinem von beidem.

Bill Steer und Jeff Walker greifen vielmehr verschiedene Entwicklungsstufen ihrer eigenen Band wieder auf. Die melodischen Gitarren von Heartwork sind ebenso vorhanden wie die ruppigere Direktheit früherer Carcass. Daniel Wilding spielt dazu Schlagzeug mit der Präzision eines medizinischen Geräts, dessen Bedienungsanleitung vermutlich nicht für Patienten bestimmt ist.

Selbst die alten pathologischen Wortspiele sind zurück. Ein Song heißt Noncompliance to ASTM F 899-12 Standard. Das ist tatsächlich eine technische Norm für chirurgischen Stahl.

Carcass waren also nicht einfach zurückgekehrt. Sie hatten zuvor offenbar die Werkstoffe geprüft.

Der Patient war siebzehn Jahre verschwunden. Der Befund: erstaunlich lebendig.

TRACKLIST

  1. 1985
  2. Thrasher’s Abbatoir
  3. Cadaver Pouch Conveyor System
  4. A Congealed Clot of Blood
  5. The Master Butcher’s Apron
  6. Noncompliance to ASTM F 899-12 Standard
  7. The Granulating Dark Satanic Mills
  8. Unfit for Human Consumption
  9. 316L Grade Surgical Steel
  10. Captive Bolt Pistol
  11. Mount of Execution

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CARCASSDESPICABLE2020
JAHR
2020
LAND
Großbritannien
GENRE
Melodic Death Metal / Death Metal
TYP
EP
LABEL
Nuclear Blast Records
TITELANZAHL
4
GESAMTLAUFZEIT
18:53
PRODUZENT
Carcass
AUFNAHMEORTE
Ghost Ward Studios, Stockholm, Schweden; The Stationhouse, Leeds, Großbritannien; Roth Händle Studios, Stockholm, Schweden

BESETZUNG

  • Jeff Walker – Gesang, Bass
  • Bill Steer – Gitarre, Gesang
  • Daniel Wilding – Schlagzeug, Gesang
  • Per Wiberg – Orgel
  • Fredrik Klingwall – zusätzliche Keyboards

BORDCOMPUTER

Zwischen Surgical Steel und Torn Arteries lagen acht Jahre. Carcass überbrückten einen Teil dieser Strecke 2020 mit Despicable: vier Stücke aus den Sessions zum kommenden Album, die dort größtenteils keinen Platz finden sollten.

Das klingt weniger nach Resteverwertung als nach einer erstaunlich vollständigen kleinen Carcass-Platte. The Living Dead at the Manchester Morgue verbindet melodische Gitarrenarbeit mit jener chirurgischen Schärfe, die die Band seit Jahrzehnten kultiviert; The Long and Winding Bier Road trägt bereits im Titel die für Carcass typische Neigung, Sprache genauso gründlich zu zerlegen wie menschliche Anatomie.

Nur Under the Scalpel Blade schaffte später den Sprung auf Torn Arteries. Der Rest blieb hier – knapp neunzehn Minuten Material zwischen zwei großen Alben.

Andere Bands nennen so etwas Ausschuss. Carcass geben ihm vorsichtshalber ein Skalpell.

TRACKLIST

  1. The Living Dead at the Manchester Morgue
  2. The Long and Winding Bier Road
  3. Under the Scalpel Blade
  4. Slaughtered in Soho

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CARCASSTORN ARTERIES2021
JAHR
2021
LAND
Großbritannien
GENRE
Death Metal / Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
48:58
PRODUZENT
Colin Richardson; zusätzliche Produktion/Engineering durch Andy Sneap
AUFNAHMEORTE
Studio Gröndahl, Schweden; The Stationhouse, Leeds, England

BESETZUNG

  • Jeff Walker – Bass, Gesang
  • Bill Steer – Gitarre, Gesang
  • Daniel Wilding – Schlagzeug; Tom Draper ist auf dem Album als Gitarrist beteiligt

BORDCOMPUTER

Acht Jahre nach Surgical Steel veröffentlichen Carcass ein Album, dessen Titel auf eine alte Demoaufnahme der Band zurückgeht. Die Arterien waren also bereits 1989 beschädigt worden.

Musikalisch ist Torn Arteries weniger eine Fortsetzung eines einzelnen früheren Albums als eine Bestandsaufnahme dessen, was Carcass inzwischen alles sein können. Bill Steers Gitarren wechseln zwischen Death Metal, melodischen Leads, Rock-Riffs und Passagen, die beinahe elegant wirken. Jeff Walker liefert dazu Songtitel wie Kelly’s Meat Emporium und Eleanor Rigor Mortis.

Die medizinische Fachsprache der frühen Jahre ist ebenfalls noch vorhanden. Sie hat inzwischen Humor entwickelt.

Mehr als dreißig Jahre nach der Gründung klingt die Band weder wie eine historische Rekonstruktion noch wie der Versuch, zeitgemäß zu wirken.

Die Arterien waren gerissen. Der Patient erwies sich als bemerkenswert langlebig.

TRACKLIST

  1. Torn Arteries
  2. Dance of Ixtab (Psychopomp & Circumstance March No. 1 in B)
  3. Eleanor Rigor Mortis
  4. Under the Scalpel Blade
  5. The Devil Rides Out
  6. Flesh Ripping Sonic Torment Limited
  7. Kelly’s Meat Emporium
  8. In God We Trust
  9. Wake Up and Smell the Carcass / Caveat Emptor
  10. The Scythe’s Remorseless Swing

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CATHEDRALTHE ETHEREAL MIRROR1993
JAHR
1993
LAND
Großbritannien
GENRE
Doom Metal / Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Earache / Columbia
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
54:22
PRODUZENT
David Bianco
AUFNAHMEORT
The Manor Studios, Shipton-on-Cherwell, Oxfordshire, England

BESETZUNG

  • Lee Dorrian – Gesang
  • Garry Jennings – Gitarre
  • Adam Lehan – Gitarre
  • Mark Griffiths – Bass
  • Mark Wharton – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Lee Dorrian hatte Napalm Death verlassen und mit Cathedral zunächst eine Band gegründet, die Doom Metal möglichst langsam und möglichst schwer spielte.

Auf The Ethereal Mirror begann sich dieses Konzept bereits eigentümlich zu bewegen.

Die Schwere von Black Sabbath bleibt, aber plötzlich tauchen Groove, psychedelischer Rock und Melodien auf, die wesentlich farbiger sind als das Debüt. Midnight Mountain besitzt sogar etwas, das man unter vorsichtiger Verwendung des Begriffs als eingängig bezeichnen könnte.

Cathedral entwickelten damit jene merkwürdige Mischung aus Siebzigerjahre-Hard-Rock, Doom, psychedelischer Bildwelt und Lee Dorrians unverwechselbarem Gesang, die später ihr eigentliches Territorium werden sollte.

Der Doom Metal war noch langsam. Er hatte nur angefangen, seltsam zu tanzen.

TRACKLIST

  1. Violet Vortex (Intro)
  2. Ride
  3. Enter the Worms
  4. Midnight Mountain
  5. Fountain of Innocence
  6. Grim Luxuria
  7. Jaded Entity
  8. Ashes You Leave
  9. Phantasmagoria
  10. Imprisoned in Flesh

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CAVALERA CONSPIRACYINFLIKTED2008
JAHR
2008
LAND
Brasilien / USA
GENRE
Thrash Metal / Groove Metal / Death Metal
TYP
Studioalbum / Debüt
LABEL
Roadrunner Records
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
43:31
PRODUZENT
Max Cavalera; Logan Mader
AUFNAHMEORT
Undercity Studios, North Hollywood

BESETZUNG

  • Max Cavalera – Leadgesang, Rhythmusgitarre
  • Iggor Cavalera – Schlagzeug, Percussion
  • Marc Rizzo – Gitarre, Backing Vocals
  • Joe Duplantier – Bass, Rhythmusgitarre, Gesang
  • Rex Brown – Gast-Bass bei „Ultra-Violent“
  • Richie Cavalera – Gastgesang bei „Black Ark“

BORDCOMPUTER

Als Max und Igor Cavalera gemeinsam Inflikted aufnahmen, hatten sie seit Max’ Ausstieg bei Sepultura mehr als zehn Jahre lang kein Album mehr miteinander gemacht.

Man hört darauf wenig Bedürfnis nach vorsichtiger Wiederannäherung.

Igors Schlagzeug und Max’ Rhythmusgitarre greifen sofort wieder ineinander, während Marc Rizzo die technischere Gitarrenarbeit übernimmt. Am Bass sitzt Joe Duplantier von Gojira – eine Personalentscheidung, die nicht unbedingt darauf hindeutet, dass jemand eine dezente Hintergrundbegleitung gesucht hätte.

Inflikted verbindet Thrash, Groove und Death Metal und erinnert zwangsläufig an Teile der gemeinsamen Sepultura-Vergangenheit. Entscheidend ist aber die körperliche Wirkung dieser Rhythmusarbeit: Zwei Brüder finden nach langer Trennung offenbar innerhalb weniger Takte wieder dieselbe musikalische Sprache.

Die Familienzusammenführung verlief laut. Weitere Vermittlungsmaßnahmen waren nicht erforderlich.

TRACKLIST

  1. Inflikted
  2. Sanctuary
  3. Terrorize
  4. Black Ark
  5. Ultra-Violent
  6. Hex
  7. The Doom of All Fires
  8. Bloodbrawl
  9. Nevertrust
  10. Hearts of Darkness
  11. Must Kill

IN MEINEM ARCHIV

CELLAR DARLINGTHIS IS THE SOUND2017
JAHR
2017
LAND
Schweiz
GENRE
Progressive Metal / Folk Metal
TYP
Studioalbum / Debüt
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
59:52
PRODUZENT
Tommy Vetterli & Cellar Darling
AUFNAHMEORT
New Sound Studio, Pfäffikon, Schweiz

BESETZUNG

  • Anna Murphy – Gesang, Drehleier, Flöte, Keyboards
  • Ivo Henzi – Gitarre, Bass
  • Merlin Sutter – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Als Anna Murphy, Ivo Henzi und Merlin Sutter Eluveitie verließen, nahmen sie einige ungewöhnliche Instrumente mit.

Vor allem die Drehleier.

Cellar Darling benutzen sie jedoch nicht einfach, um die bisherige Band unter anderem Namen fortzusetzen. This Is the Sound verbindet Progressive Metal, Folk, elektronische Texturen und ruhige Passagen zu einer Musik, deren Mittelpunkt Anna Murphys Stimme bildet. Avalanche kann entsprechend schwer werden, während andere Stücke deutlich weiter aus dem Metal hinausführen.

Der Albumtitel wirkt dabei fast wie eine erste Positionsbestimmung.

Drei Musiker hatten ihre bisherige Band verloren und mussten herausfinden, was danach übrig blieb.

This is the sound. Weitere Erklärungen konnten später nachgereicht werden.

TRACKLIST

  1. Avalanche
  2. Black Moon
  3. Challenge
  4. Hullaballoo
  5. Six Days
  6. The Hermit
  7. Water
  8. Fire, Wind & Earth
  9. Rebels
  10. Under the Oak Tree...
  11. ...High Above These Crowns
  12. Starcrusher
  13. Hedonia
  14. Redemption

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CELLAR DARLINGTHE SPELL2019
JAHR
2019
LAND
Schweiz
GENRE
Progressive Metal / Folk Metal
TYP
Studioalbum / Konzeptalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
1:03:17
PRODUZENT
Tommy Vetterli & Cellar Darling
AUFNAHMEORTE
New Sound Studio, Schweiz; Soundfarm Studios, Luzern, Schweiz (Gitarren und Schlagzeug auf ausgewählten Tracks)

BESETZUNG

  • Anna Murphy – Gesang, Drehleier, Flöte, Keyboards
  • Ivo Henzi – Gitarre, Bass
  • Merlin Sutter – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Auf dem zweiten Album entscheiden Cellar Darling, dass gewöhnliche Songtitel unnötig kompliziert sind.

Pain. Death. Love. Burn. Sleep. Drown.

Dahinter steckt allerdings ein vollständiges Konzeptalbum. Eine junge Frau verliebt sich in den Tod, kann jedoch selbst nicht sterben und versucht deshalb, ihn zu erreichen. Die dreizehn Stücke erzählen diese Geschichte als zusammenhängenden Zyklus.

Musikalisch eignet sich die eigenwillige Besetzung von Cellar Darling hervorragend dafür. Drehleier und Flöte treffen auf schwere Gitarren, elektronische Klangflächen und progressive Strukturen; Anna Murphy wechselt zwischen beinahe intimen und deutlich härteren Passagen.

Am Ende kehren Love und Death ein zweites Mal zurück.

Liebe, Tod und Unsterblichkeit. Für dreizehn Stücke war ausreichend Material vorhanden.

TRACKLIST

  1. Pain
  2. Death
  3. Love
  4. The Spell
  5. Burn
  6. Hang
  7. Sleep
  8. Insomnia
  9. Freeze
  10. Fall
  11. Drown
  12. Love, Pt. II
  13. Death, Pt. II

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CEMETARYGODLESS BEAUTY1993
JAHR
1993
LAND
Schweden
GENRE
Death Metal / Gothic Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Black Mark Production
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
38:27
PRODUZENT
Tomas Skogsberg
AUFNAHMEORT
Sunlight Studio, Stockholm

BESETZUNG

  • Mathias Lodmalm – Gesang, Gitarre
  • Christian Saarinen – Gitarre
  • Anton Hedberg – Bass
  • Juha Sievers – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Cemetary kamen aus Schweden und nahmen Godless Beauty im Sunlight Studio auf. Anfang der Neunziger führte diese Kombination normalerweise zu ziemlich konkreten Erwartungen.

Das Album erfüllt sie nur teilweise.

Der Death Metal des Debüts ist noch vorhanden, doch Mathias Lodmalm und seine Mitspieler lassen bereits deutlich mehr Atmosphäre, Melodie und dunklere, langsamere Passagen in die Musik. Keyboards und akustische Momente tauchen zwischen den schweren Gitarren auf, ohne dass daraus schon der ausgeprägtere Gothic Metal der späteren Cemetary wird.

Gerade deshalb ist Godless Beauty ein Übergangsalbum: Man hört eine Band, die ihre Herkunft noch nicht verlassen hat, aber bereits andere Räume entdeckt.

Der Titel fasst diese Spannung ziemlich gut zusammen.

Die Schönheit war gottlos. Das Sunlight Studio stellte trotzdem ausreichend Dunkelheit bereit.

TRACKLIST

  1. Now She Walks the Shadows
  2. The Serpent’s Kiss
  3. And Julie Is No More
  4. By My Own Hand
  5. Chain
  6. Adrift in Scarlet Twilight
  7. In Articulo Mortis
  8. Where the Fire Forever Burns
  9. The Wanderer
  10. The Conqueror Worm

IN MEINEM ARCHIV

CHILDREN OF BODOMHATE CREW DEATHROLL2003
JAHR
2003
LAND
Finnland
GENRE
Melodic Death Metal / Power Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Spinefarm Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
37:51
PRODUZENT
Anssi Kippo
AUFNAHMEORT
Astia Studio, Lappeenranta

BESETZUNG

  • Alexi Laiho – Gesang, Leadgitarre
  • Alexander Kuoppala – Rhythmusgitarre
  • Janne Wirman – Keyboards
  • Henkka Seppälä – Bass
  • Jaska Raatikainen – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Children of Bodom hatten auf ihren ersten drei Alben bereits eine ziemlich eigenwillige Konstruktion entwickelt: Death-Metal-Gesang, neoklassische Gitarren, Keyboards und eine Geschwindigkeit, bei der einzelne Noten gelegentlich um ihre Arbeitserlaubnis fürchten mussten.

Hate Crew Deathroll macht daraus etwas direkteres.

Die Keyboards und Alexi Laihos Gitarrensoli liefern sich weiterhin ihre bekannten Duelle, doch Stücke wie Needled 24/7 und Sixpounder setzen stärker auf schwere, unmittelbar greifende Riffs. Gleichzeitig kann Angels Don’t Kill das Tempo weit herunterfahren, ohne die Spannung zu verlieren.

Das Album steht damit an einem interessanten Punkt: technisch verspielt, aber bereits wesentlich kompakter als die frühen Children of Bodom.

Die Hate Crew war vollständig versammelt. Anwesenheitskontrolle erschien angesichts der Lautstärke unnötig.

TRACKLIST

  1. Needled 24/7
  2. Sixpounder
  3. Chokehold (Cocked ’n’ Loaded)
  4. Bodom Beach Terror
  5. Angels Don’t Kill
  6. Triple Corpse Hammerblow
  7. You’re Better Off Dead
  8. Lil’ Bloodred Ridin’ Hood
  9. Hate Crew Deathroll

IN MEINEM ARCHIV

CHILDREN OF BODOMARE YOU DEAD YET?2005
JAHR
2005
LAND
Finnland
GENRE
Melodic Death Metal / Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Spinefarm Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
37:22
PRODUZENT
Mikko Karmila
AUFNAHMEORT
Finnvox Studios und Hästholmen, Helsinki

BESETZUNG

  • Alexi Laiho – Gesang, Leadgitarre
  • Roope Latvala – Rhythmusgitarre
  • Janne Wirman – Keyboards
  • Henkka Seppälä – Bass
  • Jaska Raatikainen – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Auf Are You Dead Yet? verschiebt sich das Verhältnis der bekannten Children-of-Bodom-Bauteile noch einmal.

Roope Latvala ersetzt Alexander Kuoppala an der zweiten Gitarre, während Alexi Laihos Songs stärker auf Groove und einfache, schwere Riffs setzen. Die neoklassischen Läufe sind nicht verschwunden, aber sie müssen sich den verfügbaren Raum inzwischen mit einer deutlich moderneren Rhythmik teilen.

Living Dead Beat und der Titelsong zeigen diese neue Balance sofort. In Your Face macht daraus beinahe eine Kampfansage, deren Subtilität bereits im Titel vollständig abgearbeitet wurde.

Die Musik ist weiterhin technisch anspruchsvoll. Sie wirkt nur weniger daran interessiert, diesen Umstand in jeder Sekunde nachzuweisen.

Die Frage lautet: „Are You Dead Yet?“ Der Bordcomputer empfiehlt vor einer Antwort die Überprüfung der Vitalparameter.

TRACKLIST

  1. Living Dead Beat
  2. Are You Dead Yet?
  3. If You Want Peace... Prepare for War
  4. Punch Me I Bleed
  5. In Your Face
  6. Next in Line
  7. Bastards of Bodom
  8. Trashed, Lost & Strungout
  9. We’re Not Gonna Fall

IN MEINEM ARCHIV

CHILDREN OF BODOMBLOODDRUNK2008
JAHR
2008
LAND
Finnland
GENRE
Melodic Death Metal / Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Spinefarm Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
36:46
PRODUZENT
Mikko Karmila und Children of Bodom
AUFNAHMEORT
Petrax Studios, Hollola; Finnvox Studios, Helsinki

BESETZUNG

  • Alexi Laiho – Gesang, Leadgitarre
  • Roope Latvala – Rhythmusgitarre
  • Janne Wirman – Keyboards
  • Henkka Seppälä – Bass
  • Jaska Raatikainen – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Bis Blooddrunk war aus Children of Bodoms ungewöhnlicher Mischung längst ein eigener, sofort erkennbarer Stil geworden.

Alexi Laiho und Janne Wirman liefern weiterhin die schnellen Gitarren-/Keyboard-Duelle, doch die Entwicklung von Are You Dead Yet? setzt sich fort: tiefer gestimmte Gitarren, kantigere Rhythmen und mehr Gewicht im mittleren Tempo. Hellhounds on My Trail und Blooddrunk verbinden beides – technische Beweglichkeit und Riffs, die weniger laufen als treten.

Dabei bleibt genügend Platz für jene spezielle Form von Children-of-Bodom-Humor, bei der ein Song selbstverständlich LoBodomy heißen kann und niemand im Studio offenbar Einspruch erhebt.

Die Band hatte ihre Sprache gefunden. Sie benutzte nur zunehmend schwerere Satzzeichen.

Der Alkoholgehalt ist nicht überliefert. Die Gitarrendichte lässt sich dagegen eindeutig feststellen.

TRACKLIST

  1. Hellhounds on My Trail
  2. Blooddrunk
  3. LoBodomy
  4. One Day You Will Cry
  5. Smile Pretty for the Devil
  6. Tie My Rope
  7. Done with Everything, Die for Nothing
  8. Banned from Heaven
  9. Roadkill Morning

IN MEINEM ARCHIV

CHILDREN OF BODOMI WORSHIP CHAOS2015
JAHR
2015
LAND
Finnland
GENRE
Melodic Death Metal / Power Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
44:23
PRODUZENT
Mikko Karmila
AUFNAHMEORT
Danger Johnny Studios, Helsinki

BESETZUNG

  • Alexi Laiho – Gesang, Gitarre
  • Henkka Seppälä – Bass
  • Janne Wirman – Keyboards
  • Jaska Raatikainen – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Children of Bodom waren plötzlich nur noch zu viert.

Roope Latvala hatte die Band verlassen, und statt sofort einen neuen Gitarristen ins Studio zu holen, spielte Alexi Laiho die Gitarren selbst ein. Ausgerechnet eine Band, deren Markenzeichen seit Jahren die Duelle zwischen Gitarre und Janne Wirmans Keyboards waren, musste also zunächst mit einer Gitarre weniger auskommen.

Man hört davon erstaunlich wenig.

Morrigan verbindet eine große Melodie mit der gewohnten Geschwindigkeit, während der Titelsong und I Hurt wesentlich direkter zuschlagen. Keyboards und Gitarren liefern sich weiterhin ihre bekannten Wettrennen.

Der Titel I Worship Chaos war dabei vermutlich nicht als Organisationshandbuch gedacht.

Ein Gitarrist fehlte. Das Chaos erschien trotzdem vollständig.

TRACKLIST

  1. I Hurt
  2. My Bodom (I Am the Only One)
  3. Morrigan
  4. Horns
  5. Prayer for the Afflicted
  6. I Worship Chaos
  7. Hold Your Tongue
  8. Suicide Bomber
  9. All for Nothing
  10. Widdershins

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CHILDREN OF BODOMHEXED2019
JAHR
2019
LAND
Finnland
GENRE
Melodic Death Metal / Power Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
45:15
PRODUZENT
Mikko Karmila
AUFNAHMEORT
Danger Johnny Studios, Helsinki

BESETZUNG

  • Alexi Laiho – Gesang, Gitarre
  • Daniel Freyberg – Gitarre
  • Henkka Seppälä – Bass
  • Janne Wirman – Keyboards
  • Jaska Raatikainen – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Vier Jahre nach I Worship Chaos besitzen Children of Bodom wieder zwei Gitarristen. Daniel Freyberg steht nun neben Alexi Laiho, und auf Hexed wirkt die Band stellenweise tatsächlich so, als hätte sie einige ältere Baupläne aus dem Archiv geholt.

Die Keyboards treten wieder deutlich gegen die Gitarren an, schnelle neoklassische Läufe tauchen auf und Under Grass and Clover besitzt jene eigentümliche Kombination aus Aggression und beinahe fröhlicher Melodie, die Children of Bodom seit ihren frühen Jahren beherrschten.

Niemand wusste bei Veröffentlichung, dass dies das letzte Studioalbum dieser Besetzung und schließlich das letzte Children-of-Bodom-Album überhaupt sein würde. Die Band löste sich Ende 2019 auf; Alexi Laiho starb im Dezember 2020.

Deshalb braucht die Platte rückblickend keine zusätzliche Pointe.

Sie endet einfach mit Children of Bodom, wie sie Children of Bodom waren.

TRACKLIST

  1. This Road
  2. Under Grass and Clover
  3. Glass Houses
  4. Hecate’s Nightmare
  5. Kick in a Spleen
  6. Platitudes and Barren Words
  7. Hexed
  8. Relapse (The Nature of My Crime)
  9. Say Never Look Back
  10. Soon Departed
  11. Knuckleduster

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CHRIS CORNELLEUPHORIA MORNING1999
JAHR
1999
LAND
USA
GENRE
Alternative Rock / Psychedelic Rock / Folk Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
A&M Records
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
51:00
PRODUZENT
Chris Cornell; Alain Johannes; Natasha Shneider
AUFNAHMEORT
11AD Studios, Los Angeles

BESETZUNG

  • Chris Cornell – Leadgesang, Gitarre, Mundharmonika
  • Alain Johannes – Gitarre, Bass, Backing Vocals, Theremin, Mandoline, Klarinette, Tabla
  • Natasha Shneider – Keyboards, Bass, Backing Vocals, Tamburin, Piano, Orgel, Pauken
  • Ric Markmann – Bass
  • Josh Freese – Schlagzeug
  • Jason Falkner – Bass bei „When I’m Down“
  • Greg Upchurch – Schlagzeug bei „When I’m Down“
  • Victor Indrizzo – Schlagzeug bei „Wave Goodbye“
  • Matt Cameron – Schlagzeug bei „Disappearing One“
  • Bill Rieflin – Schlagzeug bei „Steel Rain“

BORDCOMPUTER

Nach dem Ende von Soundgarden hätte Chris Cornell ein Album machen können, das lediglich mehr Platz für seine Stimme schafft.

Stattdessen ging er zu Alain Johannes und Natasha Shneider ins 11AD Studio und baute eine deutlich andere Umgebung darum.

Euphoria Morning bewegt sich zwischen psychedelischem Rock, Singer-Songwriter-Musik, Soul und ungewöhnlichen Arrangements. When I’m Down sitzt beinahe am Klavier in einer anderen Epoche, Preaching the End of the World lebt von einer Melodie, die keine schwere Gitarre benötigt, und selbst dort, wo Cornell laut wird, fehlt die vertraute Soundgarden-Maschine darunter.

Gerade deshalb hört man seine Stimme anders. Nicht kleiner, sondern ungeschützter.

Soundgarden war verschwunden. Cornell stellte fest, dass seine Stimme auch ohne Gebäude genügend Raum einnahm.

TRACKLIST

  1. Can’t Change Me
  2. Flutter Girl
  3. Preaching the End of the World
  4. Follow My Way
  5. When I’m Down
  6. Mission
  7. Wave Goodbye
  8. Moonchild
  9. Sweet Euphoria
  10. Disappearing One
  11. Pillow of Your Bones
  12. Steel Rain

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CHRIS CORNELLCARRY ON2007
JAHR
2007
LAND
USA
GENRE
Alternative Rock / Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Suretone / Interscope
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
54:49
PRODUZENT
Steve Lillywhite
AUFNAHMEORT
NRG Recording Studios, North Hollywood, Kalifornien

BESETZUNG

  • Chris Cornell – Gesang, Gitarre, Keyboards
  • Brian Ray – Gitarre
  • Dimitri Coats – Gitarre
  • Cameron Greider – Gitarre
  • Gary Lucas – Gitarre
  • Miles Mosley – Bass, Streicher
  • Nir Z – Schlagzeug
  • Jamie Muhoberac – Keyboards
  • Joe Sublett – Tenorsaxofon bei „Safe and Sound“
  • Darrell Leonard – Trompete bei „Safe and Sound“
  • Steve Lillywhite – Piano bei „Your Soul Today“

BORDCOMPUTER

Acht Jahre nach seinem ersten Soloalbum kehrte Chris Cornell unter anderen Bedingungen zurück. Soundgarden war lange vorbei, Audioslave inzwischen ebenfalls.

Carry On versucht trotzdem nicht, eine dritte Band zu ersetzen.

Steve Lillywhite stellt Cornells Stimme weit nach vorne und lässt das Album zwischen Hard Rock, Soul, akustischen Stücken und klassischem Songwriting wechseln. Besonders deutlich wird das bei einer ungewöhnlichen Entscheidung: Michael Jacksons Billie Jean wird so weit verlangsamt und verdunkelt, dass vom vertrauten Popsong vor allem der Text übrig bleibt.

Am Ende steht mit You Know My Name Cornells James-Bond-Song aus Casino Royale: große Gitarren, Bläser und ein Sänger, für den ein Filmvorspann offenbar ausreichend Platz bietet.

Zwei Bands waren Geschichte. Der Mann am Mikrofon erwies sich als transportabel.

TRACKLIST

  1. No Such Thing
  2. Poison Eye
  3. Arms Around Your Love
  4. Safe and Sound
  5. She’ll Never Be Your Man
  6. Ghosts
  7. Killing Birds
  8. Billie Jean
  9. Scar on the Sky
  10. Your Soul Today
  11. Finally Forever
  12. Silence the Voices
  13. Disappearing Act
  14. You Know My Name

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CHRIS CORNELLSCREAM2009
JAHR
2009
LAND
USA
GENRE
Pop Rock / Electronic Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Interscope / Mosley Music
TITELANZAHL
14
GESAMTLAUFZEIT
1:03:17
PRODUZENT
Timbaland; Jerome „J-Roc“ Harmon
AUFNAHMEORTE
Hit Factory Criteria, Miami, Florida; The Studio at the Setai, Miami Beach, Florida

BESETZUNG

  • Chris Cornell – Leadgesang
  • Timbaland – Instrumente
  • Jerome Harmon – Instrumente
  • DJ Timmy T – DJ-Scratches
  • Demo Castellon – zusätzliche Programmierung
  • Dan Warner – zusätzliche Gitarren
  • Lee Levin – zusätzliches Schlagzeug
  • Darryl Pearson – zusätzlicher Bass, Gitarre, Backing Vocals
  • Justin Timberlake – Backing Vocals
  • Amar – Backing Vocals
  • Ryan Tedder – Backing Vocals
  • Jim Beanz – Backing Vocals
  • Ezekiel Lewis – Backing Vocals
  • Brent Kutzle – Violoncello
  • Peter Thorn – zusätzliche Gitarren
  • Jason Sutter – zusätzliches Schlagzeug
  • Lasim Richards – Bläser
  • Frank Chadwyck Bernstein – Bläser
  • Brian Keegan – Bläser
  • Rashawn Ross – Bläser
  • Phil Lassiter – Bläser

BORDCOMPUTER

Chris Cornell hatte zu diesem Zeitpunkt Soundgarden, Audioslave und zwei Soloalben hinter sich. Für das dritte engagierte er Timbaland.

Damit endet der vorhersehbare Teil der Geschichte.

Scream baut Cornells Stimme nicht auf schweren Gitarren auf, sondern auf programmierten Beats, Synthesizern und einer Produktion, die eher aus zeitgenössischem R&B und Pop kommt als aus Seattle. Viele Stücke gehen nahezu ohne Pause ineinander über. Die Rockstimme bleibt – das Betriebssystem darunter wurde ausgetauscht.

Das Experiment polarisierte entsprechend. Interessanter als die Frage, ob ein ehemaliger Soundgarden-Sänger so etwas „darf“, ist allerdings, wie kompromisslos Cornell es tatsächlich macht. Scream ist kein Rockalbum mit ein paar elektronischen Effekten. Es meint die Sache ernst.

Für einen Sänger, dessen Karriere ständig mit einer bestimmten Gitarrenmusik verbunden wurde, ist das vielleicht die eigentliche Pointe.

Chris Cornell arbeitete mit Timbaland. Die Genrebehörde wurde nicht vorab informiert.

TRACKLIST

  1. Part of Me
  2. Time
  3. Sweet Revenge
  4. Get Up
  5. Ground Zero
  6. Never Far Away
  7. Take Me Alive
  8. Long Gone
  9. Scream
  10. Enemy
  11. Other Side of Town
  12. Climbing Up the Walls
  13. Watch Out
  14. Two Drink Minimum

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CHRIS CORNELLSONGBOOK2011
JAHR
2011
LAND
USA
GENRE
Acoustic Rock / Singer-Songwriter
TYP
Livealbum
LABEL
Universal
TITELANZAHL
16
GESAMTLAUFZEIT
67:31
PRODUZENT
Chris Cornell; Alain Johannes
AUFNAHMEORTE
Borgata Hotel Casino & Spa / Music Box, Atlantic City, New Jersey; Esplanade Arts & Heritage Centre, Medicine Hat, Alberta; Fitzgerald Theater, St. Paul, Minnesota; Keswick Theatre, Glenside, Pennsylvania; Pabst Theater, Milwaukee, Wisconsin; Queen Elizabeth Theatre, Toronto, Ontario; Red Robinson Show Theatre, Vancouver, British Columbia; Sixth & I Historic Synagogue, Washington, D.C.; Vic Theatre, Chicago, Illinois

BESETZUNG

  • Chris Cornell – Gesang, akustische Gitarre
  • Alain Johannes – akustische Gitarre, E-Bow

BORDCOMPUTER

Nach Soundgarden, Audioslave und mehreren Soloalben entfernt Chris Cornell auf Songbook fast alles, was zwischen seinen Liedern und seiner Stimme steht.

Übrig bleiben Gesang, akustische Gitarre und ein erstaunlich weit verzweigter eigener Katalog. Fell on Black Days und Black Hole Sun stammen aus Soundgarden, I Am the Highway und Like a Stone aus Audioslave, daneben stehen Solostücke und das damals noch unveröffentlichte Cleaning My Gun. Led Zeppelin und John Lennon werden ebenfalls kurz ins Archiv aufgenommen.

Interessant ist, wie wenig manche Songs ihre ursprüngliche Lautstärke benötigen. Besonders Cornells Stimme übernimmt Funktionen, für die früher eine ganze Band zuständig war.

Die Verstärker wurden abgeschaltet. Das Problem mit der Lautstärke blieb.

TRACKLIST

  1. As Hope and Promise Fade
  2. Scar on the Sky
  3. Call Me a Dog
  4. Ground Zero
  5. Can’t Change Me
  6. I Am the Highway
  7. Thank You
  8. Cleaning My Gun
  9. Wide Awake
  10. Fell on Black Days
  11. All Night Thing
  12. Doesn’t Remind Me
  13. Like a Stone
  14. Black Hole Sun
  15. Imagine
  16. The Keeper

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CHRIS CORNELLHIGHER TRUTH2015
JAHR
2015
LAND
USA
GENRE
Alternative Rock / Acoustic Rock / Singer-Songwriter
TYP
Studioalbum
LABEL
Universal Music Enterprises (UMe)
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
49:17
PRODUZENT
Brendan O’Brien
AUFNAHMEORT
Henson Recording Studios, Hollywood, Kalifornien

BESETZUNG

  • Chris Cornell – Gesang, Gitarre, Mandoline, Bass, Percussion
  • Brendan O’Brien – Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboards, Drehleier, Percussion
  • Matt Chamberlain – Schlagzeug
  • Patrick Warren – Piano
  • Ann Marie Simpson – Streicher

BORDCOMPUTER

Nach Songbook war bereits deutlich geworden, wie wenig Chris Cornell benötigte, um einen Raum auszufüllen. Für Higher Truth nimmt er dieses Prinzip mit ins Studio.

Die akustische Gitarre steht häufig im Zentrum, doch Produzent Brendan O’Brien lässt die Stücke nicht einfach als Singer-Songwriter-Aufnahmen stehen. Mandoline, Piano, Streicher und sparsame elektrische Gitarren tauchen auf, verschwinden wieder und überlassen Cornells Stimme den größten Teil der Arbeit. Nearly Forgot My Broken Heart eröffnet das Album beinahe beschwingt, während Stücke wie Dead Wishes, Josephine oder der Titelsong wesentlich stiller werden.

Das ist bemerkenswert, weil Cornell einen großen Teil seiner Karriere mit Bands verbracht hatte, die problemlos erhebliche Mengen Luft bewegen konnten. Auf Higher Truth interessiert ihn weniger, wie groß ein Song werden kann, sondern wie viel von ihm übrig bleibt, wenn man fast alles andere entfernt.

Es wurde sein letztes zu Lebzeiten veröffentlichtes Solo-Studioalbum. Diese Tatsache braucht das Album nicht, um Gewicht zu besitzen.

Der Verstärker war diesmal optional. Die Stimme nicht.

TRACKLIST

  1. Nearly Forgot My Broken Heart
  2. Dead Wishes
  3. Worried Moon
  4. Before We Disappear
  5. Through the Window
  6. Josephine
  7. Murderer of Blue Skies
  8. Higher Truth
  9. Let Your Eyes Wander
  10. Only These Words
  11. Circling
  12. Our Time in the Universe

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CIRITH UNGOLFOREVER BLACK2020
JAHR
2020
LAND
USA
GENRE
Heavy Metal / Epic Metal / Doom Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Metal Blade Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
38:08
PRODUZENT
Cirith Ungol
AUFNAHMEORT
The Captain’s Quarters, Kalifornien, USA

BESETZUNG

  • Tim Baker – Gesang
  • Greg Lindstrom – Gitarre
  • Jim Barraza – Gitarre
  • Jarvis Leatherby – Bass
  • Robert Garven – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Cirith Ungol veröffentlichten 1991 Paradise Lost. Danach verschwand die Band für mehr als zwanzig Jahre.

2016 kehrte sie auf die Bühne zurück. 2020 folgte etwas, womit lange kaum noch jemand gerechnet hatte: ein neues Studioalbum.

Bemerkenswert ist weniger, dass Forever Black an die alten Cirith Ungol erinnert, sondern wie wenig Restaurierungsarbeit hörbar nötig war. Tim Bakers eigentümlich rauer Gesang steht wieder über schweren Riffs, während Doom, klassischer Heavy Metal und Fantasy weiterhin eine Welt bilden, die nie besonders daran interessiert war, modern zu wirken.

Der Name Cirith Ungol stammt aus Tolkien. Das Cover zeigt wieder ein Motiv des Fantasy-Künstlers Michael Whelan.

Fast dreißig Jahre waren vergangen. In Mordor spielte Zeit offenbar eine untergeordnete Rolle.

TRACKLIST

  1. The Call
  2. Legions Arise
  3. The Frost Monstreme
  4. The Fire Divine
  5. Stormbringer
  6. Fractus Promissum
  7. Nightmare
  8. Before Tomorrow
  9. Forever Black

IN MEINEM ARCHIV

CLAWFINGERDEAF DUMB BLIND1993
JAHR
1993
LAND
Schweden
GENRE
Crossover / Rap Metal / Alternative Metal
TYP
Studioalbum / Debüt
LABEL
MVG / WEA
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
39:47
PRODUZENT
Clawfinger; Jacob Hellner
AUFNAHMEORT
Decibel Studios, Stockholm

BESETZUNG

  • Zak Tell – Leadgesang
  • Erlend Ottem – Gitarre
  • Bård Torstensen – Gitarre, Backing Vocals
  • Andre Skaug – Bass
  • Morten Skaug – Schlagzeug
  • Jocke Skog – Keyboards, Programmierung, Backing Vocals
  • Sebastian Öberg – Cello
  • Patrik Elofsson – Scratches
  • Gustave Lund – Scratches

BORDCOMPUTER

Clawfinger entstanden teilweise unter ungewöhnlichen Bedingungen: Zak Tell und Jocke Skog lernten sich bei ihrer Arbeit in einem Stockholmer Krankenhaus kennen, weitere spätere Mitglieder arbeiteten dort ebenfalls. Wenige Jahre später erschien Deaf Dumb Blind.

Die Musik verbindet schwere, repetitive Gitarrenriffs mit Samples, programmierten Elementen, Scratches und Zak Tells rhythmischem Sprechgesang. Damit steht das Album Anfang der Neunziger zwischen Metal, Hip-Hop und Industrial, ohne sich besonders um die damals noch deutlich höheren Zäune zwischen diesen Bereichen zu kümmern.

Auch textlich ist die Platte konfrontativ. Der provokant betitelte Opener ist ausdrücklich ein antirassistischer Song; The Truth und Warfair setzen den politischen und gesellschaftskritischen Ton fort.

Auf dem ursprünglichen CD-Inlay findet sich ein bemerkenswerter technischer Hinweis: Die Platte arbeite mit Samples und Loops und ohne Gitarrenverstärker.

Metal ohne Gitarrenverstärker. 1993 war offenbar bereits ausreichend Zukunft vorhanden.

TRACKLIST

  1. Nigger
  2. The Truth
  3. Rosegrove
  4. Don’t Get Me Wrong
  5. I Need You
  6. Catch Me
  7. Warfair
  8. Wonderful World
  9. Sad to See Your Sorrow
  10. I Don’t Care

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CLAWFINGERWARFAIR1994
JAHR
1994
LAND
Deutschland
GENRE
Crossover / Funk Metal
TYP
Maxi / Single
LABEL
WEA / Warner Music Sweden AB
TITELANZAHL
4
GESAMTLAUFZEIT
15:46
PRODUZENT
Clawfinger; Jacob Hellner
AUFNAHMEORTE
Decibel Studios, Stockholm, Schweden; NRK-Liveaufnahme von „The Truth“ (Veranstaltungsort nicht belastbar ermittelt)

BESETZUNG

  • Zak Tell – Leadgesang
  • Erlend Ottem – Gitarre
  • Bård Torstensen – Gitarre, Backing Vocals
  • Andre Skaug – Bass
  • Morten Skaug – Schlagzeug
  • Jocke Skog – Keyboards, Programmierung, Backing Vocals

BORDCOMPUTER

1993 hatten Clawfinger auf Deaf Dumb Blind Gitarren, Hip-Hop-Rhythmik und industrielle Präzision miteinander verschraubt. Ein Jahr später wurde Warfair noch einmal aus dem Album herausgelöst und für die Maxi neu verkabelt.

Der Cybersank-Remix stellt den Titelsong gleich an den Anfang. Danach folgt mit Stars & Stripes zusätzliches Material, bevor The Truth in einer Livefassung auftaucht. Erst zum Schluss kehrt Warfair in seiner Albumversion zurück.

Damit enthält die CD denselben Song zweimal: einmal umgebaut, einmal im ursprünglichen Zustand.

Für eine Maxi-Single der Neunziger ist das kein Fehler.

Es ist das Geschäftsmodell.

TRACKLIST

  1. Warfair (Cybersank Remix)
  2. Stars & Stripes
  3. The Truth (Live Version)
  4. Warfair (Album Version)

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CLAWFINGERUSE YOUR BRAIN1995
JAHR
1995
LAND
Schweden
GENRE
Crossover / Rap Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
MVG / WEA
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
44:30
PRODUZENT
Clawfinger; Jacob Hellner
AUFNAHMEORT
Decibel Studios, Stockholm

BESETZUNG

  • Zak Tell – Leadgesang
  • Erlend Ottem – Gitarre
  • Bård Torstensen – Gitarre, Backing Vocals
  • Andre Skaug – Bass
  • Morten Skaug – Schlagzeug
  • Jocke Skog – Keyboards, Programmierung, Backing Vocals
  • Ricard Netterman – Percussion
  • Patrik Elofsson (Sleepy) – Gesang
  • Freddie Wadling – Gesang (Undone)

BORDCOMPUTER

Nach dem Erfolg des Debüts hatten Clawfinger ein klassisches Problem: Sie mussten herausfinden, ob ihre ungewöhnliche Konstruktion auch ein zweites Album trägt.

Sie trägt.

Use Your Brain behält die Mischung aus schweren Gitarren, Samples, elektronischen Elementen und Zak Tells Sprechgesang bei, klingt aber kontrollierter und stellenweise noch direkter. Die Band schrieb die zwölf Stücke nach der Tourphase in weniger als zwei Monaten; aufgenommen wurde wieder im Stockholmer Decibel Studio mit Jacob Hellner.

Do What I Say verwandelt den Satz eines genervten Erwachsenen in einen Refrain und lässt Kinder die entsprechende Antwort übernehmen. Tomorrow zeigt dagegen, dass Clawfinger ihre Maschine auch herunterfahren konnten, ohne gleich eine andere Band zu werden.

Der Albumtitel lautet Use Your Brain.

Für Crossover-Metal war Denken 1995 offenbar noch ausdrücklich kennzeichnungspflichtig.

TRACKLIST

  1. Power
  2. Pay the Bill
  3. Pin Me Down
  4. Wipe My Ass
  5. Die High
  6. It
  7. Do What I Say
  8. Undone
  9. What Are You Afraid Of
  10. Back to the Basics
  11. Easy Way Out
  12. Tomorrow

IN MEINEM ARCHIV

CORONERGRIN1993
JAHR
1993
LAND
Schweiz
GENRE
Technical Thrash Metal / Progressive Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Noise Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
57:47
PRODUZENT
Coroner
AUFNAHMEORT
Greenwood Studios, Nunningen; Mix bei Morrisound, Tampa

BESETZUNG

  • Ron Royce – Bass, Gesang
  • Tommy T. Baron – Gitarre, Gitarrensynthesizer
  • Marquis Marky – Schlagzeug, Sprechstimme bei „Host“
  • Tim Chatfield – Didgeridoo
  • Roger Dupont – Schlagzeug-Intro und Programmierung bei „The Lethargic Age“
  • Kent Smith – zusätzlicher Synthesizer
  • Paul Degayler – zusätzlicher Gesang bei „Grin (Nails Hurt)“
  • Bettina Klöti – Sprechstimme bei „Host“

BORDCOMPUTER

Coroner hatten als technisch außergewöhnliche Thrash-Metal-Band begonnen. Auf Grin scheint ihnen diese Beschreibung nicht mehr auszureichen.

Die Geschwindigkeit tritt zurück, während die Stücke länger, repetitiver und merkwürdiger werden. Tommy T. Barons Gitarren arbeiten mit ungewöhnlichen Rhythmen und beinahe hypnotischen Figuren; Synthesizer, Samples und sogar ein Didgeridoo tauchen im System auf. Mehrere Songs überschreiten sieben Minuten. Host benötigt mehr als acht.

Das Interessante daran ist, dass Coroner ihre technische Präzision nicht aufgeben. Sie benutzen sie nur nicht mehr, um möglichst viele Dinge möglichst schnell zu spielen. Stattdessen entsteht eine kalte, mechanische Musik, die stellenweise eher kreist als vorwärtsläuft.

Danach erschien jahrzehntelang kein neues Coroner-Studioalbum.

Die Maschine hatte aufgehört zu rasen. Beunruhigenderweise begann sie nachzudenken.

TRACKLIST

  1. Dream Path
  2. The Lethargic Age
  3. Internal Conflicts
  4. Caveat (To the Coming)
  5. Serpent Moves
  6. Status: Still Thinking
  7. Theme for Silence
  8. Paralyzed, Mesmerized
  9. Grin (Nails Hurt)
  10. Host

IN MEINEM ARCHIV

CORROSION OF CONFORMITYNO CROSS NO CROWN2018
JAHR
2018
LAND
USA
GENRE
Stoner Metal / Southern Metal / Heavy Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast Entertainment
TITELANZAHL
15
GESAMTLAUFZEIT
57:47
PRODUZENT
John Custer
AUFNAHMEORT
North Carolina

BESETZUNG

  • Pepper Keenan – Gesang, Gitarre
  • Woody Weatherman – Gitarre
  • Mike Dean – Bass
  • Reed Mullin – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Pepper Keenan war zurück.

Damit war jene Besetzung von Corrosion of Conformity wieder vollständig, die in den Neunzigern mit Deliverance und Wiseblood aus Hardcore-Wurzeln eine schwer groovende Mischung aus Metal, Southern Rock, Doom und ziemlich viel Verstärkerleistung entwickelt hatte.

Produzent John Custer war ebenfalls wieder dabei. Die Band nahm über ungefähr ein Jahr verteilt in kurzen Sitzungen auf und schrieb teilweise direkt im Studio. Zwischen die großen Riffs setzte sie kleine instrumentale Zwischenstücke – ein Verfahren, das Keenan selbst mit Deliverance und Black Sabbath in Verbindung brachte.

Der Titel entstand, nachdem Keenan in einer alten englischen Kirche die Worte „No cross no crown“ in einem Buntglasfenster gesehen hatte.

Vierzehn Stücke später ist klar: Die Band wollte ihre Vergangenheit nicht überwinden.

Sie hatte festgestellt, dass sie noch hervorragend funktioniert.

TRACKLIST

  1. Novus Deus
  2. The Luddite
  3. Cast the First Stone
  4. No Cross
  5. Wolf Named Crow
  6. Little Man
  7. Matre's Diem
  8. Forgive Me
  9. Nothing Left to Say
  10. Sacred Isolation
  11. Old Disaster
  12. E.L.M.
  13. No Cross No Crown
  14. A Quest to Believe (A Call to the Void)
  15. Son and Daughter

IN MEINEM ARCHIV

CRADLE OF FILTHCRYPTORIANA -- THE SEDUCTIVENESS OF DECAY2017
JAHR
2017
LAND
Großbritannien
GENRE
Extreme Metal / Gothic Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
1:05:25
PRODUZENT
Scott Atkins
AUFNAHMEORT
Grindstone Studios, Suffolk

BESETZUNG

  • Dani Filth -- Gesang
  • Richard Shaw -- Gitarre
  • Marek „Ashok" Šmerda -- Gitarre
  • Daniel Firth -- Bass
  • Lindsay Schoolcraft -- Keyboards/Gesang
  • Martin Škaroupka -- Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Cradle of Filth beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit Vampiren, Tod, Erotik, Religion, historischen Grausamkeiten und der Frage, wie viele Adjektive vernünftigerweise in einen Songtitel passen.

Cryptoriana verlegt dieses Interesse ins viktorianische Zeitalter. Dani Filth erklärte den Titel als Verweis auf die damalige Faszination für Übernatürliches, Gräber und das Makabre; der Untertitel ergänzt die Anziehungskraft des Verfalls.

Musikalisch verbinden Cradle of Filth rasenden Extreme Metal mit orchestralen Keyboards, zweistimmigen Gitarren und Lindsay Schoolcrafts klarem Gesang. Liv Kristine erscheint zusätzlich bei Vengeful Spirit.

Am Ende wird mit Alison Hell noch Annihilator besucht.

Die Viktorianer liebten das Makabre. Cradle of Filth fühlten sich sofort zuhause.

TRACKLIST

  1. Exquisite Torments Await
  2. Heartbreak and Séance
  3. Achingly Beautiful
  4. Wester Vespertine
  5. The Seductiveness of Decay
  6. Vengeful Spirit
  7. You Will Know the Lion by His Claw
  8. Death and the Maiden
  9. The Night at Catafalque Manor
  10. Alison Hell

IN MEINEM ARCHIV

CROBOTFAT CITY2016
JAHR
2016
LAND
USA
GENRE
Hard Rock / Stoner Rock / Blues Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Wind-up Records
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
40:12
PRODUZENT
Machine
AUFNAHMEORT
Raum Austin, Texas, USA

BESETZUNG

  • Brandon Yeagley – Gesang
  • Chris Bishop – Gitarre
  • Jake Figueroa – Bass
  • Paul Figueroa – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Crobot stammen aus Pennsylvania, klingen auf Fat City aber gelegentlich so, als hätten Led Zeppelin, Soundgarden und ein Stapel alter Fuzz-Pedale gemeinsam eine Garage gemietet.

Chris Bishops Gitarre liefert schwere, federnde Riffs, während Brandon Yeagley darüber mit einer Stimme arbeitet, die für normalen Zimmergebrauch deutlich überdimensioniert erscheint.

Das Ganze besitzt Groove statt metallischer Präzision. Welcome to Fat City legt das Programm entsprechend gleich zu Beginn offen; Not for Sale und Easy Money benötigen keine kompliziertere Konstruktion, solange das Riff funktioniert.

Der Albumtitel bezeichnet eine imaginäre Stadt des Überflusses.

Die Stadtplanung bestand hauptsächlich aus Verstärkern.

TRACKLIST

  1. Welcome to Fat City
  2. Play It Cool
  3. Easy Money
  4. Not for Sale
  5. Hold On for Dear Life
  6. Temple in the Sky
  7. Right Between the Eyes
  8. Blood on the Snow
  9. Steal the Show
  10. Moment of Truth
  11. Plague of the Mammoths

IN MEINEM ARCHIV

CROWBAROBEDIENCE THRU SUFFERING1991
JAHR
1991
LAND
USA
GENRE
Sludge Metal / Doom Metal
TYP
Studioalbum / Debüt
LABEL
Grind Core International
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
43:00
PRODUZENT
Mark Nawara; Lenny Moore,
AUFNAHMEORT
Studio 53, Palatine, Illinois

BESETZUNG

  • Kirk Windstein – Gesang, Gitarre
  • Kevin Noonan – Gitarre
  • Todd Strange – Bass
  • Craig Nunenmacher – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Crowbar kommen aus New Orleans. Auf Obedience Thru Suffering klingt es allerdings, als wäre die Stadt langsam in den Erdboden gesunken.

Kirk Windsteins Gitarren sind tief gestimmt, die Rhythmen häufig extrem langsam und sein Gesang klingt nicht wie jemand, der die Situation für vorübergehend hält. Hardcore steckt ebenso darin wie Doom Metal – nur wurde die Geschwindigkeit größtenteils entfernt und durch Gewicht ersetzt.

Drei Stücke stammen bereits aus der Zeit, als die Band noch The Slugs hieß. Obedience Thru Suffering ist damit weniger ein sauberer Anfang als die Aufnahme eines Sounds, der gerade seine endgültige Form findet.

Gehorsam durch Leiden. Crowbar hatten zumindest für den zweiten Teil bereits ein überzeugendes Verfahren entwickelt.

TRACKLIST

  1. Waiting in Silence
  2. I Despise
  3. A Breed Apart
  4. Obedience Thru Suffering
  5. Vacuum
  6. 4 Walls
  7. Subversion
  8. Feeding Fear
  9. My Agony
  10. The Innocent

IN MEINEM ARCHIV

CROWBARCROWBAR1993
JAHR
1993
LAND
USA
GENRE
Sludge Metal / Doom Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Pavement Music
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
35:51
PRODUZENT
Phil Anselmo
AUFNAHMEORT
HT Recording Studios, Chalmette, Louisiana

BESETZUNG

  • Kirk Windstein – Gesang, Gitarre
  • Matt Thomas – Gitarre
  • Todd Strange – Bass
  • Craig Nunenmacher – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Zwei Jahre später klingt Crowbar nicht wesentlich glücklicher. Aber wesentlich mehr nach Crowbar.

Phil Anselmo produziert, die Gitarren werden noch massiver und Kirk Windstein findet jene Mischung aus Schwere, Verzweiflung und Melodie, die für die Band charakteristisch werden sollte. All I Had (I Gave) und Existence Is Punishment tragen bereits fast die gesamte spätere Konstruktion in sich.

Dazwischen liegt Led Zeppelins No Quarter. Crowbar verlangsamen das Stück und ziehen es in ihre eigene Welt, bis erstaunlich wenig Fremdmaterial übrig scheint.

Das selbstbetitelte Album wirkt deshalb tatsächlich wie eine zweite Gründung der Band: weniger Suche, mehr Identität.

Existenz ist Strafe. Der Albumtitel übernimmt diesmal sicherheitshalber keine zusätzlichen Aufgaben.

TRACKLIST

  1. High Rate Extinction
  2. All I Had (I Gave)
  3. Will That Never Dies
  4. Fixation
  5. No Quarter
  6. Self-Inflicted
  7. Negative Pollution
  8. Existence Is Punishment
  9. Holding Nothing
  10. I Have Failed

IN MEINEM ARCHIV

CROWBARTIME HEALS NOTHING1995
JAHR
1995
LAND
USA
GENRE
Sludge Metal / Doom Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Pavement Music
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
37:15
PRODUZENT
Crowbar
AUFNAHMEORT
Ultrasonic Studios, New Orleans

BESETZUNG

  • Kirk Windstein – Gesang, Gitarre
  • Matt Thomas – Gitarre
  • Todd Strange – Bass
  • Craig Nunenmacher – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Der Titel Time Heals Nothing beseitigt zunächst ein verbreitetes Missverständnis.

Musikalisch haben Crowbar ihren Stil inzwischen vollständig gefunden. Die Riffs bewegen sich langsam und mit erheblicher Masse, doch unter ihnen liegen immer wieder Melodien, die erklären, warum diese Musik nicht einfach nur schwer wirkt. Windsteins Gesang klingt dabei weniger aggressiv als erschöpft – als wäre Wut lediglich eine weitere Form von Müdigkeit.

Through a Wall of Tears benötigt sechs Minuten und besonders wenig Eile. The Only Factor schafft dasselbe Grundgefühl in ungefähr der Hälfte.

Das Album zeigt damit etwas, das Crowbar erstaunlich gut beherrschen: Musik kann gleichzeitig brutal und verletzlich sein, ohne eines von beiden erklären zu müssen.

Die Zeit heilt nichts. Crowbar hatten offenbar Langzeitdaten.

TRACKLIST

  1. The Only Factor
  2. No More Can We Crawl
  3. Time Heals Nothing
  4. Leave It Behind
  5. Through a Wall of Tears
  6. Lack of Tolerance
  7. Still I Reach
  8. Embracing Emptiness
  9. A Perpetual Need
  10. Numb Sensitive

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CURAREJUST A SCRATCH1991
JAHR
1991
LAND
Deutschland
GENRE
Melodic Thrash Metal / Thrash Metal
TYP
EP
LABEL
Rail
TITELANZAHL
4
GESAMTLAUFZEIT
26:34
PRODUZENT
Lawrence F. Carls; Donald G. Wagner.
AUFNAHMEORT
Rail Recording Studios, Konstanz

BESETZUNG

  • Robby Schmid – Gitarre
  • Martin Schlegel – Gitarre
  • Falk Dirla – Gesang, Bass
  • Mario Schmid – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nicht jeder Tonträger im Archiv muss von weit her kommen.

Curare entstanden Anfang der Neunziger in Konstanz aus Teilen der Speed-Metal-Band Wicca. Just a Scratch wurde dort auch aufgenommen: vier Stücke, keines unter sechs Minuten, zusammen gut sechsundzwanzig Minuten Musik. Für eine EP war offenbar ausreichend Zeit vorhanden.

Musikalisch steht die Band im Thrash Metal, allerdings nicht bei dessen einfachster Variante. Die Stücke sind lang, wechseln Tempo und Struktur und verbinden technische Passagen mit einem dunkleren, melodischen Grundton. Zeitgenössische Spuren reichen dabei über die lokale Szene hinaus; selbst Jahrzehnte später wird die EP in spezialisierten Metal-Archiven noch geführt und besprochen.

Für die Astronautenbar besitzt die Platte aber noch eine andere Qualität. Zwischen all den Aufnahmen aus Stockholm, Los Angeles, Birmingham oder New Orleans steht plötzlich:

Recorded at Rail Recording Studios, Konstanz/Germany.

Manchmal liegt der Underground nicht irgendwo auf der Welt.

Manchmal liegt er am Bodensee.

TRACKLIST

  1. Generations Talk
  2. Place and Time
  3. Distrust a Change
  4. Fabula de Antigua Hora

IN MEINEM ARCHIV

DANZIGDANZIG1988
JAHR
1988
LAND
USA
GENRE
Heavy Metal / Blues Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Def American Recordings
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
40:52
PRODUZENT
Rick Rubin
AUFNAHMEORTE
Atlantic Recording Studios, New York City; Chung King Metal, New York City

BESETZUNG

  • Glenn Danzig – Gesang
  • John Christ – Gitarre
  • Eerie Von – Bass
  • Chuck Biscuits – Schlagzeug
  • James Hetfield – Backgroundgesang auf Twist of Cain und Possession (ungenannt)

BORDCOMPUTER

Nach Misfits und Samhain hätte Glenn Danzig seine Vergangenheit problemlos weiter verdunkeln können. Stattdessen entstand mit Rick Rubin eine neue Band, die vieles davon behielt, aber den Klang radikal freiräumte.

Auf Danzig stehen schwere, bluesbasierte Riffs fast nackt im Raum. John Christ spielt sparsam und kantig, Eerie Von und Chuck Biscuits halten das Fundament trocken, und darüber bekommt Glenn Danzigs Stimme genau den Platz, den Rubin offenbar vorgesehen hatte. Punk, Doom, Blues und früher Heavy Metal stehen nebeneinander, ohne dass jemand ein Genreformular ausfüllen muss.

Mother wurde erst Jahre später zum großen Hit, doch das Album funktioniert nicht als Träger eines einzelnen Songs. Twist of Cain, She Rides oder Am I Demon etablieren bereits jene Mischung aus Pathos, Körperlichkeit und finsterem Rock ’n’ Roll, die fortan schlicht Danzig hieß.

Rick Rubin entfernte alles Überflüssige. Glenn Danzig blieb übrig. Das genügte.

TRACKLIST

  1. Twist of Cain
  2. Not of This World
  3. She Rides
  4. Soul on Fire
  5. Am I Demon
  6. Mother
  7. Possession
  8. End of Time
  9. The Hunter
  10. Evil Thing

IN MEINEM ARCHIV

DANZIGDANZIG II: LUCIFUGE1990
JAHR
1990
LAND
USA
GENRE
Heavy Metal / Blues Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Def American Recordings
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
49:26
PRODUZENT
Rick Rubin
AUFNAHMEORTE
Hollywood Sound Recorders, Hollywood, Kalifornien; Larrabee Sound Studios, Hollywood, Kalifornien; Summa Music Group, Los Angeles, Kalifornien

BESETZUNG

  • Glenn Danzig – Gesang, Keyboards
  • John Christ – Gitarre
  • Eerie Von – Bass
  • Chuck Biscuits – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Auf dem zweiten Danzig-Album wird deutlicher, was im Debüt bereits angelegt war: Diese Band ist nur teilweise Heavy Metal. Unter den schweren Gitarren liegen Blues, früher Hard Rock und Glenn Danzigs Vorliebe für eine Musik, die eher aus einem dunklen amerikanischen Keller als aus einer europäischen Metal-Schule zu kommen scheint.

Rick Rubin produziert erneut mit bemerkenswert wenig Zierrat. John Christ bekommt mehr Raum für bluesige Gitarrenarbeit, während Stücke wie Killer Wolf, I’m the One und Blood and Tears die Band weit von einfachem Metal-Riffing wegführen. Daneben stehen mit Her Black Wings und Devil’s Plaything einige der unmittelbarsten Songs dieser Besetzung.

Lucifuge klingt dadurch zugleich schwerer und älter als vieles, was 1990 unter Heavy Metal lief. Nicht retro – eher so, als hätte jemand vergessen, dem Blues mitzuteilen, welches Jahrzehnt gerade begonnen hatte.

Rick Rubin ließ wieder alles Überflüssige draußen. Der Teufel durfte bleiben.

TRACKLIST

  1. Long Way Back from Hell
  2. Snakes of Christ
  3. Killer Wolf
  4. Tired of Being Alive
  5. I'm the One
  6. Her Black Wings
  7. Devil's Plaything
  8. 777
  9. Blood and Tears
  10. Girl
  11. Pain in the World

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DARK MILLENNIUMDIANA READ PEACE1993
JAHR
1993
LAND
Deutschland
GENRE
Progressive Metal / Death Metal / Doom Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Massacre Records
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
63:50
PRODUZENT
Ingo Vieten
AUFNAHMEORT
PWS-Studio, Kierspe, Deutschland

BESETZUNG

  • Christian Mertens – Gesang
  • Hilton Theissen – Gitarre
  • Michael Burmann – Gitarre
  • Klaus Pachura – Bass
  • Christoph Hesse – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nur ein Jahr nach Ashore the Celestial Burden entfernten sich Dark Millennium auf Diana Read Peace erstaunlich weit von dem Death Metal, mit dem sie begonnen hatten. Die Härte verschwand nicht, aber sie war plötzlich nur noch eines von mehreren Werkzeugen.

Die Stücke öffnen sich für akustische Passagen, Doom, progressive Strukturen und eigentümlich entrückte Momente. Christian Mertens behandelt seine Stimme ebenfalls weniger als festgelegte Death-Metal-Funktion. Das Ergebnis wirkt stellenweise, als habe die Band während der Aufnahme beschlossen, dass ein Song nur dann fertig sei, wenn niemand mehr sicher sagen kann, in welche Schublade er gehört.

Besonders Brotherhood Sleep… Back to Treasureland und Pandemonium zeigen, wie weit Dark Millennium 1993 bereit waren, Formen auseinanderzunehmen. Kurz darauf verschwand die Band für viele Jahre.

Manchmal führt Fortschritt nach vorn. Manchmal führt er aus der Karte hinaus.

TRACKLIST

  1. Mission
  2. Dead in Love
  3. Of Sceptre Their Ashes May Be
  4. Brotherhood Sleep... Back to Treasureland
  5. Mechanismeffects
  6. Fatehistory
  7. Peace in My Hands
  8. My Repertory of Grey
  9. The Mindartist
  10. In and for Nothing
  11. Pandemonium
  12. Myth

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DARK TRANQUILLITYATOMA2016
JAHR
2016
LAND
Schweden
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Century Media Records
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
49:33
PRODUZENT
Martin Brändström
AUFNAHMEORTE
Rogue Music, Göteborg, Schweden; Nacksving Studios, Göteborg, Schweden

BESETZUNG

  • Mikael Stanne – Gesang
  • Niklas Sundin – Gitarre
  • Anders Iwers – Bass
  • Martin Brändström – Keyboards, Elektronik
  • Anders Jivarp – Schlagzeug
  • Annelie Johansson – Backgroundgesang auf Forward Momentum
  • Björn Gelotte – Leadgitarre auf Force of Hand

BORDCOMPUTER

Auf Atoma standen Dark Tranquillity bereits mehr als zwei Jahrzehnte nach The Gallery und mussten niemandem mehr erklären, was Göteborg Metal einmal gewesen war. Interessanter war die Frage, was davon noch übrig blieb, wenn Keyboards, Melancholie und elektronische Flächen längst ebenso wichtig geworden waren wie die Gitarren.

Das Album beantwortet sie mit bemerkenswerter Ruhe. Forward Momentum, The Pitiless und der Titelsong verbinden die melodische Schärfe der Band mit einer dunkleren, beinahe nach innen gerichteten Atmosphäre. Martin Brändström produzierte das Album und prägt mit seinen elektronischen Schichten einen Klang, der nicht versucht, 1995 nachzustellen.

Zugleich markiert Atoma einen Übergang: Anders Iwers ist erstmals auf einem Studioalbum der Band am Bass zu hören; für Gründungsmitglied Niklas Sundin sollte es das letzte Dark-Tranquillity-Studioalbum werden.

Die Zukunft klingt hier nicht heller. Aber sie bewegt sich vorwärts.

TRACKLIST

  1. Encircled
  2. Atoma
  3. Forward Momentum
  4. Neutrality
  5. Force of Hand
  6. Faithless by Default
  7. The Pitiless
  8. Our Proof of Life
  9. Clearing Skies
  10. When the World Screams
  11. Merciless Fate
  12. Caves and Embers

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DARK TRANQUILLITYMOMENT2020
JAHR
2020
LAND
Schweden
GENRE
Melodic Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Century Media Records
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
49:59
PRODUZENT
Martin Brändström
AUFNAHMEORTE
Rogue Music, Göteborg, Schweden; Nacksving Studios, Göteborg, Schweden

BESETZUNG

  • Mikael Stanne – Gesang
  • Christopher Amott – Gitarre
  • Johan Reinholdz – Gitarre
  • Anders Iwers – Bass
  • Martin Brändström – Keyboards, Elektronik
  • Anders Jivarp – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Vier Jahre nach Atoma veränderte sich bei Dark Tranquillity ausgerechnet dort etwas, wo die Band lange besonders stabil gewirkt hatte: an den Gitarren. Niklas Sundin war nicht mehr Teil der Besetzung; mit Johan Reinholdz und Christopher Amott trat erstmals seit Jahren ein neues Gitarrenduo auf einem Studioalbum an.

Moment klingt trotzdem sofort nach Dark Tranquillity. Mikael Stannes Growls stehen neben seinen klaren Passagen, Martin Brändströms Elektronik legt kaltes Licht über die Gitarren, und Stücke wie Phantom Days oder The Dark Unbroken verbinden Melodie und Schwere ohne nostalgisch auf die neunziger Jahre zurückzublicken.

Im Rückblick wurde das Album noch deutlicher zu einem Übergang: Für Anders Jivarp und Anders Iwers war es das letzte Studioalbum mit der Band. Damit endet hier eine weitere Besetzungsphase, ohne dass die Musik nach Abschied klingt.

Der Moment dauerte knapp fünfzig Minuten. Die Veränderung etwas länger.

TRACKLIST

  1. Phantom Days
  2. Transient
  3. Identical to None
  4. The Dark Unbroken
  5. Remain in the Unknown
  6. Standstill
  7. Ego Deception
  8. A Drawn Out Exit
  9. Eyes of the World
  10. Failstate
  11. Empires Lost to Time
  12. In Truth Divided

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DEATHSYMBOLIC1995
JAHR
1995
LAND
USA
GENRE
Death Metal / Progressive Death Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Roadrunner Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
50:37
PRODUZENT
Jim Morris; Chuck Schuldiner
AUFNAHMEORT
Morrisound Recording, Tampa, Florida

BESETZUNG

  • Chuck Schuldiner – Gesang, Gitarre
  • Bobby Koelble – Gitarre
  • Kelly Conlon – Bass
  • Gene Hoglan – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Death hatten ihren eigenen Namen längst überholt. Was als eine der frühen Blaupausen des Death Metal begonnen hatte, war Mitte der neunziger Jahre zu einer Musik geworden, in der technische Präzision, Melodie und zunehmend nachdenkliche Texte mindestens ebenso wichtig waren wie rohe Härte.

Symbolic ist einer der klarsten Punkte dieser Entwicklung. Chuck Schuldiners Gitarrenlinien greifen ineinander, Gene Hoglan spielt komplex, ohne die Stücke in rhythmatische Demonstrationsobjekte zu verwandeln, und Bobby Koelble gibt den Soli eine eigene melodische Stimme. Stücke wie Crystal Mountain, Zero Tolerance und der Titelsong wirken anspruchsvoll, aber nie so, als müsse der Hörer vorher eine Aufnahmeprüfung bestehen.

Auch Schuldiners Texte richten den Blick stärker auf Erinnerung, Wahrnehmung und menschliches Verhalten. Der Bandname bleibt derselbe. Das Themengebiet ist inzwischen deutlich größer.

Death spielten noch Death Metal. Nur der Death Metal hatte angefangen nachzudenken.

TRACKLIST

  1. Symbolic
  2. Zero Tolerance
  3. Empty Words
  4. Sacred Serenity
  5. 1,000 Eyes
  6. Without Judgement
  7. Crystal Mountain
  8. Misanthrope
  9. Perennial Quest

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DEEP PURPLEDEEP PURPLE IN ROCK1970
JAHR
1970
LAND
Großbritannien
GENRE
Hard Rock / Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Harvest Records
TITELANZAHL
7
GESAMTLAUFZEIT
43:30
PRODUZENT
Deep Purple
AUFNAHMEORTE
IBC Studios, London, Großbritannien; De Lane Lea Studios, London, Großbritannien; Abbey Road Studios, London, Großbritannien

BESETZUNG

  • Ian Gillan – Gesang
  • Ritchie Blackmore – Gitarre
  • Roger Glover – Bass
  • Jon Lord – Hammondorgel
  • Ian Paice – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Mit Deep Purple in Rock war die Mark-II-Besetzung erstmals auf einem vollständigen Studioalbum zu hören. Der Unterschied zu den frühen Deep Purple ist nicht subtil. Die Gitarren werden härter, Jon Lords Hammondorgel tritt gegen Ritchie Blackmore an statt hinter ihm zu stehen, und Ian Gillan behandelt hohe Töne gelegentlich wie persönliche Herausforderungen.

Speed King eröffnet das Album ohne lange Verhandlungen. Child in Time dehnt das Prinzip anschließend auf mehr als zehn Minuten aus, während Flight of the Rat und Hard Lovin’ Man zeigen, dass diese neue Härte nicht auf einen einzelnen berühmten Song beschränkt war.

1970 existierte der Begriff Heavy Metal bereits in Ansätzen, aber seine musikalischen Grenzen waren noch nicht sauber gezogen. In Rock gehört zu jenen Platten, an denen man hören kann, warum das bald nötig wurde.

Die Lautstärke war nicht das einzige neue Argument. Aber sie half bei der Durchsetzung.

TRACKLIST

  1. Speed King
  2. Bloodsucker
  3. Child in Time
  4. Flight of the Rat
  5. Into the Fire
  6. Living Wreck
  7. Hard Lovin' Man

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DEEP PURPLEPERFECT STRANGERS1984
JAHR
1984
LAND
Großbritannien
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Polydor Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
44:13
PRODUZENT
Roger Glover; Deep Purple
AUFNAHMEORT
Horizons, Stowe, Vermont, USA (mit Le Mobile Studio)

BESETZUNG

  • Ian Gillan – Gesang
  • Ritchie Blackmore – Gitarre
  • Roger Glover – Bass
  • Jon Lord – Orgel, Keyboards
  • Ian Paice – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Neun Jahre nach Come Taste the Band und elf Jahre nach dem letzten gemeinsamen Studioalbum der Mark-II-Besetzung standen Ian Gillan, Ritchie Blackmore, Roger Glover, Jon Lord und Ian Paice 1984 wieder zusammen im Studio. Das Bemerkenswerte an Perfect Strangers ist, wie wenig die Platte versucht, diese Rückkehr museal zu behandeln.

Knocking at Your Back Door und der Titelsong klingen unverkennbar nach Deep Purple, aber nicht wie eingefrorene Aufnahmen aus dem Jahr 1972. Synthesizer und der breite Achtzigerjahre-Sound stehen neben Blackmores Riffs und Lords Orgel, während Gillan sofort wieder den Platz im Zentrum findet. Roger Glover produzierte gemeinsam mit der Band.

Die reguläre CD- und Kassettenfassung ergänzt die acht LP-Titel um Not Responsible. Damit dokumentiert sie die Wiedervereinigung in jener Form, in der viele Hörer das Album auf CD kennenlernten.

Nach elf Jahren waren die fünf Musiker „Perfect Strangers“. Erstaunlicherweise kannten sie noch dieselben Akkorde.

TRACKLIST

  1. Knocking at Your Back Door
  2. Under the Gun
  3. Nobody's Home
  4. Mean Streak
  5. Perfect Strangers
  6. A Gypsy's Kiss
  7. Wasted Sunsets
  8. Hungry Daze
  9. Not Responsible

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DEEP PURPLETHE HOUSE OF BLUE LIGHT1987
JAHR
1987
LAND
Großbritannien
GENRE
Hard Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Polydor Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
50:34
PRODUZENT
Roger Glover; Deep Purple
AUFNAHMEORT
The Playhouse, Stowe, Vermont, USA (mit Le Mobile)

BESETZUNG

  • Ian Gillan – Gesang, Mundharmonika, Congas
  • Ritchie Blackmore – Gitarre
  • Roger Glover – Bass, Synthesizer
  • Jon Lord – Orgel, Keyboards, Kesselpauken
  • Ian Paice – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nach der triumphalen Wiedervereinigung von Perfect Strangers musste Deep Purple 1987 beweisen, dass Mark II mehr war als ein erfolgreich geöffnetes Zeitfenster. The House of Blue Light entstand erneut in Vermont, diesmal jedoch unter deutlich weniger harmonischen Bedingungen.

Man hört davon erstaunlich wenig Chaos. Bad Attitude, The Unwritten Law und Dead or Alive verbinden Blackmores kantige Gitarrenarbeit mit Jon Lords Keyboards und einem stärker ausgeprägten Achtzigerjahre-Klangbild. Roger Glover produziert, während die Band ihre klassische Sprache weiter in die Gegenwart verschiebt.

Die Veröffentlichungsgeschichte ist etwas unübersichtlich: Auf LP wurden mehrere Stücke gekürzt, während frühe CD-Ausgaben längere Fassungen enthalten. Für das Archiv liegt deshalb die vollständige 10-Track-CD-Fassung zugrunde.

Das blaue Licht brannte. Hinter den Kulissen war die Stimmung offenbar weniger dekorativ.

TRACKLIST

  1. Bad Attitude
  2. The Unwritten Law
  3. Call of the Wild
  4. Mad Dog
  5. Black & White
  6. Hard Lovin' Woman
  7. The Spanish Archer
  8. Strangeways
  9. Mitzi Dupree
  10. Dead or Alive

IN MEINEM ARCHIV

DEEP PURPLECOPENHAGEN 19722013
JAHR
2013
LAND
Großbritannien
GENRE
Hard Rock
TYP
Livealbum
LABEL
earMUSIC
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
2:03:48
PRODUZENT
Martin Birch
AUFNAHMEORTE
KB Hallen, Kopenhagen, Dänemark (1. März 1972); Hofstra University, New York, USA (Bonustracks 2-4 bis 2-6; 29. Mai 1973)

BESETZUNG

  • Ian Gillan – Gesang, Mundharmonika, Percussion
  • Ritchie Blackmore – Gitarre
  • Roger Glover – Bass, Tamburin
  • Jon Lord – Orgel, Keyboards
  • Ian Paice – Schlagzeug, Percussion

BORDCOMPUTER

Am 1. März 1972 standen Deep Purple in der KB Hallen in Kopenhagen. Machine Head war bereits aufgenommen, aber noch nicht veröffentlicht. Die Band befand sich damit an einem merkwürdigen Punkt: Einige der Stücke, die wenig später zum festen Inventar des Hard Rock gehören würden, waren für das Publikum noch neu.

Die Aufnahme zeigt die Mark-II-Besetzung in jener ausgedehnten Liveform, in der ein Song eher Ausgangspunkt als Vorschrift war. Child in Time wächst auf mehr als siebzehn Minuten, Space Truckin’ auf über zwanzig. Ritchie Blackmore, Jon Lord und Ian Paice behandeln Arrangements dabei eher als Verhandlungsvorschläge.

Die 2013 veröffentlichte Ausgabe ergänzt das Kopenhagener Konzert um weiteres Material, darunter Aufnahmen von 1973. Im Zentrum bleibt jedoch ein Abend kurz vor dem Erscheinen von Machine Head.

Einige Klassiker waren hier noch Zukunftsmusik. Sie wussten es nur noch nicht.

TRACKLIST

  1. Highway Star
  2. Strange Kind of Woman
  3. Child in Time
  4. The Mule
  5. Lazy
  6. Space Truckin'
  7. Fireball
  8. Lucille
  9. Black Night
  10. Strange Kind of Woman (Live New York 1973)
  11. Smoke on the Water (Live New York 1973)
  12. Space Truckin' (Live New York 1973)
  13. 1971 Australian Radio Interview

IN MEINEM ARCHIV

DEEP PURPLENOW WHAT?!2013
JAHR
2013
LAND
Großbritannien
GENRE
Hard Rock / Progressive Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
earMUSIC
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
57:06
PRODUZENT
Bob Ezrin
AUFNAHMEORTE
The Tracking Room, Nashville, Tennessee, USA; Anarchy Studios, Nashville, Tennessee, USA; Rainbow Recorders, Omaha, Nebraska, USA

BESETZUNG

  • Ian Gillan – Gesang
  • Steve Morse – Gitarre
  • Roger Glover – Bass
  • Don Airey – Keyboards
  • Ian Paice – Schlagzeug
  • Bob Ezrin – zusätzliche Keyboards, Percussion, Backgroundgesang

BORDCOMPUTER

Acht Jahre nach Rapture of the Deep gingen Deep Purple für Now What?! erstmals mit Bob Ezrin ins Studio. Das Ergebnis klingt nicht nach dem Versuch, eine bestimmte historische Phase nachzubauen. Stattdessen bekommt die damalige Besetzung genug Raum, ihre eigene Version der Band zu definieren.

Steve Morses Gitarre und Don Aireys Keyboards stehen längst nicht mehr als Ersatzteile für frühere Mitglieder im Arrangement. Gerade Uncommon Man, Above and Beyond und Vincent Price zeigen eine Band, die Hard Rock mit längeren progressiven Passagen und viel Hammond-Orgel verbindet. Above and Beyond ist dem 2012 verstorbenen Jon Lord gewidmet.

Now What?! wurde zu einem späten kommerziellen Erfolg und eröffnete zugleich die bis Whoosh! reichende Zusammenarbeit mit Ezrin.

Nach mehr als vierzig Jahren stellte Deep Purple die Frage „Now What?!“. Die Antwort lautete offenbar: noch eine ziemlich gute Platte.

TRACKLIST

  1. A Simple Song
  2. Weirdistan
  3. Out of Hand
  4. Hell to Pay
  5. Bodyline
  6. Above and Beyond
  7. Blood from a Stone
  8. Uncommon Man
  9. Après Vous
  10. All the Time in the World
  11. Vincent Price

IN MEINEM ARCHIV

DEEP PURPLEINFINITE2017
JAHR
2017
LAND
Großbritannien
GENRE
Hard Rock / Progressive Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
earMUSIC
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
45:37
PRODUZENT
Bob Ezrin
AUFNAHMEORTE
The Tracking Room, Nashville, Tennessee, USA; Anarchy Studios, Nashville, Tennessee, USA; Noble Street Studios, Toronto, Kanada; X-Level Studios, Stockholm, Schweden; Doron Plascow Studios, Tel Aviv, Israel; Headline Studios, Harston, Großbritannien

BESETZUNG

  • Ian Gillan – Gesang
  • Steve Morse – Gitarre
  • Roger Glover – Bass
  • Don Airey – Keyboards
  • Ian Paice – Schlagzeug
  • Bob Ezrin – zusätzliche Keyboards, Percussion, Backgroundgesang
  • Tommy Denander – zusätzliche Gitarre auf On Top of the World

BORDCOMPUTER

Der Titel inFinite und die damalige „The Long Goodbye Tour“ legten 2017 nahe, dass Deep Purple sich langsam dem Ende näherten. Die Band reagierte darauf mit einer Platte, die auffällig wenig nach geordnetem Rückzug klingt.

Bob Ezrin produziert erneut, und die Morse/Airey-Besetzung wirkt inzwischen vollständig selbstverständlich. Time for Bedlam beginnt mit verfremdeter Stimme und einem schweren Riff, The Surprising öffnet sich in progressive Räume, und am Ende steht mit Roadhouse Blues eine Doors-Nummer, die Deep Purple ohne besondere Genehmigung in eine Deep-Purple-Nummer verwandeln.

Der vermeintliche Abschied erwies sich später als ziemlich dehnbarer Begriff. Weitere Studioalben folgten.

Deep Purple nannten das Album inFinite. Der Bordcomputer hätte den Hinweis ernster nehmen können.

TRACKLIST

  1. Time for Bedlam
  2. Hip Boots
  3. All I Got Is You
  4. One Night in Vegas
  5. Get Me Outta Here
  6. The Surprising
  7. Johnny's Band
  8. On Top of the World
  9. Birds of Prey
  10. Roadhouse Blues

IN MEINEM ARCHIV

DEEP PURPLEWHOOSH!2020
JAHR
2020
LAND
Großbritannien
GENRE
Hard Rock / Progressive Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
earMUSIC
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
51:38
PRODUZENT
Bob Ezrin
AUFNAHMEORTE
The Tracking Room, Nashville, Tennessee, USA; Anarchy Studios, Nashville, Tennessee, USA; Ocean Way Recording, Nashville, Tennessee, USA; Noble Street Studios, Toronto, Kanada; Henson Recording Studios, Hollywood, Kalifornien, USA

BESETZUNG

  • Ian Gillan – Gesang
  • Steve Morse – Gitarre
  • Roger Glover – Bass
  • Don Airey – Keyboards
  • Ian Paice – Schlagzeug
  • Bob Ezrin – zusätzliche Keyboards, Percussion, Backgroundgesang

BORDCOMPUTER

Mit Whoosh! setzte Deep Purple 2020 die Zusammenarbeit mit Bob Ezrin zum dritten Mal fort. Die Band war inzwischen über fünfzig Jahre alt, die damalige Besetzung selbst seit fast zwei Jahrzehnten stabil – und klang entsprechend wenig daran interessiert, noch irgendeinen historischen Beweis antreten zu müssen.

Throw My Bones, Nothing at All und Man Alive verbinden klassischen Hard Rock mit Don Aireys großem Keyboardraum und Steve Morses fließender Gitarrenarbeit. Auffällig ist auch der Schluss: And the Address, ein Instrumental vom Debütalbum von 1968, wird mehr als ein halbes Jahrhundert später erneut aufgenommen. Danach folgt mit Dancing in My Sleep noch ein dreizehnter Titel.

So entsteht keine Rückschauplatte, sondern eher eine lange Verbindungslinie durch mehrere Deep-Purple-Zeitalter.

1968 lag noch einmal auf dem Tisch. Niemand verlangte deshalb die alten Möbel zurück.

TRACKLIST

  1. Throw My Bones
  2. Drop the Weapon
  3. We're All the Same in the Dark
  4. Nothing at All
  5. No Need to Shout
  6. Step by Step
  7. What the What
  8. The Long Way Round
  9. The Power of the Moon
  10. Remission Possible
  11. Man Alive
  12. And the Address
  13. Dancing in My Sleep

IN MEINEM ARCHIV

DEFTONESWHITE PONY2000
JAHR
2000
LAND
USA
GENRE
Alternative Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Maverick Records
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
48:43
PRODUZENT
Terry Date; Deftones
AUFNAHMEORTE
The Plant Recording Studios, Sausalito, Kalifornien; Larrabee Sound Studios, West Hollywood, Kalifornien

BESETZUNG

  • Chino Moreno – Gesang, Rhythmusgitarre
  • Stephen Carpenter – Leadgitarre
  • Chi Cheng – Bass
  • Frank Delgado – Keyboards, Turntables
  • Abe Cunningham – Schlagzeug
  • Rodleen Getsic – zusätzlicher Gesang auf Knife Prty
  • Maynard James Keenan – Gesang auf Passenger
  • Scott Weiland – zusätzlicher Gesang auf Rx Queen (ungenannt)
  • DJ Crook – Programmierung

BORDCOMPUTER

Auf White Pony begannen Deftones hörbar damit, die Grenzen zu verlassen, die ihnen der Nu-Metal-Boom gerade erst gezogen hatte. Die schweren Gitarren blieben, aber plötzlich standen daneben Elektronik, Shoegaze-Flächen, Trip-Hop-artige Ruhe und Songs, die mehr mit Atmosphäre als mit unmittelbarer Wucht arbeiteten.

Frank Delgado war nun festes Bandmitglied, Chino Moreno griff zusätzlich zur Gitarre, und Gäste wurden nicht als Dekoration eingesetzt: Maynard James Keenan macht Passenger zu einem Dialog, während Rodleen Getsics Stimme Knife Prty in einen beinahe körperlosen Zustand kippen lässt. Digital Bath und Change (In the House of Flies) zeigen besonders deutlich, wie viel Raum diese Band inzwischen zwischen leise und schwer gefunden hatte.

Das Album wurde damit nicht weniger metallisch. Es hörte lediglich auf, Härte für die einzige interessante Maßeinheit zu halten.

Das weiße Pony stand vor der Tür. Die Schublade war zu klein.

TRACKLIST

  1. Feiticeira
  2. Digital Bath
  3. Elite
  4. Rx Queen
  5. Street Carp
  6. Teenager
  7. Knife Prty
  8. Korea
  9. Passenger
  10. Change (In the House of Flies)
  11. Pink Maggit

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DEPRESSIVE AGEFIRST DEPRESSION1992
JAHR
1992
LAND
Deutschland
GENRE
Progressive Thrash Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
GUN Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
44:54
PRODUZENT
Harris Johns
AUFNAHMEORT
Music Lab Studio, Berlin, Deutschland

BESETZUNG

  • Jan Lubitzki – Gesang, zusätzlich Schlagzeug auf einzelnen Titeln
  • Jochen Klemp – Lead- und Akustikgitarre
  • Ingo Grigoleit – Gitarre
  • Tim Schallenberg – Bass
  • Norbert Drescher – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Depressive Age kamen aus Ost-Berlin und nahmen ihr Debüt wenige Jahre nach dem Ende der DDR mit Harris Johns auf, dessen Name sonst unter anderem mit Kreator, Sodom und Voivod verbunden ist. Schon deshalb könnte man eine ziemlich eindeutige Thrash-Metal-Platte erwarten.

First Depression weigert sich allerdings früh, diese Erwartung ordentlich zu erfüllen. Die Gitarren sind hart und technisch, doch Jan Lubitzkis Gesang, akustische Passagen und die ungewöhnlichen Songstrukturen ziehen die Musik immer wieder aus dem vertrauten Raster. Autumn Times braucht sieben Minuten und klingt nicht so, als hätte jemand währenddessen auf die Uhr gesehen.

Das Debüt besitzt dadurch etwas Suchendes. Depressive Age beherrschen die Sprache des Thrash Metal, benutzen sie aber bereits für Gedanken, die nicht recht in dessen Standardsätze passen.

Andere Bands benötigen für ihr Debüt einen Proberaum. Hier mussten vorher noch einige Staatsgrenzen aus dem Weg geräumt werden.

TRACKLIST

  1. Awaits
  2. Beyond Illusions
  3. The Light
  4. No Risk
  5. Autumn Times
  6. Transition
  7. Innocent in Detention
  8. Never Be Blind
  9. Circles Colour Red

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DEPRESSIVE AGELYING IN WAIT1993
JAHR
1993
LAND
Deutschland
GENRE
Progressive Thrash Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
GUN Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
44:54
PRODUZENT
Depressive Age
AUFNAHMEORT
Music Lab Studio, Berlin, Deutschland

BESETZUNG

  • Jan Lubitzki – Gesang
  • Jochen Klemp – Lead- und Akustikgitarre
  • Ingo Grigoleit – Gitarre
  • Tim Schallenberg – Bass
  • Norbert Drescher – Schlagzeug
  • Peter Habermann – zusätzlicher Gesang auf Eternal Twins

BORDCOMPUTER

Ein Jahr nach First Depression klingt die Eigenart von Depressive Age auf Lying in Wait nicht mehr wie eine Abweichung vom Thrash Metal, sondern wie ein eigenes System. Die Stücke sind kompakter geworden, ohne berechenbarer zu werden.

Jan Lubitzkis Gesang bewegt sich weiterhin weit außerhalb des üblichen Thrash-Vokabulars, während Jochen Klemp und Ingo Grigoleit harte Riffs mit melodischen und akustischen Passagen verschränken. Berlin trägt den Herkunftsort sogar im Titel, The Story (Autumn Times II) greift das Debüt wieder auf, und Eternal Twins beendet das Album mit zusätzlichem Gesang von Peter Habermann.

Depressive Age wirken hier nicht wie eine Band, die nach einer Nische sucht. Eher wie eine Band, die festgestellt hat, dass die vorhandenen Nischen ohnehin falsch beschriftet sind.

Das Album heißt Lying in Wait. Versteckt hat sich hier vor allem die einfache Genrebezeichnung.

TRACKLIST

  1. Lying in Wait
  2. Where
  3. Way Out
  4. Berlin
  5. Psycho Circle Game
  6. The Story (Autumn Times II)
  7. My Wine
  8. From Out of Future
  9. Hateful Pride
  10. Eternal Twins

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DEPRESSIVE AGESYMBOLS FOR THE BLUE TIMES1994
JAHR
1994
LAND
Deutschland
GENRE
Progressive Metal / Alternative Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
GUN Records
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
56:28
PRODUZENT
Gerdi Gerhardt; Depressive Age
AUFNAHMEORT
Preußen Tonstudio, Kreuzberg, Berlin, Deutschland

BESETZUNG

  • Jan Lubitzki – Gesang
  • Jochen Klemp – Gitarre
  • Ingo Grigoleit – Gitarre
  • Tim Schallenberg – Bass
  • Norbert Drescher – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Mit Symbols for the Blue Times entfernten sich Depressive Age noch weiter von der Thrash-Metal-Ausgangsbasis ihrer ersten beiden Alben. Die Härte ist weiterhin vorhanden, aber sie teilt sich den Raum nun mit Melancholie, ungewöhnlichen Harmonien und einer zunehmend offenen Vorstellung davon, wie Metal überhaupt organisiert sein muss.

Titel wie We Hate Happy Ends oder Sorry, Mr. Pain geben die emotionale Temperatur recht zuverlässig an. Gleichzeitig bleibt die Musik beweglich: Gitarren können schneiden, sich zurückziehen oder beinahe schwebende Räume öffnen, während Jan Lubitzkis Stimme weiterhin jede Hoffnung auf eine gewöhnliche Metal-Sänger-Schablone sabotiert.

Das Album entstand im Berliner Preußen Tonstudio und zeigt eine Band, die ihren Sonderweg inzwischen nicht mehr erklären muss. Die blaue Zeit ist kein Effekt. Sie ist das Material.

Die Dunkelheit war geblieben. Sie hatte inzwischen nur gelernt, ihre Symbole selbst zu zeichnen.

TRACKLIST

  1. Hills of the Thrills
  2. World in Veins
  3. Garbage Canyons
  4. Hut
  5. Subway Tree
  6. Port Graveyard
  7. We Hate Happy Ends
  8. Friend Within
  9. Neptune Roars
  10. Sorry, Mr. Pain
  11. Kotze!
  12. Rusty Cells
  13. Mother Salvation

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DEPRESSIVE AGEELECTRIC SCUM1996
JAHR
1996
LAND
Deutschland
GENRE
Alternative Metal / Progressive Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
GUN Records
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
44:27
PRODUZENT
Depressive Age; Ronald Prent
AUFNAHMEORT
A Little Curious Studio, Berlin, Deutschland

BESETZUNG

  • Jan Lubitzki – Gesang
  • Jochen Klemp – Gitarre
  • Tim Schallenberg – Bass
  • Norbert Drescher – Schlagzeug
  • Georg Kempa – Flamencogitarre auf Companero Song
  • Guido El Tallo – Kastagnetten, Palmas und Zapateado auf Companero Song
  • Alexander Dafov – Oboe auf Companero Song

BORDCOMPUTER

Auf ihrem vierten Album hatten Depressive Age einen Punkt erreicht, an dem selbst das Wort „progressiv“ kaum noch erklärt, was eigentlich passiert. Electric Scum nimmt Metal als Ausgangsmaterial und baut daraus eine Platte, auf der Samples, Programmierung, ungewöhnliche Rhythmen und ein Bronski-Beat-Cover nebeneinander existieren.

Small Town Boy ist dabei keine ironische Fremdkörpernummer. Die Band behandelt den Popsong so selbstverständlich wie das eigene Material. Auf Companero Song kommen Flamencogitarre, Kastagnetten, Palmas, Zapateado und Oboe hinzu. Ingo Grigoleit war nicht mehr Teil der Besetzung; die verbleibenden vier Musiker öffneten den Klang dafür noch weiter.

Wer Depressive Age 1992 als ungewöhnliche Thrash-Band kennengelernt hatte, war vier Jahre später ziemlich weit gereist.

Der Bordcomputer hat die Genrezuordnung mehrfach berechnet. Das Ergebnis lautet weiterhin: Depressive Age.

TRACKLIST

  1. Electric Scum
  2. Cairo Crabat
  3. Remember
  4. Teenage Temples
  5. Small Town Boy
  6. Featherflute
  7. Toyland Hills
  8. Companero Song
  9. New Mashine Wisdom
  10. Polar Athletic Son
  11. Weird Boy
  12. Sports Yells

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DIABLO BLVDFOLLOW THE DEADLIGHTS2014
JAHR
2014
LAND
Belgien
GENRE
Heavy Metal / Hard Rock / Alternative Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
43:18
PRODUZENT
Ace Zec
AUFNAHMEORT
Ace Zec Studio, Belgien

BESETZUNG

  • Alex Agnew – Gesang
  • Andries Beckers – Gitarre
  • Dave Hubrechts – Gitarre
  • Tim Bekaert – Bass
  • Kris Martens – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Diablo Blvd kamen aus Belgien und wurden von einem Sänger angeführt, der dort bereits als Stand-up-Comedian bekannt war. Auf Follow the Deadlights ist davon musikalisch wenig Kabarett zu hören. Die Band setzt auf dunklen, modernen Heavy Rock mit großen Refrains und deutlich hörbarer Metal-Basis.

Alex Agnews tiefe Stimme gibt den Songs Gewicht, während die Gitarren zwischen klassischem Heavy Metal, Alternative Metal und einem Hauch Gothic Rock arbeiten. Rise Like Lions, Son of Cain und der Titelsong sind kompakt gebaut und zeigen eine Band, die Atmosphäre nicht mit Langsamkeit verwechselt.

Mit dem Album wechselte Diablo Blvd zu Nuclear Blast und erreichte damit ein deutlich größeres internationales Publikum.

Der Sänger war Komiker. Die Gitarren erhielten diese Information offenbar nicht.

TRACKLIST

  1. Beyond the Veil
  2. Get Up 9
  3. Follow the Deadlights
  4. Son of Cain
  5. We Are Legion
  6. Fear Is for the Enemy
  7. Peace Won by War
  8. End of Time
  9. Inhuman
  10. Rise Like Lions

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DIE KRUPPSTHE FINAL REMIXES1994
JAHR
1994
LAND
Deutschland
GENRE
Industrial Metal / EBM
TYP
Remixalbum
LABEL
Our Choice
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
59:15
PRODUZENT
Die Krupps
AUFNAHMEORT
Verschiedene Studios; Remix-Compilation auf Basis von Material aus der II-/III-Phase

BESETZUNG

  • Jürgen Engler – Gesang, Gitarre, Programmierung
  • Ralf Dörper – Synthesizer, Programmierung
  • Lee Altus – Gitarre
  • Darren Minter – Schlagzeug
  • Verschiedene Remixer und Gastmusiker

BORDCOMPUTER

Anfang der neunziger Jahre hatten Die Krupps ihre elektronische Vergangenheit mit schweren Gitarren verbunden und damit eine ziemlich direkte Verbindung zwischen EBM und Industrial Metal gelegt. The Final Remixes betrachtet dieses Material noch einmal durch die Maschinenräume anderer Produzenten und Musiker.

Ein Remixalbum ist dabei naturgemäß kein normaler Entwicklungsschritt einer Band. Stücke werden verlängert, zerlegt, rhythmisch verschoben und mit neuen Oberflächen versehen. Gerade bei Die Krupps funktioniert das erstaunlich organisch: Ihre Musik war ohnehin aus Sequenzern, Metall, Wiederholung und körperlicher Präzision gebaut.

Der Titel klingt endgültiger, als die Geschichte verlief. Die Krupps machten selbstverständlich weiter.

„Final“ ist in der Popmusik eine technische Bezeichnung für „bis zur nächsten Datei“.

TRACKLIST

  1. To the Hilt (Clawfinger Remix)
  2. Fatherland (Sisters of Mercy Remix)
  3. Crossfire (Remix)
  4. Bloodsuckers (Remix)
  5. Isolation (Remix)
  6. Iron Man (Remix)
  7. The Dawning of Doom (Remix)
  8. Inside Out (Remix)
  9. Paradise of Sin (Remix)
  10. Metal Machine Music (Remix)
  11. New Temptation (Remix)
  12. Language of Reality (Remix)

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DIMMU BORGIREONIAN2018
JAHR
2018
LAND
Norwegen
GENRE
Symphonic Black Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Nuclear Blast Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
54:19
PRODUZENT
Dimmu Borgir
AUFNAHMEORTE
Fascination Street Studios, Örebro, Schweden; Klangschmiede Studio E, Mellrichstadt, Deutschland; Dub Studio, Oslo, Norwegen

BESETZUNG

  • Shagrath – Gesang, Keyboards
  • Silenoz – Gitarre
  • Galder – Gitarre
  • Daray – Schlagzeug
  • Gerlioz – Keyboards
  • Gaute Storaas – Orchesterarrangements
  • Schola Cantorum Choir – Chor

BORDCOMPUTER

Acht Jahre lagen zwischen Abrahadabra und Eonian. Für eine Band, die ihre Musik ohnehin gern in orchestralen Dimensionen organisiert, war das ausreichend Zeit, um den nächsten Schritt nicht besonders klein ausfallen zu lassen.

Dimmu Borgir verbinden auf Eonian Black-Metal-Riffs mit groß angelegten Chor- und Orchesterarrangements. Der Schola-Cantorum-Chor ist kein Hintergrundschmuck, sondern Teil der Architektur; Stücke wie Interdimensional Summit und Council of Wolves and Snakes wechseln zwischen metallischer Direktheit und beinahe filmischer Größe.

Trotz aller Produktion bleibt das Fundament erkennbar: Shagraths Stimme, Silenoz und Galders Gitarren und die Vorliebe der Band für Musik, die selten durch eine normale Tür passt.

Acht Jahre Pause. Danach musste offenbar zuerst der Chor Platz nehmen.

TRACKLIST

  1. The Unveiling
  2. Interdimensional Summit
  3. Ætheric
  4. Council of Wolves and Snakes
  5. The Empyrean Phoenix
  6. Lightbringer
  7. I Am Sovereign
  8. Archaic Correspondence
  9. Alpha Aeon Omega
  10. Rite of Passage

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DIOHOLY DIVER1983
JAHR
1983
LAND
USA
GENRE
Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Warner Bros. Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
41:29
PRODUZENT
Ronnie James Dio
AUFNAHMEORT
Sound City Studios, Van Nuys, Kalifornien

BESETZUNG

  • Ronnie James Dio – Gesang, Keyboards
  • Vivian Campbell – Gitarre
  • Jimmy Bain – Bass, Keyboards
  • Vinny Appice – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Nach Rainbow und Black Sabbath hätte Ronnie James Dio 1983 kaum noch beweisen müssen, dass seine Stimme Heavy Metal tragen konnte. Mit Holy Diver gründete er trotzdem eine eigene Band und begann noch einmal von vorn – allerdings mit einem bemerkenswert gut gefüllten Werkzeugkasten.

Vivian Campbells Gitarre gibt den Stücken Schärfe, Jimmy Bain und Vinny Appice bauen ein massives Fundament, und Dio selbst produziert das Album ohne den Klang mit unnötigem Zierrat zu überladen. Stand Up and Shout, Holy Diver und Rainbow in the Dark gehören deshalb nicht nur zu seinen bekanntesten Songs; sie definieren innerhalb weniger Minuten die musikalische Identität der neuen Band.

Schwer, melodisch und groß genug für Drachen, Regenbogen und andere völlig normale Gegenstände des täglichen Lebens.

Ronnie James Dio verließ Black Sabbath. Die Dunkelheit durfte mitkommen.

TRACKLIST

  1. Stand Up and Shout
  2. Holy Diver
  3. Gypsy
  4. Caught in the Middle
  5. Don't Talk to Strangers
  6. Straight Through the Heart
  7. Invisible
  8. Rainbow in the Dark
  9. Shame on the Night

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DIOSACRED HEART1985
JAHR
1985
LAND
USA
GENRE
Heavy Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Warner Bros. Records
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
38:31
PRODUZENT
Ronnie James Dio
AUFNAHMEORT
Rumbo Recorders, Los Angeles, Kalifornien

BESETZUNG

  • Ronnie James Dio – Gesang
  • Vivian Campbell – Gitarre
  • Jimmy Bain – Bass
  • Claude Schnell – Keyboards
  • Vinny Appice – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Auf Sacred Heart war Dio längst keine neue Band mehr. Holy Diver und The Last in Line hatten die musikalische Welt etabliert; das dritte Album konnte deshalb größer werden, ohne erst erklären zu müssen, warum hier Drachen, Schwerter und schwere Gitarren völlig selbstverständlich zusammengehören.

Claude Schnells Keyboards sind stärker in den Sound integriert, während Vivian Campbell weiterhin die Gitarrenarbeit prägt. King of Rock and Roll, Rock ’n’ Roll Children und der Titelsong sind auf große Bühnen zugeschnitten – passend zu einer Tour, bei der ein mechanischer Drache namens Denzil Teil der Show wurde.

Gleichzeitig markiert das Album das Ende einer Phase. Während der anschließenden Tour verschärften sich die Spannungen mit Campbell; wenig später verließ er die Band.

Ein mechanischer Drache gehörte zur Bühnenshow. Die achtziger Jahre hatten für „angemessen“ andere Grenzwerte.

TRACKLIST

  1. King of Rock and Roll
  2. Sacred Heart
  3. Another Lie
  4. Rock 'n' Roll Children
  5. Hungry for Heaven
  6. Like the Beat of a Heart
  7. Just Another Day
  8. Fallen Angels
  9. Shoot Shoot

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DOG EAT DOGALL BORO KINGS1994
JAHR
1994
LAND
USA
GENRE
Crossover / Rap Metal / Hardcore Punk
TYP
Studioalbum
LABEL
Roadrunner Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
35:20
PRODUZENT
Jason Corsaro
AUFNAHMEORT
Ambient Recording Co., Stamford, Connecticut

BESETZUNG

  • John Connor – Gesang
  • Dan Nastasi – Gitarre, Gesang
  • Sean Kilkenny – Gitarre
  • Dave Neabore – Bass, Gesang
  • Dave Maltby – Schlagzeug
  • Paul Vercesi – Saxophon
  • Kevin Reilly – Saxophon

BORDCOMPUTER

Mitte der neunziger Jahre war Crossover ein ziemlich wörtlicher Begriff. Hardcore, Metal, Hip-Hop und Funk begegneten sich nicht in sauber getrennten Abteilungen, sondern auf denselben Bühnen. Dog Eat Dog machten daraus auf All Boro Kings eine ausgesprochen bewegliche Platte.

Die Gitarren bleiben kompakt, Dave Neabores Bass federt, John Connor rappt und ruft, und das Saxophon taucht dort auf, wo andere Bands vermutlich noch eine zweite Gitarre bestellt hätten. No Fronts wurde zum bekanntesten Stück, aber die Mischung funktioniert über das gesamte Album, weil sie weniger nach Konzept als nach tatsächlicher Bandchemie klingt.

Die Platte ist kurz, direkt und besitzt kaum Interesse an Genregrenzen.

Zehn Stücke, ein Saxophon und auffällig wenig Zeit für Zuständigkeitsfragen.

TRACKLIST

  1. If These Are Good Times
  2. Think
  3. No Fronts
  4. Pull My Finger
  5. Who's the King?
  6. Strip Song
  7. Queen
  8. In the Doghouse
  9. Funnel King
  10. What Comes Around

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DOG EAT DOGPLAY GAMES1996
JAHR
1996
LAND
USA
GENRE
Crossover / Rap Metal / Funk Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Roadrunner Records
TITELANZAHL
12
GESAMTLAUFZEIT
43:04
PRODUZENT
Butcher Bros.
AUFNAHMEORT
Sigma Sound Studios, Philadelphia, Pennsylvania

BESETZUNG

  • John Connor – Gesang
  • Sean Kilkenny – Gitarre
  • Dave Neabore – Bass
  • Brandon Finley – Schlagzeug
  • Scott Mueller – Saxophon, Keyboards
  • Ronnie James Dio – Gastgesang auf Games
  • RZA – Gastgesang auf Step Right In

BORDCOMPUTER

Zwei Jahre nach All Boro Kings war Dog Eat Dogs Crossover-Idee groß genug geworden, um Gäste aus erstaunlich weit voneinander entfernten musikalischen Gegenden einzuladen. Auf Play Games begegnen sich Ronnie James Dio und RZA zwar nicht im selben Stück, aber immerhin auf demselben Album.

Die Butcher Bros. geben der Produktion mehr Funk und Hip-Hop-Raum. Das Saxophon bleibt Teil der Bandidentität, während Games mit Dio und Step Right In mit RZA die ohnehin porösen Genregrenzen endgültig unbrauchbar machen. Dog Eat Dog wirken dabei nicht wie Gastgeber einer Prominentengala; die Gäste werden in den eigenen Sound eingebaut.

Das Ergebnis ist weniger hardcore-puristisch als der Vorgänger und gerade deshalb ein gutes Dokument seiner Zeit.

Dio und Wu-Tang auf einer CD. Der Algorithmus hätte 1996 gekündigt.

TRACKLIST

  1. Bulletproof
  2. Isms
  3. Hi-Lo
  4. Rocky
  5. Step Right In
  6. Rise Above
  7. Games
  8. Getting Live
  9. Buggin'
  10. Numb
  11. Sore Loser
  12. In the City

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DOOLHERE NOW, THERE THEN2017
JAHR
2017
LAND
Niederlande
GENRE
Dark Rock / Psychedelic Rock / Gothic Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Prophecy Productions
TITELANZAHL
8
GESAMTLAUFZEIT
50:00
PRODUZENT
Pieter Kloos
AUFNAHMEORT
The Void Studio, Eindhoven, Niederlande

BESETZUNG

  • Ryanne van Dorst – Gesang, Gitarre
  • Nick Polak – Gitarre
  • Reinier Vermeulen – Gitarre
  • Job van de Zande – Bass
  • Micha Haring – Schlagzeug
  • Farida Lemouchi – Gastgesang

BORDCOMPUTER

Dool entstanden in Rotterdam aus Musikern unterschiedlicher Szenen, darunter mit Job van de Zande und Micha Haring zwei ehemalige Mitglieder von The Devil’s Blood. Im Mittelpunkt stand jedoch von Beginn an Ryanne van Dorst, die den größten Teil des Materials schrieb und der neuen Band eine eigene Richtung gab.

Here Now, There Then beginnt mit dem zehnminütigen Vantablack und macht damit früh klar, dass Dool wenig Interesse an einer gewöhnlichen Rock-Dramaturgie haben. Harte Gitarren, Gothic-Rock-Dunkelheit und psychedelische Wiederholungen greifen ineinander; Pieter Kloos nahm und produzierte das Album im The Void Studio in Eindhoven.

Die Verbindung zu The Devil’s Blood ist hörbar, nicht zuletzt durch Farida Lemouchis Gastbeitrag. Trotzdem klingt das Debüt nicht nach Nachlassverwaltung. Dool besitzen bereits hier eine eigene musikalische Sprache.

Der erste Titel dauert zehn Minuten. Smalltalk war offenbar nie Teil des Bandkonzepts.

TRACKLIST

  1. Vantablack
  2. Golden Serpents
  3. Words on Paper
  4. In Her Darkest Hour
  5. Oweynagat
  6. The Alpha
  7. The Death of Love
  8. She Goat

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DOOLSKETCHES OF SUMMERLAND – ROCK HARD EP2020
JAHR
2020
LAND
Niederlande
GENRE
Dark Rock / Progressive Rock
TYP
EP
LABEL
Rock Hard
TITELANZAHL
4
GESAMTLAUFZEIT
21:20
PRODUZENT
Dool
AUFNAHMEORT
Sonderveröffentlichung / Zeitschriftenbeilage; Material aus dem Umfeld von Summerland

BESETZUNG

  • Raven van Dorst – Gesang, Gitarre
  • Nick Polak – Gitarre
  • Reinier Vermeulen – Gitarre
  • Job van de Zande – Bass
  • Micha Haring – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Sketches of Summerland ist kein reguläres Dool-Studioalbum, sondern eine kleine Sonderveröffentlichung aus dem Umfeld von Summerland, erschienen als Beilage zu Rock Hard. Genau deshalb gehört sie in ein physisches Tonträgerarchiv: Solche Veröffentlichungen existieren nicht primär als abstrakte Diskografieeinträge, sondern als Gegenstände, die irgendwann zwischen Zeitschrift und CD-Regal ihren Platz gefunden haben.

Musikalisch zeigt die EP Material aus derselben Phase, in der Dool ihren dunklen Rock stärker öffneten und progressive Strukturen selbstverständlicher einbanden. Der Charakter als ergänzender Blick auf Summerland ist wichtiger als der Versuch, daraus ein weiteres reguläres Album zu machen.

Das kleine Format konserviert damit etwas, das Streamingkataloge gern einebnen: den konkreten Veröffentlichungskontext.

Vier Stücke. Eine Zeitschrift. Ein Datenträger, der sich erfolgreich geweigert hat, nur Beilage zu sein.

TRACKLIST

  1. Summerland
  2. Wolf Moon
  3. Be Your Sins
  4. Dust & Shadow

IN MEINEM ARCHIV

DOOLSUMMERLAND2020
JAHR
2020
LAND
Niederlande
GENRE
Dark Rock / Psychedelic Rock / Progressive Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Prophecy Productions
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
54:30
PRODUZENT
Martin Ehrencrona
AUFNAHMEORTE
DAFT Studios, Malmedy, Belgien; Studio Cobra, Stockholm, Schweden

BESETZUNG

  • Ryanne van Dorst – Gesang, Gitarre
  • Nick Polak – Gitarre
  • Omar Iskandr – Gitarre
  • JB van der Wal – Bass
  • Micha Haring – Schlagzeug
  • Per Wiberg – Hammondorgel
  • Farida Lemouchi – Backgroundgesang
  • Okoi Jones – Spoken Word auf The Well's Run Dry

BORDCOMPUTER

Drei Jahre nach ihrem Debüt öffnen Dool den eigenen Klang auf Summerland deutlich weiter. Die dunkle Grundfarbe bleibt, doch die Stücke bekommen mehr Raum für psychedelische und progressive Entwicklungen. Der Titelsong wächst auf über acht Minuten, ohne deshalb wie eine technische Demonstration zu wirken.

Mit Omar Iskandr war ein neuer Gitarrist Teil der Besetzung. Produzent Martin Ehrencrona nahm die Band in den DAFT Studios in Belgien und im Studio Cobra in Stockholm auf; Per Wiberg steuert Hammondorgel bei, Farida Lemouchi Hintergrundgesang und Okoi Jones einen gesprochenen Part zu The Well’s Run Dry.

Der Begriff „Summerland“ bezeichnet in verschiedenen spiritistischen und neuheidnischen Vorstellungen eine jenseitige Welt. Dool machen daraus keine sonnige Ferienanlage, sondern einen musikalischen Zwischenraum aus Tod, Begehren, Transzendenz und sehr irdischen Gitarren.

Das Jenseits besitzt hier neun Stücke. Der Bordcomputer vermerkt vorsorglich: Rückfahrt nicht ausgeschlossen.

TRACKLIST

  1. Sulphur & Starlight
  2. Wolf Moon
  3. God Particle
  4. Summerland
  5. A Glass Forest
  6. The Well's Run Dry
  7. Ode to the Future
  8. Be Your Sins
  9. Dust & Shadow

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DOWNNOLA1995
JAHR
1995
LAND
USA
GENRE
Sludge Metal / Stoner Metal / Southern Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
EastWest Records
TITELANZAHL
13
GESAMTLAUFZEIT
56:33
PRODUZENT
Down; Matt Thomas
AUFNAHMEORT
Ultrasonic Studios, New Orleans, Louisiana

BESETZUNG

  • Phil Anselmo – Gesang
  • Pepper Keenan – Gitarre
  • Kirk Windstein – Gitarre
  • Todd Strange – Bass
  • Jimmy Bower – Schlagzeug

BORDCOMPUTER

Down begannen nicht als strategisch geplante Supergroup, sondern als Nebenprojekt von Musikern aus der New-Orleans-Szene. Auf NOLA trafen Mitglieder von Pantera, Corrosion of Conformity, Crowbar und Eyehategod zusammen – und spielten Musik, die weniger nach ihren Hauptbands als nach dem gemeinsamen geografischen Untergrund klang.

Die Gitarren sind tief gestimmt, langsam und schwer, bewegen sich aber ebenso selbstverständlich durch Southern Rock, Doom und Blues. Phil Anselmo singt deutlich anders als bei Pantera; Pepper Keenan und Kirk Windstein lassen Riffs eher rollen als schneiden. Stücke wie Stone the Crow, Lifer und Bury Me in Smoke machten aus dem Nebenprojekt eine Band mit eigener Identität.

Der Albumtitel ist schlicht die gebräuchliche Abkürzung für New Orleans, Louisiana. Viel genauer hätte man die Herkunft dieser Musik kaum auf das Cover schreiben können.

Fünf Musiker gingen in einen Proberaum. New Orleans kam mit hinein.

TRACKLIST

  1. Temptation's Wings
  2. Lifer
  3. Pillars of Eternity
  4. Rehab
  5. Hail the Leaf
  6. Underneath Everything
  7. Eyes of the South
  8. Jail
  9. Losing All
  10. Stone the Crow
  11. Pray for the Locust
  12. Swan Song
  13. Bury Me in Smoke

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DREAM THEATERIMAGES AND WORDS1992
JAHR
1992
LAND
USA
GENRE
Progressive Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
ATCO Records
TITELANZAHL
8
GESAMTLAUFZEIT
57:15
PRODUZENT
David Prater
AUFNAHMEORTE
BearTracks Studios, Suffern, New York; The Hit Factory, New York City

BESETZUNG

  • James LaBrie – Lead- und Backgroundgesang
  • John Petrucci – Gitarre
  • John Myung – Bass
  • Kevin Moore – Keyboards
  • Mike Portnoy – Schlagzeug, Percussion
  • Jay Beckenstein – Sopransaxophon auf Another Day

BORDCOMPUTER

Images and Words ist das Album, auf dem Dream Theater ihre klassische Sprache fanden. James LaBrie war neu in der Band, die instrumentale Grundlage aus John Petrucci, John Myung, Kevin Moore und Mike Portnoy bestand bereits – und plötzlich traf technische Komplexität auf Songs, die auch außerhalb eines Proberaums für Taktartenspezialisten funktionierten.

Pull Me Under wurde unerwartet zum Erfolg und endet bis heute mitten im musikalischen Satz. Daneben stehen das weit ausgreifende Metropolis—Part I, das ruhige Doppel aus Wait for Sleep und Learning to Live sowie Another Day mit Jay Beckensteins Sopransaxophon. David Praters Produktion gibt den Instrumenten viel Klarheit, ohne die Musik kleiner zu machen.

Das Album wurde zu einem zentralen Bezugspunkt des Progressive Metal der neunziger Jahre. Virtuosität war hier nicht das Ziel des Songs. Sie war eines seiner Werkzeuge.

Acht Stücke, 57 Minuten und mehrere Taktarten, die andere Bands vorsorglich im Lager lassen.

TRACKLIST

  1. Pull Me Under
  2. Another Day
  3. Take the Time
  4. Surrounded
  5. Metropolis—Part I: The Miracle and the Sleeper
  6. Under a Glass Moon
  7. Wait for Sleep
  8. Learning to Live

IN MEINEM ARCHIV

DREAM THEATERLIVE AT THE MARQUEE1993
JAHR
1993
LAND
USA
GENRE
Progressive Metal
TYP
Livealbum
LABEL
ATCO Records
TITELANZAHL
6
GESAMTLAUFZEIT
46:46
PRODUZENT
David Prater
AUFNAHMEORT
Marquee Club, London, Großbritannien (23. April 1993)

BESETZUNG

  • James LaBrie – Gesang
  • John Petrucci – Gitarre
  • John Myung – Bass
  • Kevin Moore – Keyboards
  • Mike Portnoy – Schlagzeug

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Live at the Marquee hält Dream Theater kurz nach dem Durchbruch mit Images and Words fest. Die Band spielt im Londoner Marquee Club noch nicht in den großen Hallen, klingt aber bereits so, als müsse für ihre Musik grundsätzlich etwas mehr Platz eingeplant werden.

Vier Stücke stammen aus Images and Words. Dazu kommen A Fortune in Lies vom Debüt und Bombay Vindaloo, eine Improvisation, die nur live existierte. Gerade diese Mischung macht die EP interessant: Hier ist eine technisch hochpräzise Band zu hören, die auf der Bühne trotzdem nicht jede Sekunde vorher festgeschrieben hat.

James LaBrie war erst seit kurzer Zeit Sänger der Band. Trotzdem wirkt die klassische Neunziger-Besetzung bereits vollständig eingerastet.

Sechs Titel reichen aus. Dream Theater benötigen für Platzprobleme keine vollständige CD.

TRACKLIST

  1. Metropolis—Part I: The Miracle and the Sleeper
  2. A Fortune in Lies
  3. Bombay Vindaloo
  4. Surrounded
  5. Another Hand / The Killing Hand
  6. Pull Me Under

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DREAM THEATERAWAKE1994
JAHR
1994
LAND
USA
GENRE
Progressive Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
EastWest Records
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
1:14:56
PRODUZENT
John Purdell; Duane Baron
AUFNAHMEORTE
One on One Studios, North Hollywood, Kalifornien; Devonshire Studios, North Hollywood, Kalifornien

BESETZUNG

  • James LaBrie – Gesang
  • John Petrucci – Gitarre
  • John Myung – Bass
  • Kevin Moore – Keyboards
  • Mike Portnoy – Schlagzeug, Percussion

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Nach dem Erfolg von Images and Words stand Dream Theater vor einer unangenehmen Aufgabe: Das Label hätte gern einen weiteren zugänglichen Erfolg gehabt, die Band selbst wollte hörbar nicht einfach Pull Me Under noch einmal schreiben.

Awake wurde deshalb dunkler, schwerer und dichter. John Petrucci setzte verstärkt siebensaitige Gitarren ein, Mike Portnoys Schlagzeug klingt massiver, und Kevin Moores Keyboards entfernen sich häufig vom virtuosen Glanz des Vorgängers. 6:00, Caught in a Web und The Mirror wirken körperlicher, während Space-Dye Vest das Album in einer völlig anderen, beinahe isolierten Atmosphäre beendet.

Es war zugleich Kevin Moores letztes Album mit Dream Theater. Sein Abschied während der Produktionsphase gibt dem Schlussstück im Rückblick eine zusätzliche Schwerkraft.

Die Plattenfirma wollte vermutlich ein zweites Images and Words. Dream Theater waren bereits wach.

TRACKLIST

  1. 6:00
  2. Caught in a Web
  3. Innocence Faded
  4. Erotomania
  5. Voices
  6. The Silent Man
  7. The Mirror
  8. Lie
  9. Lifting Shadows Off a Dream
  10. Scarred
  11. Space-Dye Vest

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DREAM THEATERA CHANGE OF SEASONS1995
JAHR
1995
LAND
USA
GENRE
Progressive Metal / Progressive Rock
TYP
EP
LABEL
EastWest Records
TITELANZAHL
5
GESAMTLAUFZEIT
57:30
PRODUZENT
David Prater; Dream Theater
AUFNAHMEORTE
BearTracks Studios, Suffern, New York (Titelstück); Ronnie Scott's Jazz Club, London, Großbritannien (Live-Cover, 31. Januar 1995)

BESETZUNG

  • James LaBrie – Gesang
  • John Petrucci – Gitarre, Backgroundgesang
  • John Myung – Bass
  • Derek Sherinian – Keyboards, Backgroundgesang
  • Mike Portnoy – Schlagzeug, zusätzlicher Gesang
  • David Rosenthal – zusätzliche Keyboard-Programmierung

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Eine EP mit fast einer Stunde Laufzeit ist bei Dream Theater kein Widerspruch, sondern eher eine Frage der internen Maßeinheiten. Im Zentrum steht das 23-minütige Titelstück, dessen Ursprünge noch vor Images and Words liegen und das 1995 mit Derek Sherinian neu aufgenommen wurde.

Die zweite Hälfte dokumentiert einen Fanclub-Abend im Londoner Ronnie Scott’s: Elton John, Deep Purple, Led Zeppelin und schließlich ein Medley aus Pink Floyd, Kansas, Queen, Journey, Dixie Dregs und Genesis. Das ist weniger Bonusmaterial als eine offen gelegte Ahnenreihe der Band.

A Change of Seasons markiert außerdem Sherinians ersten offiziellen Auftritt auf einer Dream-Theater-Veröffentlichung. Der Keyboardwechsel wird damit ausgerechnet auf einem Stück hörbar, das selbst von Zeit, Verlust und Veränderung handelt.

Andere Bands füllen mit 57 Minuten ein Album. Dream Theater nennen es vorsichtshalber EP.

TRACKLIST

  1. A Change of Seasons
  2. Funeral for a Friend / Love Lies Bleeding
  3. Perfect Strangers
  4. The Rover / Achilles Last Stand / The Song Remains the Same
  5. The Big Medley

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DREAM THEATERDISTANCE OVER TIME2019
JAHR
2019
LAND
USA
GENRE
Progressive Metal
TYP
Studioalbum
LABEL
Inside Out Music
TITELANZAHL
9
GESAMTLAUFZEIT
56:51
PRODUZENT
John Petrucci
AUFNAHMEORTE
Yonderbarn, Monticello, New York; Mixland Studios, Midhurst, Kanada (Gesang)

BESETZUNG

  • James LaBrie – Gesang
  • John Petrucci – Gitarre
  • John Myung – Bass
  • Jordan Rudess – Keyboards
  • Mike Mangini – Schlagzeug

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Für Distance over Time verließen Dream Theater den üblichen Studiobetrieb und quartierten sich gemeinsam in einer Scheune im Bundesstaat New York ein. Nach dem ausladenden Konzeptwerk The Astonishing sollte die Musik wieder unmittelbarer aus dem Zusammenspiel der fünf Musiker entstehen.

Das hört man. Die Stücke sind für Dream-Theater-Verhältnisse auffällig kompakt; nur At Wit’s End überschreitet die Neun-Minuten-Marke. John Petrucci produzierte selbst, und die Band verbindet technische Präzision mit einer direkteren Härte, ohne ihre bekannten rhythmischen Seitengänge aufzugeben. Untethered Angel und Fall into the Light funktionieren deshalb fast wie konzentrierte Fassungen ihrer musikalischen Sprache.

Es war außerdem das erste Album der Band bei Inside Out Music.

Dream Theater zogen in eine Scheune, um kürzere Songs zu schreiben. Progressive Metal kennt ungewöhnliche Formen der Selbstdisziplin.

TRACKLIST

  1. Untethered Angel
  2. Paralyzed
  3. Fall into the Light
  4. Barstool Warrior
  5. Room 137
  6. S2N
  7. At Wit's End
  8. Out of Reach
  9. Pale Blue Dot

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THE DARKNESSONE WAY TICKET TO HELL... AND BACK2005
JAHR
2005
LAND
Großbritannien
GENRE
Hard Rock / Glam Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Atlantic Records
TITELANZAHL
10
GESAMTLAUFZEIT
35:04
PRODUZENT
Roy Thomas Baker
AUFNAHMEORTE
Rockfield Studios, Monmouth, Wales; Capitol Recording Studios, Hollywood, Kalifornien (Orchester); Pepe Ponce Studio, Lima, Peru (Panflöte); T.D.V. Studio, Lima, Peru (Panflöte)

BESETZUNG

  • Justin Hawkins – Gesang, Lead- und Rhythmusgitarre, Keyboards, Sitar
  • Dan Hawkins – Rhythmus- und Leadgitarre, Bass, Percussion, Backgroundgesang
  • Ed Graham – Schlagzeug
  • Richie Edwards – Bass, Backgroundgesang
  • Fredy Gomez – Panflöte auf One Way Ticket
  • Stuart Cassells – Dudelsack auf Hazel Eyes

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Nach dem Erfolg von Permission to Land hätten The Darkness ihr Debüt einfach noch einmal aufnehmen können. Stattdessen engagierten sie Roy Thomas Baker, den Produzenten, dessen Name untrennbar mit einigen der opulentesten Queen-Aufnahmen verbunden ist.

Entsprechend wenig Interesse zeigt One Way Ticket to Hell… and Back an Bescheidenheit. Gitarren werden geschichtet, Chöre gestapelt, Keyboards, Streicher, Sitar, Dudelsack und sogar Panflöte tauchen auf. Gleichzeitig bleibt darunter eine erstaunlich direkte Hard-Rock-Band, deren Songs oft kaum länger als drei oder vier Minuten brauchen.

Während der Produktion verließ Bassist Frankie Poullain die Band. Dan Hawkins übernahm einen großen Teil der Bassarbeit; Richie Edwards wurde anschließend Teil der Besetzung. Das Album klingt trotzdem nicht nach einer Gruppe in Auflösung, sondern eher nach einer Band, der jemand ein sehr großes Studio und zu wenig Aufsicht gegeben hat.

Der Weg zur Hölle ist bekanntlich gepflastert. Hier offenbar mit sehr vielen Overdubs.

TRACKLIST

  1. One Way Ticket
  2. Knockers
  3. Is It Just Me?
  4. Dinner Lady Arms
  5. Seemed Like a Good Idea at the Time
  6. Hazel Eyes
  7. Bald
  8. Girlfriend
  9. English Country Garden
  10. Blind Man

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THE DEVIL'S BLOODCOME, REAP2008
JAHR
2008
LAND
Niederlande
GENRE
Occult Rock / Hard Rock / Psychedelic Rock
TYP
EP
LABEL
Ván Records
TITELANZAHL
5
GESAMTLAUFZEIT
25:34
PRODUZENT
Selim Lemouchi
AUFNAHMEORT
Niederlande

BESETZUNG

  • Farida Lemouchi – Gesang
  • Selim Lemouchi – Gitarre, Bass, Keyboards, Backgroundgesang
  • Verschiedene Studiomusiker – zusätzliche Instrumente

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Come, Reap erschien vor dem ersten vollständigen Album und enthält bereits fast die gesamte musikalische Grammatik von The Devil’s Blood. Farida Lemouchis klare Stimme steht über warmen, melodischen Gitarren, während Selim Lemouchi Hard Rock, Psychedelia und rituelle Wiederholung miteinander verbindet.

Die EP ist dabei kein bloßer Vorläufer. Mit Come, Reap, The Heavens Cry Out for the Devil’s Blood und einer Version von Roky Ericksons White Faces zeigt sie eine Band, deren ästhetische Welt erstaunlich früh vollständig ausgebildet war.

Später wurde diese Verbindung aus Siebzigerjahre-Rock und okkulter Inszenierung von zahlreichen Bands aufgegriffen. Hier klingt sie noch nicht nach Stilrichtung, sondern nach persönlicher Obsession.

Fünf Stücke genügten. Das Ritual war bereits vollständig eingerichtet.

TRACKLIST

  1. Come, Reap
  2. River of Gold
  3. The Heavens Cry Out for the Devil's Blood
  4. White Faces
  5. Voodoo Dust

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THE DEVIL'S BLOODTHE TIME OF NO TIME EVERMORE2009
JAHR
2009
LAND
Niederlande
GENRE
Occult Rock / Hard Rock / Psychedelic Rock
TYP
Studioalbum
LABEL
Ván Records
TITELANZAHL
11
GESAMTLAUFZEIT
54:48
PRODUZENT
Selim Lemouchi; Pieter Kloos
AUFNAHMEORT
The Void Studio, Eindhoven, Niederlande

BESETZUNG

  • Farida Lemouchi – Gesang
  • Selim Lemouchi – Gitarre, Bass, Keyboards, Backgroundgesang
  • Verschiedene Studiomusiker – zusätzliche Gitarren, Bass und Schlagzeug

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The Devil’s Blood wirkten 2009 wie eine Band, die aus einer anderen Zeit in die Gegenwart geraten war – allerdings nicht aus Versehen. The Time of No Time Evermore verbindet Hard Rock der siebziger Jahre, psychedelische Gitarren und okkulte Symbolik zu einer Musik, die zugleich altmodisch und ungewöhnlich geschlossen klingt.

Im Zentrum stehen die Geschwister Farida und Selim Lemouchi. Faridas klare Stimme schwebt über Gitarren, die weniger auf metallische Härte als auf Melodie, Wiederholung und lange Spannungsbögen setzen. Selim Lemouchi baut die Stücke dabei häufig so, dass aus einem einfachen Motiv langsam ein Sog entsteht.

Das Debütalbum machte The Devil’s Blood zu einem wichtigen Bezugspunkt der späteren Occult-Rock-Welle. Entscheidend ist aber weniger die Bildsprache als die Konsequenz, mit der Musik und Atmosphäre zusammengeführt werden.

Die Vergangenheit wurde hier nicht wiederbelebt. Sie hatte offenbar nur kurz den Raum verlassen.

TRACKLIST

  1. The Time of No Time
  2. Evermore
  3. I'll Be Your Ghost
  4. The Yonder Beckons
  5. House of 10,000 Voices
  6. Christ or Cocaine
  7. Queen of My Burning Heart
  8. Angel's Prayer
  9. Feeding the Fire with Tears and Blood
  10. Rake Your Nails Across the Firmament
  11. The Anti-Kosmik Magick

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